Erinnerung an Opfer der Hexenprozesse

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Straßenamen für das geplante Baugebiet Schmandsack: Der NHV nimmt ausdrücklich Bezug auf Opfer der Hexenverfolgung in Balve.

Straßenamen für das geplante Baugebiet Schmandsack: Der NHV nimmt ausdrücklich Bezug auf Opfer der Hexenverfolgung in Balve.

Foto: NHV / WP

Balve.  Der NHV will im geplanten Baugebiet Schmandsack ausdrücklich an Opfer der Hexenverfolgung. So sieht der Antrag des Vereins aus.

Der Naturhistorische Verein Hönnetal (NHV) macht Vorschläge für die Benennung der Straßen im Baugebiet Schmandsack. Er nimmt dabei Bezug zur Stadtgeschichte.

Das geplante Baugebiet befinde sich unweit des Galgenbergs bei Balve, wo vom Ende des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts viele Opfer der berüchtigten Hexenprozesse hingerichtet wurden. Sie sollten nicht vergessen werden, erklärte NHV-Geschäftsführer Adalbert Allhoff-Cramer am Freitag,

Der NHV beantragt deshalb, die Straßen im Neubaugebiet exemplarisch nach bekannten Opfern der Hexenverfolgung in Balve zu benennen. Sie seien von Heimatforscher Josef Pütter in dessen „Die Balver Hexenprozesse“ aufgeführt, berichtete Allhoff-Cramer. Der NHV hat drei namentlich bekannte Opfer der Hexenprozesse aufgeführt, nach denen Straßen benannt werden könnten.

Katharina Königs

Die Frau aus Affeln war eines der ersten Opfer der Hexenverfolgung aus dem einstigen Amt Balve. Sie ist am 24. September 1594 „aufs Wasser geworfen und boven geschwummen”. Beim Verhör gab sie unter der Folter an, ihre hingerichtete Mutter habe sie die Zauberkraftgelehrt; sie sei mit der Mutter auf einem schwarzen Bock zum Tanz geritten. Vor 14 Tagen, als sie das letzte Mal beim Tanze gewesen, habe sie dort gesehen: Greite, des Wollners Kracht Hausfrau, Greiteken, Hessen Tochter und Katharina, Schohmachers Hausfrau (aus Küntrop).

Heinrich Balken

Der Rentmeister von Melschede wurde im Auftrag des Kommissarius am 11. Oktober 1628 in Balve „handfest gemacht”. Noch am selben Tage habe man seine Frau von Beckheim (Beckum) holen lassen. Heinrich Balken habe dem Pfarrer nicht nachbeten wollen, sei trotzig gestorben. Seine Frau habe gesagt, sie sei schwanger; sie sei im Gefängnis behalten worden.

Jörgen Schulte

Der Kutscher und Baumeister des Drosten, der „vor zwölf Tagen mit Agnes Beckers Hochzeit gehabt”, sei als Hexenmeister eingekerkert und gefangen nach Arnsberg geführt worden. Dortselbst sei er am 17. Dezember 1628 mit zwei anderen mit dem Schwerte gerichtet und verbrannt worden.

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