Pro Vocal

Erstklassige Chormusik in St.-Blasius-Kirche Balve

Beim Chorkonzert zeigte der frisch gekürte Meisterchor pro Vocal in der Blasiuskirche sein Können auf der Bühne.       

Beim Chorkonzert zeigte der frisch gekürte Meisterchor pro Vocal in der Blasiuskirche sein Können auf der Bühne.       

Foto: Alexander Lück

Balve.   Erstklassige Chormusik genossen am gut 130 Zuhörer in der Blasiuskirche. Pro Vocal aus Arnsberg überzeugte mit harmonischem, einfühlsamem Klang.

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Erstklassige Chormusik genossen am Sonntagabend gut 130 Zuhörer in der Blasiuskirche. Pro Vocal aus Arnsberg überzeugte mit einem harmonischen, einfühlsamen Klang ihrer Werke rund um die Gottesmutter Maria.

Das aufwändig gestaltete Programmheft für dieses Konzert führte ein in die Praxis und Erscheinungsformen der jahrhundertealten Marienverehrung vor allem innerhalb der katholischen Kirche. Dass hierbei der Musik eine herausragende Stellung zukommt, sollte auch das folgende, eineinhalbstündige Programm des gerade wieder frisch gekürten Meisterchores pro Vocal aus Arnsberg unterstreichen. Unter ihrem Leiter Ulrich Düllberg gingen die 30 Sängerinnen und Sänger auf eine klangliche Reise durch verschiedenste Kompositionsformen sowie durch die Feste des Kirchenjahres. Die marianischen Antiphonen nahmen einen Teil des Programms ein. Diese klanglich den Psalmen verwandten Stücke sind weniger ausladender Gesang, vielmehr liturgische Erzählung mit Noten, also in unterschiedlicher Tonhöhe.

Kontemplative Atmosphäre

Konzertant eher selten dargeboten, schufen diese Antiphonen für die gut 130 Zuhörer in der St.-Blasius-Kirche eine kontemplative Atmosphäre wie beim klösterlichen Stundengebet. Für den Chorleiter bringen sie die Herausforderung, dass es keinen durchgängigen Rhythmus, vielmehr einen an der Sprachmelodie orientierten Fortgang des Textes gibt. Unaufgeregt, klar und präzise und vor allem äußerst einfühlsam für den Charakter der verschiedenen Kompositionen, leitete Düllberg seine „Schäfchen“ nicht nur durch die Antiphonen, sondern auch die Chorsätze und Hymnen. Bisweilen erschallten diese raumfüllend durch das Gemäuer, aber besonders die leisesten Momente des Konzertes zeigten den Chor in einem traumhaft sicheren, transparenten Klang.

Perfekt aufeinander abgestimmt

In der Vier- und teilweise sogar Achtstimmigkeit konnte man pro Vocal tatsächlich als einen homogenen, perfekt aufeinander abgestimmten Klangkörper, und nicht nur als die Summe der einzelnen Stimmen wahrnehmen. Stilistisch vielfältig war das Programm gestaltet: barocke Pracht, russisch-orthodoxer Klangcharakter bei Rachmaninoff, Filmmusik mit eingängigen Melodien und einem weichen Backgroundchor oder eigene Arrangements von Ulrich Düllberg, wo er bekannte Melodien durch alle Chorstimmen wandern ließ.

Zuhörer sangen fleißig mit

Ein atmosphärischer Höhepunkt sicherlich: „Ubi caritas“ von dem zeitgenössischen, noch keine 40 Jahre alten norwegischen Komponisten Ole Gjeilo. Rhythmisch und harmonisch anspruchsvoll gelang dieses moderne Stück dem Chor sehr ergreifend. Zwischendurch waren auch die Zuhörer gefragt, sangen mit den Arnsberger Sängerinnen und Sängern zusammen und von Ludger Frizt an der Orgel begleitet bekannte Marienlieder. Hier sorgte der Organist bei „Freu dich du Himmelskönigin“ für kurzfristige Verwirrung, als er mitten in der Strophe abbrach um gleich darauf wieder neu einzusetzen. An einem äußerst stimmungsvollen und von den Besuchern entsprechend mit Applaus gewürdigtem Konzertabend änderte das natürlich gar nichts. Nebenbei auch eine schöne Einstimmung auf die gar nicht mehr so ferne Advents- und Weihnachtszeit.

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