Grundschule Beckum

Erzähl keine Märchen? Aber gerne doch!

Jakob und Maja in der selbstgebauten Märchenlandlandschaft mit den Figuren

Jakob und Maja in der selbstgebauten Märchenlandlandschaft mit den Figuren

Foto: Alexander Lück

Beckum.   Wer am Samstag in die Beckumer Grundschule kommt, der kann sich mal so richtig Märchen erzählen lassen.

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Für die abschließende Präsentation der laufenden Projektwoche üben alle Klassen gerade fleißig. Die vier Schultage dieser Woche stehen an der St.-Nikolaus-Schule unter dem Motto „Geschichten erzählen“. Märchen gehören natürlich auch dazu. Die vierte Klasse mit ihrer Lehrerin Kerstin Uedickoven hat aber bei weitem nicht nur die bekannten Geschichten von Rotkäppchen, dem Froschkönig oder Schneeweißchen und Rosenrot erarbeitet. Sondern auch mit ganz viel Kreativität und fast genauso viel Bastelkleber eine beeindruckenden Kulisse gebaut..

Maja, Jakob und Justus zeigen voller Stolz die Waldlandschaft, in der es an nichts mangelt. Bäume und Moos, dazwischen Waldwege mit brauner Erde. Und – passend zu ihrer Geschichte vom Froschkönig – auch ein Brunnen aus Papier und ein prächtiges Schloss. „Die Idee zum Bau hatten wir selber und haben dann auch selbst das Material dafür gesammelt“, erzählen die drei. Auf kleine Holzstäbe gesteckt sind die Figuren. Und die erwachen am Samstag zum Leben.

Figurentheater und große Bühne

Denn da ist die große Präsentation beim Tag der offenen Tür . Und auch die anderen Kleingruppen der vierten Klasse werden zeigen, was sie in den vergangenen Tagen eingeübt haben. Statt eines kleinen Figurentheaters in beeindruckend liebevoller Kulisse werden diese selbst in Kostüme und auf die Bühne springen. Die Märchen von Rotkäppchen sowie Schneeweißchen und Rosenrot erwarten die Besucher.

Und auch der neunjährige Anton aus dieser Klasse möchte einen ganz besonderen Beitrag leisten. „Natürlich werde ich meine Geschichte vorlesen. Wenn sie rechtzeitig fertig ist“, berichtet der Schüler. Und gibt dem WP-Reporter schon mal einen kleinen Einblick. Sie ist ausschließlich Antons eigener Fantasie entsprungen und sie handelt von einem Winterwald. Ein Junge und sein Opa begeben sich in eine geheimnisvolle Grotte. Welche spannenden Dinge sie dort erleben, wird noch nicht verraten. Antons Märchen ist ja auch noch nicht fertig.

Junges Schreibtalent

„Ich habe schon ganz viele solcher Geschichten selbst geschrieben“, gibt der junge Mann Einblick in sein liebstes Hobby. „Die „Drei Fragezeichen“ finde ich ganz toll. Und viele meiner Geschichten sind in diesem Stil. Manchmal male ich auch Comics.“ Dass Anton überhaupt viel liest und daraus Inspiration und Kreativität zieht, versteht sich fast von selbst.

In der dritten Klasse dreht sich in diesen Tagen alles um Till Eulenspiegel. Das erste Schuljahr, gerade mal ungefähr einen Monat an der Schule, geht auf spielerische und bunte Weise an die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte.

Das zweite Schuljahr widmet sich der biblischen Geschichte von Joseph und seinen Brüdern. Die Kinder sollen sich in die Lage der Brüder versetzen und ihre Wut auf Joseph beschreiben, der ja geträumt hatte, dass sich alle zwölf Brüder vor ihm niederwerfen. „Der hat doch nicht alle Tassen im Schrank“, schreibt jemand in die Sprechblase. Oder noch kreativer: „Der hat doch nicht alle Kekse in der Dose.“

Kreativität und die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, kann und muss man üben, weiß Schulleiterin Petra Köhler. „Eigene Sätze zu formulieren und damit eine Geschichte in eigenen Worten wiederzugeben, ist durchaus eine Herausforderung. Das geht auch über häufiges Wiederholen.“

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