LUISENHÜTTE

Ferienspiele in Wocklum: So könnt Ihr noch einsteigen

Janne lässt den Hammer tanzen.

Janne lässt den Hammer tanzen.

Foto: Jürgen Overkott / wp

Wocklum.  Ferienspiele rund um Wocklums Luisenhütte. Aktuell sind nur 35 Kinder dabei. Dafür gibt’s aber für das dramatische Finale noch freie Plätze.

Janne fasst heiße Eisen an. Doch der 14-Jährige bewahrt einen kühlen Kopf. Er lässt den Hammer auf dem glühenden Stahl tanzen. Ein Messer soll’s werden. Die Herrschaften verlangt es nach scharfer Ware. Wenn nicht, gibt’s einen Satz heiße Ohren. Janne ist Höriger. Sein Vater launig: „Im Gegensatz zum fahrenden Volk haben wir wenigstens noch ein Dach überm Kopf.“ Zudem gibt es etwas zu beißen. Viel mehr allerdings hat das Leben für sie nicht zu bieten. Die adligen Herrschaften sind, so empfindet es Jannes Vater, hart, aber ungerecht. „Dafür werden sie später“, sagt er mit bösem Blick auf die glühenden Kohlen, „in der Hölle schmoren.“

Eine Szene aus dem historischen Ferienspiel des Märkischen Kreises rund um die Luisenhütte in Wocklum. 35 Kinder erleben seit Montag eine Zeitreise ins Jahr 1368. Sie werden für vier Tage zu Bewohnern des Dorfes Balve, das als Teil der Grafschaft Arnsberg zum Spielball der Mächtigen wird. Um die Grafschaft streiten sich der Vertreter des Grafen von der Mark und die Äbtissin als Vertreterin des Kölner Erzbischofs.

Die Kinder mimen die Bewohner des Dorfes, arbeiten fleißig als Handwerker. Sie schmieden Messer, stellen Glasperlen und Lederwaren her, bearbeiten Filzwolle. Die Äbtissin benötigt Schreiber im Skriptorium und die Grafen haben eine Leibgarde. Neben den Verhandlungen wollen sich die Adeligen bei einem Turnier und der Jagd vergnügen.

Fit im Schwertkampf

Das Turnier am Mittwochnachmittag ist der heimliche Höhepunkt des historischen Ferienspiels. Morgens machte Hauptmann Erwin (Dennis Ginzel) Knappen im Schwert-Kampf fit. Seine Devise: „Genauigkeit geht vor Schnelligkeit.“ Hauptmann Erwin legt viel Wert auf saubere Technik als Grundlage erfolgreicher Kämpfe.

Dennis Ginzel hat eine klassische Ferienspiele-Karriere hingelegt. Der heute 22-jährige Jura-Student kam als Teilnehmer; jetzt ist er Teamer.

Wie Jonas Gertischke. Der 27-Jährige arbeitet im Hauptberuf bei der Polizei. In dieser Woche aber gibt er den Grafen von Arnsberg. Er findet es schade, dass in dieser Woche nur eine kleine, feine Schar junger Leute ins Mittelalter abtaucht. „Vor zwei Jahren“, erzählt Jonas Gertischke mit leuchtenden Augen, „hatten wir 80 Teilnehmer. Das war Wahnsinn.“

Dort auch die kleine Besetzung hat offenkundig Charme. Die Teilnehmer zeichnen sich durch etwas aus, was im normalen Leben in Vergessenheit zu geraten scheint: konzentrierte Teamarbeit.

Das Machtspiel der Grafen läuft bis Freitag, 16. August. Kinder ab neun Jahren können am heutigen Donnerstag, 15. August. um 10 Uhr noch spontan einsteigen. Teilnahme: 20 Euro pro Tag.

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