Gesundheit

Fitness als Hilfsmittel gegen die Demenz

Dr. med. Schulte im Gesundheits-Campus

Dr. med. Schulte im Gesundheits-Campus

Foto: WP

Balve.  Dr. med. Ludger Schulte spricht von einer „Epidemie“. Gerd Jörgens, einer von 25 Betreuern des „Demenz-Cafés“ sieht es nicht ganz so dramatisch

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Er sagt: „Früher sind die Menschen nicht so alt geworden, so konnte die Krankheit erst gar nicht ausbrechen. Und wenn doch, dann hat man die Leute meist als tüdelig bezeichnet.“ Doch wie dem auch sei – laut Schätzungen des Welt-Alzheimer-Berichtes leben heute bereits über 50 Millionen Menschen rund um den Globus mit einer Demenzerkrankung.

Nicht ohne Grund war das Interesse an der Informationsveranstaltung „Demenz – Und das Leben geht weiter“ sehr groß. Mehr als 50 Angehörige von Erkrankten und weitere Interessierte folgten der Einladung des Vereins „Treffpunkt Demenz Balve“ in den Gesundheits-Campus, um sich bei Internist Dr. med. Ludger Schulte über die Krankheit zu informieren. Zunächst aus wissenschaftlicher Sicht, aber auch, um praktische Hilfen im Umgang mit Betroffenen zu erfahren. „Es gibt viele Wege und Möglichkeiten, den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen und zu verlangsamen“, weiß Heike Guth-Mindhoff vom Demenz-Verein Balve. Zum Beispiel indem man sich geistig und körperlich fit hält, das Gehirn immer wieder fordert und mit anregenden Impulsen versorgt.

Kranke nicht verstecken

Angebote in diese Richtung gibt es zum Beispiel bei den Treffen im Demenz-Café, wo zurzeit neun Betroffene betreut werden. Wichtig sei aber zunächst, dass die falsche Scham überwunden wird und die Demenzkranken nicht „versteckt werden“.

Neben dem richtigen Umgang mit Demenzpatienten erfuhren die Besucher des Vortrages von Dr. Ludger Schulte aber auch viele Hintergründe zur Krankheit: Angefangen bei den unterschiedlichen Formen über die Stadien bis hin zu den Risikofaktoren, die es schon im Vorfeld zu minimieren gelte: Rauchen, falsche Ernährung, zu wenig Sauerstoff – sind nur drei davon.

Liegt erst einmal eine Demenzerkrankung vor, ist insbesondere von den Menschen im Umfeld des Erkrankten Verständnis gefordert – für den Betroffenen, aber auch für sich selbst.

Rechtzeitig Hilfe holen

„Viele Menschen, die einen Demenzkranken betreuen und pflegen, leiden später selbst an einer Erkrankung, seien es Depressionen oder ein Burn-Out“, so Dr. Ludger Schulte. Daher sei es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. „Sie haben sogar die Verpflichtung, sich zu entspannen“, betonte der Balver Mediziner.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben