GESCHICHTE

Foto-DVD: Balve, wie es niemand kennt

Historisches Foto der Feuerwehr Balve

Historisches Foto der Feuerwehr Balve

Foto: Alfons Rath

Balve.  Alfons Rath hätte gern einen Dia-Abend mit alten Ansichten veranstaltet. Doch Corona stoppte ihn. Jetzt gibt es eine Foto-DVD.

Im Pfarrarchiv St. Blasius an der Alten Gerichtsstraße in der Balver Stadtmitte ist immer Betrieb. Der ehrenamtliche Archivar Rudolf Rath weiß das Interesse an der Geschichte an kirchlichen und städtischen Einrichtungen im Hönnetal lebendig zu halten. Doch am Donnerstag ging es in den ehemaligen Post-Räumen zu wie im sprichwörtlichen Taubenschlag. Für den Andrang gab es einen guten Grund: Alfons Rath hat eine Foto-DVD mit historischen Aufnahmen plus informativem Begleitbüchlein veröffentlicht. Es ist ab sofort zu haben.

Dabei ist der Silberling lediglich Plan B. Eigentlich hatte Alfons Rath, ehemaliger Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Planbau und ehemaliger Rendant der Gemeinde St. Blasius, erneut zu einer Dia-Schau mit historischem Material bitten wollen – zumal sich seine Bild-Präsentationen 2015 und 2019 als Publikumserfolge erwiesen hatten. Doch Corona durchkreuzte seine Pläne.

Alfons Rath hat Bilder auf einer Foto-DVD zusammengestellt. Betrachter der neuen Scheibe müssen auf hilfreiche Erläuterungen zu den einzelnen Fotos nicht verzichten. Kurzbeschreibungen enthalten zu allen Fotos Namen, Ort und Anlass. Sie bilden den Anhang auf dem Datenträger. „So hat es diese neue DVD wirklich in sich: vor allem eine Gegenüberstellung der Bilder von Balve damals und heute“, sagt Rudolf Rath.

Die Foto-DVD ist im Pfarrarchiv zu haben. Es ist geöffnet unter der Woche geöffnet von 9.30 bis 12 Uhr. „Es wird lediglich um eine Spende von 10 Euro für soziale Dienste und Jugendarbeit gebeten“, ergänzt Rudolf Rath.

Leider keine Anekdoten

Das Interesse an der Geschichte des Hönnetals ist den Rath-Brüdern buchstäblich in die Wiege gelegt worden: „Papa ist mit uns jeden Sonntag über die Dörfer gelatscht, Hönnetal rauf, Hönnetal runter, durch alle Dörfer, bis nach Affeln und Neuenrade.“ Noch etwas kam dazu: Alfons Rath begleitete den verstorbenen Heimatforscher und Ehrenbürger Josef Pütter bei seinen Erkundungen: „Er hatte kein Auto.“

Doch damit nicht genug: Alfons Rath lernte durch seine berufliche Tätigkeit die Geschichte von Grundstücken und Immobilien kennen. Zudem fertigte er für die Jagdgenossenschaft ein Kataster an.

Was er durch Gespräche nicht erfuhr, eignete sich Alfons Rath durch Bücher zur Historie der Region, namentlich des kurkölnischen Sauerlandes an. So sieht er eine Darstellung der Geschichte des Dekanates Arnsberg von 1907 als noch immer „hochaktuell“ an.

Eines bedauert Alfons Rath jedoch. Die DVD muss ohne Anekdoten auskommen – er kennt so viele. Eine erzählt er im Gespräch mit der „Westfalenpost“: „Ins Haus Preuß in der Helle ist in den 50ern ein belgischer Militärlaster gedonnert. Die Oma hat das gesehen. Sie ist ganz ruhig geblieben. Warum? Ist doch klar: So schnell schießen die Preußens nicht.“

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