Wald

Fotofallen schrecken verantwortungslose Hundehalter ab

Auch Revierförster Richard Nikodem freut sich über die abschreckende Wirkung der Fotofallen.

Foto: Marcus Bottin

Auch Revierförster Richard Nikodem freut sich über die abschreckende Wirkung der Fotofallen. Foto: Marcus Bottin

Garbeck.   Nachdem Jäger automatische Kameras im Garbecker Wald installiert haben, sind keine Rehe mehr von wildernden Hunden gerissen worden.

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Manchmal reicht allein die Drohung. Als sich im Frühjahr im Garbecker Revier die Angriffe von Hunden auf Wild häuften und sogar Rehe von wildernden Hunden gerissen wurden, kündigten die Jäger ein hartes Vorgehen gegen verantwortungslose Hundehalter und eine Überwachung des Reviers mit automatischen Kameras an.

„Das hat wohl gefruchtet“, berichtet Hegeringleiter Stephan Honert auf Nachfrage. Seitdem seien keine Rehe mehr gerissen worden. Wer für die Hundeattacken auf das Wild verantwortlich war, wissen die heimischen Jäger allerdings nicht. Denn die Überwachungskameras haben zwar viele schöne Fotos von Füchsen, Schwarzwild und Rehen gemacht, wildernde Hunde wurden jedoch nicht aufgenommen.

Menschen sensibilisiert

Stephan Honert freut sich jedoch auch ohne erfolgreiche Täterermittlung über den Verlauf der Aktion. „Dass wir wirklich ein Foto erhalten, das einen Hund beim Wildern zeigt, war eher unwahrscheinlich“, gibt der Hegeringleiter zu. „Allerdings hätten wir mit Fotos, auf denen Hunde zu erkennen sind, vermutlich schon herausfinden können, wem das Tier gehört. Auf dem Dorf kennt man sich und weiß, wem welcher Hund gehört.“

Dass die Angriffe auf Wild ein Ende gefunden haben, schreibt der Hegeringleiter der abschreckenden Wirkung der Überwachungsmaßnahmen zu. „Wir sind nicht nur über die Zeitung an die Öffentlichkeit gegangen, sondern haben auch Schilder im Wald aufgehängt“, so Honert. „Damit haben wir die Leute sensibilisiert.“

Quadfahrer ärgern Nikodem

Ein dauerhaftes Ärgernis hingegen bleiben Motorradfahrer im Wald. Er treffe immer wieder Menschen mit Fahrzeugen im Wald an, die dort nichts zu suchen haben, berichtet Revierförster Richard Nikodem. Mal seien es Autos, mal Motorräder, immer öfter aber auch Quads. „Autos können wir Förster sehr gut anhalten, aber wenn ein Motorradfahrer Vollgas gibt, komme ich mit meinem Pick-up nicht mit“, so Richard Nikodem. „Da kann ich dann nur noch hinterherwinken.“ Die meisten Autos, die er im Wald antreffe, seien durchaus mit einem Grund unterwegs. In der Regel Waldbesitzer mit entsprechender Erlaubnis.

Ebenfalls keine Seltenheit: Ältere Ehepaare, die eine kleine Waldwanderung machen wollen. „Eigentlich müssen die weiter unten am Wanderparkplatz anhalten. Aber wenn der Mann nicht mehr so gut zu Fuß ist, fahren die auch gerne mal weiter in den Wald hoch“, weiß Richard Nikodem. In solchen Fällen drückt der Förster schon einmal ein Auge zu und belässt es bei einem erklärenden Gespräch. „Das liegt in meinem Ermessen.“

Viel Verwaltungsarbeit

Die Störung durch Motorenlärm will Richard Nikodem aber auch nicht überbewertet wissen. „Das Wild interessiert das überhaupt nicht“, lautet seine Einschätzung. Eine besondere Häufung derartiger Fälle hat der Revierförster in jüngster Zeit nicht ausgemacht, er muss aber auch zugeben: „Wir Förster sind gar nicht mehr so oft im Wald, wie die Leute sich das vorstellen. Ein Großteil unserer Arbeit sind Verwaltungsangelegenheiten am Schreibtisch.“

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