BALVE

Frau Watermann, wie geht es dem Osterhasen?

Maria Watermann ist die erste Vorsitzende der Kreisjägerschaft im Märkischen Kreis seit 2011

Maria Watermann ist die erste Vorsitzende der Kreisjägerschaft im Märkischen Kreis seit 2011

Foto: Johanna Pankow

Balve.   Die Eier des Osterhasen wollen entdeckt werden. Der Feldhase indes liebt es diskret. Wie gut kann er sich vor seinen Feinden schützen?

In unserem Brauchtum ist es der Osterhase, der morgen bunte Eier für Jung und Alt versteckt. Aber wie geht es den Hasen im Stadtgebiet in freier Natur? Das weiß Maria Watermann vom heimischen Hegering. Sie gibt wichtige Hinweise zum Schutz der Langohren.

NRW ist das Hasenland Nr. 1 der Republik. Vor kurzem veröffentlichte Statistiken haben das wieder untermauert. Im Durchschnitt trifft man in unserem Bundesland 16 Hasen pro Quadratkilometer an, während es etwa in Ostdeutschland viel weniger sind. Die größten Vorkommen NRWs gibt es in Ostwestfalen, weil die Tiere dort den besten Lebensraum vorfinden: offene Wiesen. Im waldreichen Sauerland sind die Tiere dagegen seltener, die Zahl liegt unterm Landesschnitt.

Gute Nachricht fürs Kreisgebiet

Aber Maria Watermann vom Hegering hat eine erfreuliche Zahl ermittelt: Im Märkischen Kreis ist das Hasenvorkommen 2018 leicht gestiegen, auf nun etwa zwölf Tiere pro Quadratkilometer. Man könne davon ausgehen, dass sich der Bestand in den letzten Jahren stabilisiert habe, nachdem die Population auf lange Sicht betrachtet aber, etwa aufgrund landwirtschaftlicher Monokulturen, arg dezimiert wurde. Fürs gesamte Bundesland beschreibt sie die Situation als „relativ gut“, von einer Gefährdung des Bestandes spricht sie nicht. „Wir Jäger schonen die Hasen sehr, er wird nur ganz wenig geschossen“, sagt Maria Watermann. Die Balverin ist auch Vorsitzende der Märkischen Kreisjägerschaft.

Für die Hönnestadt konkret nennt sie für 2018 eine Strecke von 13 Tieren inklusive Fallwild. Strecke meint die Zahl geschossener Tieren, Fallwild sind etwa die im Straßenverkehr getöteten Tiere. „Die Hasenstrecke ist den letzten Jahren stabil geblieben, auch in den anderen Hegeringen des Märkischen Kreises“, so Watermann. Die Zahlen liegen im niedrigen einstelligen Bereich, teilweise nicht mal eine Handvoll.

Neben der Artenvielfalt und damit dem Nahrungsangebot auf heimischen Wiesen und Feldern gibt es noch einen anderen Faktor für den Hasenbestand.Der Jäger nennt sie Prädatoren. Fressfeinde wie Fuchs, Marder oder Waschbär.

Die Überlebenschance der Junghasen steigt übrigens mit trockener Witterung. Durch Bejagung von Raubwild kümmern sich die Jäger um ein ausgewogenes Verhältnis in Wald und Flur der heimischen Regionen. Maria Watermann betont die Wichtigkeit gezielter Abschüsse. „Keiner von uns jagt einfach auf Teufel komm raus. Viele Leute denken nämlich, dass das so gemacht wird.“ Ein gezielt geschossenes Tier kurz vor Weihnachten fürs Festmenü, das mache der ein oder andere durchaus gerne. Schonzeiten halte man selbstverständlich ein.

Wer beim Osterspaziergang ein Langohr beobachten möchte, sollte sich auf den frühen Morgen oder die Dämmerung konzentrieren. Den Tag meidet der Hase, vor allem mit Blick auf Fressfeinde, so gut es geht. „Ich habe ihn kürzlich mal mitten am Tag gesehen. Aber dafür braucht man schon viel Glück, denn der Hase bleibt bei vermeintlicher Gefahr wie erstarrt liegen und ist dank seiner Tarnfarbe dann kaum zu erkennen“, sagt Maria Watermann.

Alle Hundebesitzer bittet sie eindringlich: „Lasst die Tiere an der Leine!“ Gerade jetzt, wo die Hasen, (aber auch anderes Wild), wieder ihre Jungen aufziehen (drei- bis viermal geschieht das beim Hasen pro Jahr) sind die Hunde eine große, ja tödliche Gefahr. Das Landesforstgesetz schreibt das Anleinen derzeit vor. Die Hasen verteilen ihre bis zu vier Jungtiere pro Wurf über eine weite Fläche auf dem Feld. Sie wollen möglichst unauffällig für Fressfeinde sein – ganz anders, als die bunten Ostereier. Sie wollen im Gras gefunden werden.

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