SCHÜTZEN

Garbecks Vogelstange steht endlich

Bange Blicke, unbegründet: Gleich beim ersten Testlauf hob sich der Kugelfang der neuen Garbecker Vogelstange.

Bange Blicke, unbegründet: Gleich beim ersten Testlauf hob sich der Kugelfang der neuen Garbecker Vogelstange.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Garbeck.  Endlich! Garbecks neue Vogelstange steht. Schützen-Chef Hubertus Schulte war erleichtert. Seine Anspannung hatte einen guten Grund.

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte. Hubertus Schultes leuchtende Augen signalisierten am Dienstagmorgen pure Erleichterung. Kein Wunder, die neue Vogelstange steht, steht endlich. Der fürs vergangene Wochenende geplante Termin musste gekippt werden. Die Aufzugwinde musste kurzfristig ausgetauscht werden. Am Dienstag aber, beim zweiten Versuch, klappte alles.

„Wir waren bereits um 8.30 Uhr da“, sagten die beiden Monteure des Vogelstangen-Herstellers Thorwesten aus Beckum bei Hamm. Am späten Vormittag legten Salvatore Serago und Sven Grzesinski Hand an, um den 220-Kilowatt-Motor ans Strom anzuschließen und, wichtiger noch, zu testen, ob er funktioniert. Erwartungsfroh sahen Hubertus Schulte und der Vorstand der Garbecker Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige auf den Kugelfang – und siehe da, er bewegte sich langsam, aber sicher nach oben. Bei Monteuren wie Schützen machte sich erkennbar Erleichterung breit.

Rückblende. Die alte Stange war in die Jahre gekommen. Sie musste weg. Im September war es so weit.

Die neue 17-Meter-Stange wurde am Dienstagmorgen von der Herscheider Firma Dunkel per Kranwagen angeliefert. Fahrer Ingo Kreiskorte und ein dritter Monteur von Thorwesten stellten die Stange auf.

„Sie steht an derselben Stelle wie die alte“, sagte Hubertus Schulte. Das Fundament besteht aus zehn Kubikmetern Beton. Gesetzt wurde es bereits im September.

Das münsterländische Unternehmen Thorwesten verdient hauptsächlich mit dem Bau von Silos sein Geld. Das ist auf den Warnwesten seiner Monteure deutlich zu sehen.

Zugleich aber erkannte die Firma im Bau von Vogelstangen eine Marktnische. „Jede Stange ist eine Einzelanfertigung“, erläuterte Salvatore Serago, „wir bauen jährlich sechs bis zehn Stück.“ Die Stangen bestehen aus verzinktem Stahl.

Stange kleiner, Kasten größer

Kurios: Die neue Stange auf Garbecks Vogelwiese ist drei Meter kleiner als ihre Vorgängerin. Dafür aber fällt der Kugelfang – innen Fichtenweichholz, außen verzinkter Stahl – größer aus. Noch einmal Hubertus Schulte: „Der alte Kasten hatte 1,50 mal 1,50 Meter, der neue hat 1,70 mal 1,70 Meter.“

Das hat fürs Vogelschießen Folgen. Der Abstand zwischen Schützen und Stange wird etwas verkürzt – aus Sicherheitsgründen. Eines allerdings geblieben: „Wir haben in Balve die größte Vogelstange“, sagte Hubertus Schulte, „das ist bei uns Tradition.“

Um die Tradition zu wahren, haben die Garbecker Schützen erhebliche Anstrengungen unternommen. Immerhin legten sie insgesamt 25.000 Euro an. Hubertus Schulte und sein Vorstand vertrauten auf die Spendenfreudigkeit ihrer Mitglieder. Immerhin sind bei der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige seit Jahren rund 850 Mitglieder organisiert – nur die benachbarte Balver Schützenbruderschaft St. Sebastian ist mit 1700 Mitgliedern größer. „Unsere Mitglieder waren sehr spendenfreudig“, bilanzierte Hubertus Schulte, ohne einen genauen Beitrag zu nennen. Er freute sich außerdem darüber, dass heimische Unternehmen großzügig gaben.

Sparkasse gibt 2000 Euro

Zu den Spendern gehörte auch die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis. Sebastian Richter, Leiter der Sparkasse in Balve und Neuenrade, kam am Dienstagmorgen mit dem unvermeidlichen Riesenscheck. 2000 Euro stellte das kommunale Kreditinstitut den Schützen zur Verfügung.

Danach standen nur noch Restarbeiten an. Bis zwölf Uhr mittags waren Salvatore Serago und Sven Grzesinski fertig, Ingo Kreiskorte längst wieder weg.

Die Stunde der Wahrheit schlägt für die neue Vogelstange beim Schützenfest im kommenden Jahr. Hubertus Schulte freut sich schon.

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