Warnung

Gefahr für Wildunfälle ist stark gestiegen

Die Märkische Kreisjägerschaft bittet Autofahrer, besonders achtsam zu sein.

Foto: TÜV

Die Märkische Kreisjägerschaft bittet Autofahrer, besonders achtsam zu sein. Foto: TÜV

Balve.   Die Kreisjägerschaft warnt Autofahrer vor Kollisionen mit Wild. Besondere Vorsicht ist während der Dämmerung geboten.

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Ein Großteil der Wildunfälle passiert in den frühen Morgen- oder den Abendstunden, denn in der Dämmerung sind Reh, Wildschwein und Co. besonders aktiv. Seit die Uhren um eine Stunde zurückgestellt wurden, ist die Gefahr für Wildfunfälle auf den Straßen besonders groß. Darum bittet die Märkische Kreisjägerschaft Autofahrer, besonders achtsam zu sein. „Ein Reh von ca. 20 Kilo hat bei einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs von 100 km/h ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne. Das kann lebensgefährlich sein,“ warnt Maria Watermann..

Die Vorsitzende der Kreisjägerschaft betont: „Da unser Wild keine Uhrzeit kennt, ist es besonders wichtig, diese Tatsache zu berücksichtigen. Vor allem Bereiche zwischen Waldgebieten und Feldern sind Unfallschwerpunkte. Hier muss das Wild zur Aufnahme von Futter überwechseln.“

Appell an Autofahrer

Die heimischen Jäger appellieren an alle Autofahrer, Warnschilder ernst zu nehmen. Besondere Gefahrenbereiche sind durch Warnschilder „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet. Hier gilt, Fuß vom Gas und besonders konzentriert fahren. Allerdings sollte generell in Waldbereichen besondere Aufmerksamkeit gelten.

Trifft man auf wechselndes Wild, sollte man bremsen und das Lenkrad festhalten. Verkehrsexperten warnen vor Ausweichmanövern. Ruckartiges Lenken kann durch Kontrollverlust sehr gefährlich sein. Wenn trotz aller Maßnahmen eine Kollision passiert, muss neben unfallüblichen Maßnahmen, wie dem Sichern der Unfallstelle, auch die Polizei benachrichtigt werden.

Gesetzliche Verpflichtung

In NRW ist man im Falle eines Unfalls mit Paarhufern, dazu zählen Reh, Muffel, Wildschwein und die Hirscharten, sogar gesetzlich dazu verpflichtet. Andernfalls begeht man nach dem neuen Landesjagdgesetz eine Ordnungswidrigkeit. „Normal sollte es im Sinne des Tierschutzes aber auch selbstverständlich sein. Nur so können wir Jäger das verletzte Tier suchen und von seinem Leid erlösen,“ erläutert die Vorsitzende.

Für weitere Informationen gibt es entsprechende Broschüren des Landesjagdverbandes NRW – diese enthalten wertvolle Tipps, wie man einen Unfall vermeiden kann und sich im Fall der Fälle richtig verhält. Die Flyer finden Autofahrer auf der Webseite des Landesjagdverbandes, www.ljv-nrw.de. Aber auch die örtlichen Kreisjägerschaften und Hegeringe beraten bei Fragen und Problemen gerne.

Wildunfall bestätigen lassen

Wenn es zu einem Unfall kommt und ein Autofahrer ein Tier angefahren oder überfahren hat, muss er umgehend anhalten, die Unfallstelle absichern und eventuelle Verletzte versorgen. Überfahrenes Wild ist von der Fahrbahn zu entfernen. Falls dies nicht möglich ist, muss es gekennzeichnet werden (Warndreieck, Blinklicht). Zudem gilt es, den Unfallort zu markieren, unverzüglich die Polizei und einen Jagdausübungsberechtigten zu informieren. Ein guter Tipp zum Schluss: Einen Wildunfall sollte man sich in einer Unfallmeldung bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.

Am besten ist es jedoch, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Maria Watermann kann sich dem Aufruf „Dämmert’s? – Fuß vom Gas“ nur anschließen.

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