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Gefahr von Wildunfällen: Was Autofahrer tun sollten

Die Zahl der Wildunfälle steigt im Herbst. Autofahrer können der Gefahr aber vorbeugen.

Die Zahl der Wildunfälle steigt im Herbst. Autofahrer können der Gefahr aber vorbeugen.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Balve.  Herbstzeit, Unfallzeit. Dafür gibt es Gründe: Im Oktober wird das Wild wild. Wie sich Autofahrer schützen können.

Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, dann ist auch rund um Balve die Wahrscheinlichkeit groß, dass man als Autofahrer auf heimischen Straßen plötzlich auf tierische Waldbewohner trifft, die auf Partner- oder Nahrungssuche sind – mit fatalen Folgen.

Die Paarungszeit

Auf den Landstraßen im Hönnetal wird es für Autofahrer in den nächsten Wochen wieder gefährlicher. Die Paarungszeit mancher Waldbewohner und die Umstellung der Uhr auf Winterzeit begünstigen Wildunfälle.

Die gefährlichsten Tageszeiten

Nach Angaben der Kreispolizeibehörden passierten die meisten Unfälle dieser Art morgens zwischen 5 und 7 Uhr sowie abends zwischen 21 und 23 Uhr. Besonders wachsam sollten Autofahrer sein, die auf Strecken unterwegs sind, die an Wäldern und Lichtungen vorbeiführen.

Die Unfall-Bilanz

In Balve, wie im gesamten Märkischen Kreis, häufen sich nach Polizeistatistik Wildunfälle besonders in den Monaten April und Mai sowie im Oktober. Christof Hüls, Sprecher der Kreispolizei in Iserlohn, nennt Zahlen aus einer Vier-Jahres-Bilanz: „Von 2016 bis 2019 gab es kreisweit im April 475, im Mai 471 und im Oktober 740. Allein für den Oktober 2019 weist die Statistik 134 Wildunfälle im Kreis aus“.

Die Zeit-Umstellung

Dass der Oktober die drittstärkste Häufung von Unfällen mit Waldtieren aufweise, ist laut Christof Hüls im Wesentlichen auf die Umstellung der Uhr auf Winterzeit zurückzuführen. „Die Tiere stellen sich nicht um – und so kann es zum Wildwechsel kommen, die für Berufspendler gefährlich sind“, sagt Hüls.

Das Damwild

Das heißt, dass das Damwild zu Zeiten auf die Straßen tritt, zu denen es für gewöhnlich dort nicht anzutreffen ist. Die Brunftzeit der Hirsche dauert für gewöhnlich von September bis in den späten Oktober hinein, aber wie die Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Maria Watermann, anmerkt, halten es die Tiere damit auch zeitlich nicht zwingend genau. Mitunter sind dann Hirsche auf Freiersfüßen auch noch einige Wochen länger unterwegs, um die Gunst der Damenwelt zu erobern.

In Balves Wäldern trifft man aber wohl kaum auf Hirsche. „Die Wahrscheinlichkeit einem Hirsch zu begegnen, besteht eher im Bereich des Ebbegebirges. In den Balver Wäldern gibt es keine Hirsche.“

Die Wildschweine, die Rehe

Autofahrer sollten dennoch auf der Hut sein. Sehr viel eher könne man schon Rehen oder Wildschweinen in der nächsten Zeit begegnen – spätestens dann, wenn die Tiere nach Fressen außerhalb ihrer angestammten Umgebung suchten.

Die Vorsichtsmaßnahmen

Wie sollten Autofahrer mit dieser Gefahr umgehen? Um sich auf unfreiwillige Begegnungen auf den Bundesstraßen vorzubereiten, empfiehlt Polizeisprecher Christof Hüls, die Umgebung gut im Blick zu haben: „Wenn keine Verkehrsschilder, die auf Wildwechsel hinweisen, zu sehen sind, sollte man sich an den Hochsitzen der Jäger orientieren. Stehen die in nächster Nähe zur Straße, kann man davon ausgehen, dass es dazu kommen kann, dass Wild die Straße kreuzt.“

Das Verhalten bei Unfällen

Und wenn es dennoch kracht? Maria Watermann rät, der Polizei am Telefon genaue Angaben zu machen (Name, Zeit, Unfallort, Hergang, gegebenenfalls verletzte Personen und Wildtiere nennen). Am Unfallort sei Eigensicherung wie die Absicherung beider Fahrtrichtungen wichtig – und bei Verletzten Erste Hilfe.

INFO

Die Märkische Kreisjägerschaft gibt Jägern Tipps, wie sie ihrerseits helfen können, die Zahl der Wildunfälle im Stadtgebiete zu verringern.

Ganz oben steht: „Wilddichte anpassen, gegebenenfalls zusätzliche Abschüsse beantragen!“

Weiter heißt es unter anderem: „Wildlebensraum verbessern und beruhigen: Gehölzinseln und Hecken als Rückzugsgebiete anpflanzen, Äsungsflächen und Tränken anlegen!“

Ausführliche Informationen stehen im Netz auf der Seite www.ljv-nrw.de.

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