Straßensperrung

Gefahrenbäume: Vollsperrung des Hönnetals „notwendig“

Baumfällarbeiten im Hönnetal

Foto: Marcus Bottin

Baumfällarbeiten im Hönnetal Foto: Marcus Bottin

Hönnetal.   Berufspendler müssen sich in den Herbstferien (23. Oktober bis 4. November) auf großräumige Umleitungen einstellen.

Der Grund: Das Hönnetal wird gesperrt, um weitere Gefahrenbäume entlang der Bundesstraße 515 zu fällen. „Zum Schulanfang am 6. November wird die Straße dann wieder frei sein“, so das Regionalforstamt Märkisches Sauerland in einer Pressemitteilung.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW plant, den Abschnitt zwischen Sanssouci und Volkringhausen ab dem 23. Oktober für ca. eine Woche komplett zu sperren. In der zweiten Ferienwoche gehe es dann mit kürzeren Vollsperrungen durch das Hönnetal weiter – bis zum Abzweig Asbeck (L 123). Über die Umleitungsstrecken will Straßen.NRW noch informieren.

Bäume auf B 515 gefallen

Mehr als 200 sogenannte Gefahrenbäume waren in den Weihnachtsferien 2016/17 im Hönnetal beseitigt worden. „Im Laufe des Jahres sind aber trotzdem wieder mehrere Bäume auf die stark befahrene Bundesstraße gefallen“, teilt das Regionalforstamt Märkisches Sauerland mit. Daher müsse gehandelt werden. „Es gilt, die Verkehrssicherungspflicht zu wahren“, sagt der Balver Förster Richard Nikodem, der auch in den Herbstferien die Einsatzleitung übernimmt. Die Vollsperrung sei „notwendig“, weil unter Einbezug der schweren Maschinen eine gewisse Sicherheit gewährleistet sein müsse.

Eschensterben

Was wird gemacht? Die Eschen werden aus dem „Straßenbegleitgrün“ nahezu vollständig entfernt. Grund ist das Triebsterben. „Da haben wir in Balve ein echtes Pro­blem“, sagt Richard Nikodem. Ursache ist das „weiße Stängelbecherchen“ – ein Pilz, der die Eschen zum Absterben bringt. „Da die Esche relativ witterungsabhängiges Holz besitzt, das sich sehr schnell zersetzt, kommt auch eine Gefahr zustande“, sagt der Revierförster. Zunächst könnten Äste ab-, dann auch ganze Bäume einbrechen.

Andere Baumarten bleiben verschont

Andere Baumarten wie Ahorn, Hainbuche oder Eiche sollen im Hönnetal aber „möglichst geschont“ werden. „So wird ein völliger Kahlschlag des Straßenbegleitgrüns vermieden.“ Baumkontrolleure von Straßen.NRW würden derzeit festlegen, welche Bäume die Forstarbeiter entnehmen sollen.

„Solch massive Maßnahmen werden im Wald nur in absoluten Ausnahmefällen durchgeführt“, sagt Revierförster Richard Nikodem und ergänzt: „Aber entlang einer viel befahrenen Bundesstraße geht die Sicherheit nun mal vor. Außerdem werden alle größeren Freiflächen natürlich wieder aufgeforstet – das ist eine gesetzliche Vorgabe.“

Ob eine Vollsperrung bei betroffenen Verkehrsteilnehmern Akzeptanz findet, steht auf einem anderen Blatt Papier. Dazu Forstinspektoranwärter Niklas Vögeding: „Die erste Freilegung ist bei vielen Menschen gut angekommen. Deshalb wollen wir sie jetzt weiterführen.“

Firma Lhoist beteiligt

An der umfangreichen Maßnahme ist die Firma Lhoist (ehemals RWK) als größter privater Waldbesitzer entlang des Hönnetals beteiligt. „Roger Mertsch, Förster der Firma Lhoist, legt einzelne Bereiche mit Altbuchen fest, die vollständig entfernt werden sollen“, berichtet das Regionalforstamt. Der Bestand im Eigentum des Stadt Balve solle vollständig erhalten bleiben. Hier würden nur einzelne Bäume entnommen. Ein Experte des Forstamtes überprüfe die Bäume der Stadt regelmäßig auf ihre Standsicherheit. „Er legt zu fällende Bäume fest.“

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