FACHHANDEL

„Happy Einkaufstag“ in Balve: Baustellen drücken Kauflaune

Bei Jedowski ging’s um die Wurst.

Bei Jedowski ging’s um die Wurst.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve.  Eine durchwachsene Bilanz haben Balver Händler nach dem „Happy Einkaufstag“ gezogen. Was gut lief, was durchschnittlich lief, was nervte.

Die Stimmung war prächtig, morgens schon, oben auf der Kutsche und unten auf der Straße. Die 17. Auflage des „Happy Einkaufstages“ in der Balver Innenstadt schien unter einem guten Stern zu stehen. Würden strahlender Stimmung glänzende Umsätze folgen?

Stephanie Kißmer vom Stadtmarketing, Daniel Pütz vom Fachhandel und ihre Mitarbeiterschar hatten alles gegeben. Der Fachhandel hatte der Kundschaft buchstäblich den roten Teppich ausgerollt. Mit Angeboten und Extras wurde der Schlussverkauf eingeläutet.

Sparkassen-Vorstand Mike Kernig, Partner der Veranstaltung, hatte zum Auftakt die Bedeutung des Fachhandels hervorgehoben: die Nähe, das Angebot, die Beratungsqualität. Lebendiger Einzelhandel sei ein Argument, um dringend benötigte Fachkräfte nach Balve zu locken. Die Sparkasse unterstütze Händler und Handel. Die kommunale Bank versteht sich durchaus als Interessenvertretung für die örtlichen Kaufleute.

Wurst für einen Euro

Gesprächsthema Nr. 1 waren, wie so oft in jüngster Zeit, die Baustellen, in Langenholthausen und, mehr noch, auf der Hönnetalstraße. Metzgerei-Chef Alex Jedowski machte aus der Not eine Tugend. Entnervten Autofahrer versprach er Bratwurst mit Stau-Rabatt: ein Euro das Stück. Damit rettete Jedowski den Tag von Pfarrer Andreas Schulte. Er entschwand selig mit zwei Tüten.

Und nachmittags? Die Bilanz fiel durchwachsen aus. Glanz in den Augen hatte Sibylle Schmidt vom Tauchladen an der Bogenstraße. „Wir haben den Einkaufstag bei Facebook beworben, und wir hatten gute Rückmeldungen. Es wurden sehr viele Kurse gebucht.“

Zufrieden war das Team der Adler-Apotheke. „Bei uns war einiges los“, hieß es. Kosmetika wurden gern genommen, Rezeptfreies gegen Erkältungen und Vorbeugendes gegen Kopfschmerz und Kater.

Gut zu tun hatte auch die Eisdiele Tillmann. Die Tische an der Hauptstraße waren regelmäßig belegt. „Das Eiswetter ist perfekt“, hieß es, „wärmer dürfte es gar nicht sein.“

Im Mode- und Deko-Laden B&B herrschte nachmittags ebenfalls Betrieb. Doch so richtig glücklich wirkte Chefin Sarah Brand nicht. „Es lief einigermaßen, aber die Baustelle ist ein großes Problem.“

So sah es auch der Ehrenvorsitzende des Balver Fachhandels, Rolf Biggemann. Der Uhrmacher und Juwelier verwies darauf, dass ihm nach dem Kormke-Kreisel zum zweiten Mal in Folge eine Baustelle das Sommer-Geschäft verhagele. Der Einkaufstag diente der Schadensbegrenzung: „Es war in etwa so, wie ich es erwartet hatte.“ Ein Stammkunde aus Menden, immerhin, habe seinen Besuch wegen des Baustellenstaus abgesagt. Er will heute kommen.

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