NAHVERKEHR

Hönnetalbahn: Zugausfälle durch Personalproblem

Ein Pesa-Zug fährt in Sanssouci los.

Ein Pesa-Zug fährt in Sanssouci los.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve/Unna.  Durchs Hönnetal rollen weiter Pesa-Züge. So viel steht fest. Der Vertrag läuft bis 2028. Tatsächlich gibt es Schlimmeres als Technik-Probleme.

Die Eisenbahnfreunde weisen darauf hin, dass die Bahn im Hönnetal weiterhin Pesa-Züge einsetzt. Die Bahn hatte am Dienstag verbreitet, keine weiteren Pesa-Züge mehr einzukaufen.

Uli Beele vom Nahverkehrszweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Unna erklärte am Mittwoch, seit dem Einsatz der neuen Pesa-Link-Fahrzeuge im Sauerlandnetz komme es aus technischen Gründen zu „regelmäßigen Problemen“. Der Betreiber DB Regio NRW arbeite „gemeinsam und intensiv“ mit Fahrzeughersteller Pesa an Abhilfemaßnahmen.

Wie angekündigt, durchlaufen alle Pesa-Link-Neufahrzeuge aktuell eine sogenannte Rollkur, in der jedes Fahrzeug im Werk von Pesa optimiert und nachgebessert wird. Ziel: vertragskonformer, stabiler Betrieb. Die „komplexe Fahrzeugtechnik“ ist demnach ein wesentlicher Faktor. „Erkannt wurden hier Probleme in der Software und an der Fahrzeugelektrik“, erklärte Beele.

Zudem haben Anlieger der Strecken mit Pesa-Zügen über zu hohe Lärmbelastungen durch die Fahrzeuge geklagt. Beschwerden liegen vor über Klimaanlagen, Bremsen, Warnsignale und Lüfter. Auch diese Punkte wurden intensiv untersucht und durch „unterschiedliche Maßnahmen abgestellt“, hieß es. Die Pesa-Technologie sei allerdings komplex. Zudem gebe es mehrere Ursachen für die Lärmbelastung. Die Problem-Lösung dauere noch.

Teure Wartung, hohe Strafgebühren

Der Sprecher der Eisenbahnfreunde Hönnetal sagte der WP auf Anfrage: „Die Bahn hat die technischen Probleme der Pesa-Züge im Hönnetal weitestgehend gelöst.“ Demnach hat das Verkehrsunternehmen die Wartungsintervalle verkürzt. Ferner setzt es bei manchen Fahrten zusätzliche Techniker an Bord ein. Pesa-Züge seien wegen hoher Wartungskosten und hoher Strafzahlungen an Partner wie NWL für die Bahn ein schlechtes Geschäft. Der Pesa-Vertrag laufe bis 2028.

Schwerwiegender sei für die Fahrgäste der Hönnetalbahn der Personalmangel der Bahn. „Wenn jemand krank wird, führt das schnell zu Zugausfällen“, fügte Schmoll hinzu. Grund: Der Einsatz auf Pesa-Zügen sei im Vergleich zur RRX-Bahn an Rhein und Ruhr unattraktiver.

Lärmgeplagten Anwohnern kommt die Bahn inzwischen entgegen. Pesa-Züge rollen nur noch in die Bahnhöfe.

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