Musik

Hörgenuss im Balver Sportlerheim

Good Wood von links nach rechts: Günter Spancken, Nadine Müller, Tobias Hommel, Anja Hommel, Wilfried Pieper Foto:Alexander Lück

Good Wood von links nach rechts: Günter Spancken, Nadine Müller, Tobias Hommel, Anja Hommel, Wilfried Pieper Foto:Alexander Lück

Balve.   Good Wood spielen erstmals gleich an zwei Abenden bei der SG Balve/Garbeck. Eine Sängerin mit Heimspiel und eine Band mit hohem Unterhaltungswert

Stimmungsvolle Klänge, kuschelige Atmosphäre und hoher Unterhaltungswert mal zwei. Am Freitag- wie auch Samstagabend begeisterte die Band Good Wood mit ihrem Programm im Sportlerheim der SG Balve/Garbeck.

Gitarrist Günter Spancken teilte grinsend mit, er wolle sich gleich mit den ersten Worten das Publikum unbeliebt machen, als er sich überrascht und erfreut zeigte, dass doch so viele Zuhörer hier im „Bergdorf“ den Weg zum Konzert gefunden hätten.

Publikum nicht „unterhopft“

Nun war seine Band ja längst nicht das erste Mal hier zu Gast. Spancken deshalb weiter: „Wenn wir in Balve spielen, kann allles passieren. Hauptsache, das Publikum ist nicht unterhopft.“ Deshalb gab es auch gleich zwei Pausen zum Nachordern von Kaltgetränken an diesem Abend, der insgesamt dann fast drei Stunden dauerte.

Die Band Good Wood hat ihre Heimat größtenteils in Menden. Spancken zum Beispiel erklärte, er residiere dort im „Hönnedelta“, was auch die Affinität zu Blues erkläre. Aber auch flussaufwärts hat man sich mittlerweile einen derart guten Ruf und eine treue Anhängerschaft erspielt, dass in diesem Jahr zum ersten Mal sogar ein zweites Konzert direkt neben dem Sportplatz am Krumpaul möglich wurde.

Erstmals Doppelkonzert

Und so waren es am Freitag- sowie am Samstagabend zusammen genommen fast 200 Zuhörer in der ausverkauften, gemütlichen Atmosphäre des Sportlerheims. Was den SG-Balve/Garbeck-Vorsitzenden Christian Müller äußerst zufrieden drein blicken ließ.

Die enge, kuschelige Atmosphäre, die Möglichkeit, sehr nah an den Musikern dran zu sein. Das lobten zum Beispiel auch ein paar Besucher aus Neuenrade, die die Band schon vorher auch bei einem Auftritt in ihrer Heimatstadt gesehen hatten. Allerdings, wie sie erzählten, in einem nicht so perfekt intimen Ambiente wie an diesem Abend hier in Balve.

Was bei Good Wood-Konzerten traditionell dazu gehört: der hohe Unterhaltungswert zwischen den Songs, der vor allem aus der Kommunikation zwischen Günter Spacken und Sänger, Bassist und Percussionist Tobias Hommel resultiert. Wie die beiden sich verbal die Bälle zuspielten, hatte großen Unterhaltungswert und ließ manche Zuhörer Tränen lachen. Da ging es zum Beispiel beim ersten Konzert am Freitagabend um gerade begangenen Weltfrauentag. Oder darum, dass sich Spancken bitterlich beklagte, nach dem Einstieg von Nadine Müller in die Band kaum noch Gesang beisteuern zu dürfen.

Und dann durfte Spancken doch singen, ganz alleine sich begleitend an der Akustikgitarre, den „Nussschüsselblues“ von Die Feisten. Der davon handelt, dass der Griff in die Schale mit den Snacks durchaus gewisse gesundheitliche Risiken birgt.

Heimspiel für Müller

Darauf der Kommentar von Hommel: „Günter macht nur noch so eklige Lieder. Dann lassen wir besser wieder Nadine singen.“

Angesprochene Nadine Müller hat übrigens bei Good-Wood-Konzerten in Balve immer Heimspiel. Was aber nicht dazu führte, dass sie – trotz sicher einiger persönlicher Fans im Publikum (inklusive Papa und SG-Chef Christian) – sich an den gegenseitigen Neckereien von Hommel und Spancken groß beteiligte.

Nadine Müller verwendete ihre Stimme vorwiegend für wunderbar gefühlvolle, mitreißende Songs. Ob im abgedrehten Sprechgesang von „Das große Erwachen“ Annett Louisans oder in den puren Gänsehaut-Momenten bei „Titanium“. Mit „Still got the blues“ konnte Günter Spancken die Gitarrenverstärker bei den ausufernden Soli fast schon aufröhren lassen.

Und „Schwarz zu blau“ – die Liebeserklärung von Peter Fox an seine Heimat Berlin – war fast lupenreiner Hip Hop. Mit Bongotrommel, flirrender Geige und ebensolchem Keyboard aber auf typische Good Wood-Art. So, wie es die Musiker immer schaffen, Songs aus fremder Feder einen eigenen, unverwechselbaren Anstrich zu verpassen.

Was auch das Publikum in Balve. liebt. Und dieses Mal deshalb für eine volle Hütte mal zwei sorgte. Da kann man ja fast schon über andere Konzertlocations nachdenken. Christina Müller, augenzwinkernd, hatte da auch eine Idee: „Royal Albert Hall.“

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