Sauerland-Klassik

Balver Höhle gewährt Oldtimer-Piloten kurze Regenpause

Die zweite Etappe der Sauerland-Klassik macht Stopp in der Balver Höhle

Foto: Marcus Bottin

Die zweite Etappe der Sauerland-Klassik macht Stopp in der Balver Höhle Foto: Marcus Bottin

Balve.   Die Oldtimer-Rallye Sauerland-Klassik legt einen kurzen Stopp in der Balver Höhle ein. Edles Blech dreht eine Ehrenrunde im Felsendom.

Die Balver Höhle hat schon Steinzeitmenschen und wilden Tieren Zuflucht und ein Dach über dem Kopf gewährt, gestern freuen sich im Felsendom Fahrer alter Autos über Schutz vor Sauerländer Landregen – zumindest für wenige Minuten. Mehr Zeit bleibt den Teilnehmern der Rallye Sauerland-Klassik nicht, um sich ihren Kon­trollstempel für die Bordkarte zu holen und dabei kurz die imposante Höhle zu bestaunen.

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Während die jüngeren Oldtimer ihr eigenes Blech- oder Stoffdach mit sich führen, müssen sich die Piloten der besonders alten Autos mit Mützen, Schals und wetterfesten Jacken vor dem Regen schützen. Wer sich ein offenes Vorkriegsmodell zulegt, darf nicht zimperlich sein. Übers schlechte Wetter klagt jedoch keiner beim kurzen Stopp in der Balver Höhle. Und Peter Finkemeier, der mit seinem Rally AZ Cyclecar aus dem Jahr 1924 das älteste Fahrzeug der Sauerland-Klassik steuert, gewinnt den ergiebigen Niederschlägen sogar noch eine positive Seite ab: „Dann staubt es wenigstens nicht so.“

Kontakt zur Umgebung

Oldtimerfahrer schätzen den Kontakt zur Umgebung. Wo moderne Autos mit aufwendiger Dämmung und dicken Scheiben ihren Passagieren eine möglichst ruhige Fahrt bescheren, lassen alte Autos den Menschen an der Fortbewegung teilhaben. Trotzdem haben die meisten Cabriofahrer ihr Verdeck bei der Einfahrt in die Höhle geschlossen – zu intensiv muss der Kontakt mit der Natur auch wieder nicht sein.

Nicht so bei Hans-Jörg Götzl. Der Schwabe steuert einen 1961er Jaguar E-Type als Cabrio durchs Sauerland – und denkt gar nicht daran, das Verdeck zu schließen. „Offen fahren macht einfach mehr Spaß“, verrät er beim Stempelstopp. „Und außerdem ist das ja schließlich ein englisches Auto.“

Chroniken als Geschenke

Bei all dem edlen Blech der Marken Jaguar, Bentley, Porsche, BMW, Mercedes Benz oder Maserati ist der Regen ohnehin schnell vergessen. Auch Balves Schützen-Vorsitzender Christoph Rapp und sein Vize Wilfried Schweitzer, die Chroniken der Balver Bruderschaft als Geschenke an die Piloten verteilen, freuen sich über das Aufgebot der vielen alten Schätze auf vier Rädern in der Balver Höhle. Schließlich gibt es so ein Schauspiel nicht alle Tage zu sehen. „Ich glaube sogar, das ist einmalig“, sagt Christoph Rapp. „Selbst wir parken immer draußen und fahren höchstens zum Ein- oder Ausladen wirklich in die Höhle rein.“

Zufrieden begutachtet auch Peter Göbel das Schauspiel. Der Rallye-Organisator gibt zu, dass er überglücklich sei, die Balver Höhle als Kontrollstation für die zweite Sauerland-Klassik zu gewinnen und verrät: „Dafür haben wir sogar extra die Strecke geändert.“

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