LADESÄULE

In Balve beginnt Ära der E-Autos

Start der E-Ära in Balve: Mike Kernig, Kai Hagen (Sparkasse) sowie Hans-Jürgen Karthaus (Netzgesellschaft) und Johannes Kobeloer (Netzgesellschaft, von links)

Start der E-Ära in Balve: Mike Kernig, Kai Hagen (Sparkasse) sowie Hans-Jürgen Karthaus (Netzgesellschaft) und Johannes Kobeloer (Netzgesellschaft, von links)

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve.  Die E-Ära in Balve beginnt in Kürze auf dem Parkplatz Padberg. Am Dienstag fand der symbolische Spatenstich statt. Was die Säule kann.

Sie werden auf dem Parkplatz Padberg eher zu sehen als zu hören sein, die flüsterleisen E-Autos. In Kürze können Elektrofahrzeuge ihre Akkus an Balves erster Ladesäule auftanken. Binnen 45 Minuten sollen zumindest Kleinwagen-Batteriezellen zu rund 80 Prozent geladen sein. Am Dienstag kamen Vertreter von Sparkasse, Netzgesellschaft, Innogy und Baufirma Rapp zum symbolischen Spatenstich. In Balve hat das Zeitalter der Elektromobilität endgültig begonnen.

Die Motivation der Sparkasse

Sparkassen-Chef Kai Hagen versprach: „Bis zur Inbetriebnahme der Ladesäule dauert es noch etwa vier Wochen.“ Die kommunale Bank engagiert sich bereitwillig. Sie erkennt in E-Mobilität keine Mode – sie erkennt einen Trend. „Die Zulassungszahlen von Hybrid- und E-Fahrzeugen steigen“, stellte Kai Hagen fest, „und da brauchen wir auch mehr Ladesäulen.“

Der Markt

Laut Kraftfahrzeugbundesamt lag der Bestand von Elektrofahrzeugen zum 1. Januar 2019 bei 83.175 Einheiten. Der Marktanteil lag bei 0,2 Prozent. Allerdings bedeutet der Wert eine Verdoppelung innerhalb von zwölf Monaten. Dazu kommen 341.411 Hybrid-Fahrzeuge. Das entspricht einem Marktanteil von 0,7 Prozent. Damit beträgt der Zuwachs 0,2 Prozentpunkte.

Der Service

An der Ladesäule auf dem Padberg-Parkplatz können zwei Fahrzeuge gleichzeitig ihre Akkus laden – 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche. Die Säulen ist mit zwei Ladepunkten für Typ-2-Stecker nach EU-Standard ausgestattet. Die Kilowattstunde kostet 39 Cent.

Strom tanken können Vertrags-wie Einmalkunden. Johannes Kobeloer vom Energie-Unternehmen Innogy sagte: „Alle Zahlungssysteme sind möglich.“ Neben dem Online-Bezahldienst Pay Pal werden auch Kreditkarten akzeptiert. Eine EC-Karte indes reicht nicht.

Der Ausbau

Hans-Jürgen Karthaus, Kämmerer der Stadt Balve und Geschäftsführer der stadteigenen Netzgesellschaft, sagte, nach Padberg folge ein weiterer Säulen-Standort am Parkplatz gegenüber vom Campus an der Sauerlandstraße. Hans-Jürgen Karthaus: „Die Vorarbeiten laufen schon.“ Auch in den Ortsteilen sollen E-Autos mittelfristig Strom tanken können. Derzeit werden geeignete Standorte gesucht.

Die Voraussetzungen

Johannes Kobeloer vom Energie-Unternehmen Innogy nannte die Voraussetzungen dafür. Ein Standort, wie der Parkplatz Padberg, muss demnach ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sein. Die Stellfläche empfahl sich obendrein, weil der Stadt das Grundstück gehört – im Gegensatz zu weiteren stadtnahen Örtlichkeiten wie dem Drostenplatz. „Außerdem muss ein Standort eine Aufenthaltsqualität bieten“, fügte Johannes Kobeloer hinzu.

Beim Parkplatz Padberg passt alles. Er liegt citynah zwischen Bahnhof und Hauptstraße. Die Ladezeit entspricht in etwa der erlaubten Gratis-Parkdauer an der Balver Einkaufsmeile. Sie ist an das Einkaufsverhalten eines Durchschnittskunden angepasst.

Das Paket der Innogy

Der Bund gibt dem Vorhaben mit 2500 Euro Fördergeld finanzielle Starthilfe, die Sparkasse mit einem nicht genannten Betrag ebenso. Die Netzgesellschaft unterstützt die Innogy beim Auspacken ihres Service-Paketes. Noch einmal Johannes Kobeloer: „Wir übernehmen den Bau, die Wartung, die Instandhaltung und die Entstörung. Außerdem kümmern wir uns darum, dass die Förderrichtlinien eingehalten werden.“

Der Hintergrund

Die Sparkasse sieht in ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Region Hönnetal. Die Verbesserung der Infrastruktur wird in externen wie internen Berichten als vordringlich genannt.

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