Balve/Möhnesee.

Kamel macht Krippe komplett

Die Krippe von St. Blasius: Kamel und Begleiter komplettieren die Weihnachtsszene im Sauerland-Dom.

Die Krippe von St. Blasius: Kamel und Begleiter komplettieren die Weihnachtsszene im Sauerland-Dom.

Foto: Jürgen Overkott

Balve/Möhnesee.   Auch wenn die Weihnachtszeit mit Mariä Lichtmess vor kurzem zu Ende gegangen ist: Pfarrer Andreas Schulte, der Geschäftsführer des Bauvereins St. Blasius (BVB), Vikar Kiene, und der ehemalige Kirchenvorstand Hubert Willecke strahlen wie bei der Bescherung. Ihre offenkundige Freude hat einen besonderen Grund: Die Krippe in der St.-Blasius-Kirche ist wieder vollständig. BVB und privates Spendengeld machten’s möglich.

Auch wenn die Weihnachtszeit mit Mariä Lichtmess vor kurzem zu Ende gegangen ist: Pfarrer Andreas Schulte, der Geschäftsführer des Bauvereins St. Blasius (BVB), Vikar Kiene, und der ehemalige Kirchenvorstand Hubert Willecke strahlen wie bei der Bescherung. Ihre offenkundige Freude hat einen besonderen Grund: Die Krippe in der St.-Blasius-Kirche ist wieder vollständig. BVB und privates Spendengeld machten’s möglich.

Die Krippe ist bereits seit den 30er Jahren in der Weihnachtszeit ein Hingucker in dem ohnehin prächtig ausgestatteten Gotteshaus. Pfarrer Andreas Schulte sagt auch, warum: „Wir haben die Heilige Familie doppelt. Weihnachten liegt das Kind in der Krippe. Zum Fest der Heiligen Drei Könige jedoch steht Jesus auf den Knien seiner Mutter Maria.“ Doch auch fromme Holzfiguren müssen dem Lauf der Zeit Tribut zollen. Jahrzehnte später war der Lack gewissermaßen ab. Was einst geglänzt hat, ist schließlich stumpf und dunkel geworden.

Die Werkstatt am Möhnesee

Die Gemeinde entscheidet sich deshalb für eine Renovierung des schmucken Schnitzwerks. Im Oktober wandern die Krippenfiguren im sprichwörtlichen Sinn zum Möhnesee. In der Werkstatt von Christof Winkelmann, im Ortsteil Günne, werden sie wieder schön gemacht.

Dennoch, findet die Gemeinde, fehlt der Szene am Stall etwas: ein Kamel. „Wir hatten zwischenzeitlich mal ein Kamel dazugestellt“, erinnert sich Pfarrer Andreas Schulte, „da passten die Proportionen aber nicht. Und deshalb kam es wieder weg.“

Der Künstler vom Möhnesee hat Figuren geschaffen, die von Stil und Proportionen zu dem vorhandenen Ensemble perfekt passen. Nicht nur das: „Christof Winkelmann hat uns einen Tipp gegeben“, erzählt Pfarrer Schulte, „er hat gesagt, dass zu einem Kamel üblicherweise ein Begleiter gehört.“ Deshalb hat der Künstler aus feinem Lindenholz ein Doppelpack geschaffen: Tier und Mensch.

Und noch etwas: „Wir haben an der Krippe noch einen zweiten Jungen“, berichtet Pfarrer Schulte, „die beiden Figuren sehen sich so ähnlich, als seien sie Geschwister.“

Schöne Bescherung

Die beiden Neuerwerbungen für die Krippe haben die Gemeinde 1600 Euro gekostet. Ein Privatmann, der namentlich nicht genannt werden will, hat noch einmal einen Tausender drauf gelegt. Mit diesem Betrag sind die Skulpturen der Heiligen Familie wieder in Form gebracht worden.

Vor Weihnachten ist die Krippe schon einmal präsentiert worden. Damals hat ein Messdiener eine schöne Bescherung erlebt. Das Kamel entgleitet ihm. Ein Teil der Bodenplatte bricht ab. Der Standfestigkeit des hölzernen Wüstentieres hat es nicht geschadet, wie Künstler Winkelmann später erfreut feststellt. Inzwischen ist vom Schaden so gut wie nichts mehr zu sehen.

Die Krippe wird jetzt, nach Ende der Weihnachtszeit, wieder abgebaut. „Sie kommt an einen sicheren Ort“, sagt Pfarrer Schulte. Genauer wird er nicht, um niemanden auf dumme Gedanken zu bringen.

Weil nach der Weihnachtszeit bekanntlich vor der Weihnachtszeit ist, freut er sich schon auf eine Fortsetzung des weihnachtlichen Besucher-Andrangs im Sauerland-Dom. „Wir haben ja eine offene Kirche“, betont Pfarrer Schulte, „mir ist aufgefallen, dass immer wieder Besucher in der Kirche waren, um sich die Krippe anzusehen – manchmal waren sogar Gruppen da.“ Und dabei strahlt er, als habe er gerade eine buchstäblich schöne Bescherung erlebt.

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