GESUNDHEITSSERIE

Klangschalen: Warum Iris Krämer auf den guten Ton setzt

Iris Krämer mit einer der großen Klangschalen und Schlägel in ihrer Praxis auf dem Gesundheitscampus

Iris Krämer mit einer der großen Klangschalen und Schlägel in ihrer Praxis auf dem Gesundheitscampus

Foto: Alexander Lück

Balve.   Iris Krämer weiß, dass der Körper auf gute Töne und gute Vibrationen positiv reagiert. WP-Reporter Alexander Lück hat es selbst erlebt.

„Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist, wenn sie in den Magen fährt“, sang einst Herbert Grönemeyer. Für ein gutes Körpergefühl sorgen allerdings auch leise Laute. Iris Krämer arbeitet damit im Campus. Sie setzt Klangschalen ein.

In ihren Praxisräumen geht es um die Verbindung von Klang und Vibration. Der ganze Körper von Iris Krämers’ Klienten nimmt Schwingungen der Klangschale auf. Klangmassage nach den Methoden und mit den Schalen des Klangtherapeuten und -pädagogen Peter Hess bietet Iris Krämer an.

Die Mellenerin probierte die Wirkung der Klangschalen zunächst an ihrem Pferd aus. „Von Klangmassage für Pferde hatte ich gelesen und wollte das selber ausprobieren.“ Grund: „Die Pferde zeigen jemandem ganz deutlich, ob ihnen etwas gefällt. Zum Beispiel auch die Klangschalen. Sie würden sonst einfach weggehen“, erzählt Krämer. Ihr Pferd sprach auf die Klangschalen an. Nach ersten Erfahrungen vertiefte sie sich in das Thema. Vor der Ausbildung für Pferde lernte sie die Grundlagen und absolvierte die Ausbildung zur Klangmassage-Praktikerin für Menschen. Schließlich gab Iris Krämer ihren kaufmännischen Job auf. „Dabei hatte ich eigentlich gedacht, das könnte ich auch mein Leben lang machen.“

Klingel daheim zeitweise aus

Aber das Leben hält nun mal auch eine Überraschung bereit. Wenn Iris Krämer davon berichtet, wie sie schließlich an den Campus geriet, spricht sie von einer „großen Erleichterung“ für die Ausübung ihrer Arbeit. Denn zunächst war die Praxis im eigenen Haus untergebracht. Durchaus mit Folgen für das Familienleben. Denn während einer Massage sollte es so ruhig wie möglich sein, die Klingel an der Haustür war dann einfach mal aus.

Klangschalen gibt es in verschiedenen Größen, sie werden aus zwölf Metallen hergestellt, nach einer traditionellen Methode, in Nepal. Das vorsichtige Anschlagen mit einem Schlägel erzeugt einen obertonreichen Klang, die Schwingungen fließen durch den Körper. Bei der Herz- oder der Beckenschale verrät schon der Name, an welchem Punkt des Körpers sie aufgesetzt wird. Universalschalen hat Krämer aber auch. Eine andere ist so groß, dass man sich mit den Füßen hineinstellen kann. Es kribbelt noch eine ganze Weile sehr angenehm, wenn man schon wieder ausgestiegen ist. Je entspannter man ist, desto besser zieht das Gefühl durch den Körper.

Die Klangschalen werden übrigens auf den bekleideten Körper gelegt. „Für viele Menschen ist das sicherlich angenehmer, als wenn sie sich zur Behandlung ausziehen müssen.“ Es geht dabei um tiefe Entspannung , um ein wohliges Urgefühl, um das Erreichen der sogenannten Alpha-Phase, kurz vor dem Einschlafen, sagt Krämer weiter (manche schlafen dabei sogar ein). Die ausdrücklich darauf hinweist, dass ihr Dienst an den Menschen Arzt- oder Therapeutenbesuche nicht ersetzen kann. Heilung kann nicht das Ziel sein. „Aber wenn man hier zum Beispiel Schmerzen für eine Stunde lang durch ein tiefes Wohlbefinden vergessen kann, dann ist das auch sehr wertvoll.“

Ein Teil der Schmerztherapie

Achtsamkeit lautet ein wichtiger Begriff der Klangmassage. Die Wirksamkeit beruht auf physikalischen Vorgängen, findet mittlerweile auch in der Schmerztherapie Anwendung, erzählt Iris Krämer weiter. Dabei ist der Einsatzbereich auf keine menschliche Altersgruppe beschränkt. Bettlägerige und demenzkranke ältere Menschen, denen die Klangschalen ein oft verloren gegangenes Körpergefühl zurückgeben können.

Iris Krämer will sich ein neues Betätigungsfeld erschließen mit Klangentspannung für Schwangere (ab der 14. Schwangerschaftswoche). „Auch das ungeborene Baby lässt einen wissen, welche Klänge es gerne mag.“ Besonders schöne Erfahrungen macht sie auch immer wieder mit Kindern. In einem Kindergarten in Remscheid, weiß Iris Krämer, „stehen immer Klangschalen für die Kleinen bereit. Und wenn es mal Stress und Ärger gibt, gehen viele von ihnen ganz bewusst hin und schlagen sie an.“

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