Streit

Knöllchen für Anlieger wie eine Ohrfeige

Foto: Richard Elmerhaus

Volkringhausen.   Die vor 17 Jahren eingerichtete Verkehrsberuhigte Zone im „Langeloh“ in Volkringhausen ist zum Zankapfel zwischen den Anliegern und der Stadt Balve geworden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Grund: Das Ordnungsamt verteilt Knöllchen, obwohl es die Behörde nach Meinung der Anlieger versäumt hat, die Stellflächenmarkierung zu erneuern.

„Was die Stadt Balve mit uns gemacht hat, ist vergleichbar mit einer Ohrfeige. Wir parken seit Jahren auf den Flächen, die heute leider nicht mehr zu erkennen sind, da die Markierungen in der Vergangenheit total verblasst sind“, sagt Barbara Schneider. Sie ist ebenso wie Kerstin Gerlach nicht gut auf die Stadtverwaltung und auf Bürgermeister Hubertus Mühling, selbst Volkringhauser Bürger, zu sprechen.

Wütend

Als die Politesse vor einigen Tagen drei Knöllchen wegen Falschparkens in der Spielstraße verteilt hat, waren die Anlieger nicht nur überrascht, sondern auch wütend. „Mit den Knöllchen ist seitens der Stadt Balve zu scharf geschossen worden“, klagt Barbara Schneider.

Die Stadtverwaltung sei ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen, die Markierungen zu erneuern. Da die Parkboxen nicht zweifelsfrei zu erkennen sind, ist es nach Ansicht von Barbara Schneider ein Gebot der Fairness, die Anlieger schriftlich auf den Kontrollgang der Politesse hinzuweisen. Als sich ein Autofahrer gegen das Knöllchen zur Wehr setzte, musste er zur Kenntnis nehmen, dass das Bußgeldverfahren nicht eingestellt wird.

Bürgerunfreundlich

„Die Vorgehensweise der Stadtverwaltung ist bürgerunfreundlich. Die Überwachung des Verkehrsraumes muss sein. Aber wir leben hier nicht in Dortmund und haben ein Parkhaus zur Verfügung. Wir parken unsere Autos vor der eigenen Haustür, und zwar auf den ehemals markierten Flächen, und bekommen dennoch ein Knöllchen“, sagen Kerstin Gerlach und Barbara Schneider sichtlich empört.

Empörung

Ihre Empörung wird bleiben, da Bürgermeister Hubertus Mühling den Vollzug nicht aussetzen wird. „Es gibt Situationen, die können wir nicht dulden. Dazu gehört das wilde Parken an den Wochenenden. Überdies gibt es kein Gewohnheitsrecht, auf der Straße zu parken“, betont das Stadtoberhaupt. Auch wenn er sehr genau weiß, dass im Bereich „Im Langeloh“ auf eine Straßenlänge von etwa 250 Metern nur ein Parkplatz so markiert ist, dass er als solcher zu erkennen ist.

Ortsvorsteher gibt Anliegern Rückendeckung

Anders als der Bürgermeister gibt Ortsvorsteher Hubertus Schweitzer den Anliegern Rückendeckung. Er wandte sich schriftlich an den Leiter des Ordnungsamtes, Marcus Kauke, mit der Frage: „Wo sollen die Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich regelkonform parken? Ihren Vorschlag, die Markierungen erst im Frühjahr 2018 zu erneuern, kann ich nicht akzeptieren. Sollte eine schnelle Markierung nicht machbar sein, sollte die Ordnungsbehörde von Kontrollen mit den einhergehenden Strafen verzichten.“

Weiterhin Kontrollen

Der Bürgermeister erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: „In Anbetracht der Umstände wird die Situation von uns gewürdigt. Dass ein Vierteljahr nicht kontrolliert wird, das werde ich nicht sagen“, so Hubertus Mühling. Für ihn ist die Angelegenheit in Volkringhausen mit Blick auf „Balve-Süd“ und „Am Beggenbeil“ ein „natürlicher Konflikt in Balve“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik