DEBATTE

Kritik an rekordverdächtigem Sammeln von Steinpilzen

Wärme und Nässe lassen Steinpilze sprießen.

Wärme und Nässe lassen Steinpilze sprießen.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve/Menden.WP-Leser Klaus Spanke aus Menden sieht das Sammeln großer Mengen von Pilzen kritisch.

Die WP hatte am Freitag berichtet, dass ein Balver Sammler angesichts perfekter Wachstumsbedingungen binnen fünf Tagen 50 Kilogramm Steinpilze im heimischen Forst geerntet habe.

Regenmengen überm Durchschnitt

Pilze brauchen Wärme und Nässe. Beides ist trotz des trockenen Sommers gegeben. Zuletzt lagen die Regenmengen in Balve über dem Durchschnitt. Dazu kommt, dass neben der Lufttemperatur auch die Bodentemperatur vergleichsweise hoch ist.

WP-Leser Spanke sagt, massenhaftes Sammeln von Pilzen sei eine „Ordnungswidrigkeit nach der Bundesartenschutzverordnung“. Erlaubt sei lediglich das Sammeln von Pilzen „in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf“. Spanke weiter: „Das ist der gemeinsame Nenner verschiedener bundes- und landesrechtlicher Bestimmungen.“

Zugleich räumt Spanke ein, dass Gesetze und Verordnungen „keine Gewichtsgrenze“ festlegen.

Naturschutzgebiete tabu

Fest stehe, dass darunter eine solche Menge zu verstehen sei, die pro Person pro Mahlzeit verspeist werden kann. Herausgebildet haben sich laut Spanke „Grenzen von 500 Gramm bis zu zwei Kilogramm“. Darüber hinaus bedürfe es eines Pilzsammelscheines. Die Lizenz wird von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises ausgestellt.

Nach Angaben des Greifswalder Pilz-Experten Heinz-Wilhelm Bertram schwanken die als zulässig angesehenen Mengen zwischen einem und zwei Kilogramm Pilze pro Person und Tag. Dieselben Mengen gibt die juristische Online-Seite anwalt.de an.

Kreis-Sprecher Hendrik Klein legte sich am Freitag auf Anfrage der WP nicht auf eine Höchstmenge fest. Zugleich machte er klar, dass er kundiges Pilzesammeln in heimischen Wäldern als unproblematisch ansehe. Kenner rupfen Pilze nicht mit der Wurzel heraus; sie schneiden sie oberhalb des Myzels ab.

Unstrittig ist: „Das Sammeln von Pilzen in Naturschutzgebieten und Nationalparks ist generell verboten.“

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