LEBENSGEFÄHRLICHE VERLETZUNGEN

Leveringhausen: Biker sucht Zeugen nach schwerem Unfall

Unfallopfer Tim von Thaden sucht Zeugen, die seinen schweren Motorrad-Unfall in Leveringhausen miterlebt haben. Vor Ort zeigt er die Unfallstelle und seine Fahrposition.

Unfallopfer Tim von Thaden sucht Zeugen, die seinen schweren Motorrad-Unfall in Leveringhausen miterlebt haben. Vor Ort zeigt er die Unfallstelle und seine Fahrposition.

Foto: jürgen overkott / WP

Leveringhausen/Iserlohn.  Für Tim von Thaden wird Pfingstsonntag zum schwarzen Tag. Der 34-Jährige wird abgedrängt – und schwer verletzt. Jetzt sucht er Zeugen.

Tim von Thaden ist ein besonnener Mann, gerade im Straßenverkehr. Kein Wunder, der 34-Jährige ist Fahrlehrer bei der Bundeswehr. In seiner Freizeit fährt er gern Motorrad. Bisher kam er immer sicher ans Ziel. Doch dann kam der 31. Mai. Seither ist alles anders.

Das Wetter ist perfekt an jenem Sonntag. Es ist der Nachmittag des Pfingstsonntag. Tim von Thaden fährt mit seiner Kawasaki ZRX 100 von Garbeck nach Ihmert. Der Luft ist klar, der Himmel blau, die Temperaturen sind hochsommerlich.

Eine Gruppe von Radfahrern kommt ihm entgegen. Sie fahren bergauf, jeder Tritt ist mühsam. Einen Autofahrer hinter der Gruppe nervt das. Er sitzt am Steuer eines schwarzen Fahrzeugs, vermutlich ein Polo oder ein Golf, die Scheinwerfer hatten runde Elemente, zwei Personen sitzen im Fahrzeug. Dann sieht der Fahrer seine Chance zum Überholen. Nach Tim von Thadens Einschätzung macht er dabei einen fatalen Fehler: Der Mann am Lenker achtet auf die Radler, auf das Motorrad achtet er nicht.

„Theoretisch könnte man hier 100 fahren“, weiß Tim von Thaden. Ein Tempo-Limit gibt es nämlich nicht auf der schmalen Piste, die sich kurvig bergauf-bergab über den Höhenzug schlängelt. „100 geht natürlich nicht“, sagt der erfahrende Biker, „ich war mit weniger als 50 unterwegs.“ Der Fahrlehrer demonstriert auf dem Asphalt an der Unfallstelle seine Fahrposition: „Ich bin extra am rechten Recht gefahren, mit leichter Seitenneigung. Das ist eine gefährliche Kurve: also Geschwindigkeit raus. Es hilft alles nichts, wenn einem einer auf Deiner Fahrspur entgegenkommt.“

Genau das passiert am Pfingstsonntag um 15.15 Uhr. Tim von Thaden wird abgedrängt, er bremst, kommt in eine Rille jenseits des Asphalts, stürzt, am Ende bleibt er schwer verletzt auf einer Wiese liegen. Die Milz ist schwer verletzt. Dazu kommen 13 Knochenbrüche.

Teile des Kennzeichens gemerkt

„Bei meiner Arbeit als Fahrlehrer habe ich angeeignet, aufs Kennzeichen des Fahrzeugs zu gucken, wenn ich merke, es knallt gleich.“ Einen Teil des Kennzeichen behielt Tim von Thaden trotz des schweren Unfalls in Erinnerung: „Hochsauerlandkreis, M, dann fehlt ein Buchstabe, dann kommt 18, dann kommt noch eine Zahl.“ Tim von Thaden ist mit einem Bekannten unterwegs. Doch der weiß nicht mehr als sein verletzter Kumpel: Er ist vorausgefahren.

Tim von Thaden fehlen Minuten seines Lebens. „Ich weiß noch, wie ich in den Grünstreifen gefahren bin. Danach wird es dunkel. Ich kann mich erst wieder an Momente erinnern, als die Ersthelfer kamen.“ Dazu zählt eine Radfahrerin. Ihr Mann alarmiert die Rettungskräfte per Notruf. Auch eine Ärztin stoppt. Sie ist zufällig vor Ort. Tim von Thadens Mitfahrer kehrt zurück.

Zudem muss ein Schutzengel da gewesen sein: „Gut war, dass ich nicht aufgerichtet wurde. Die Ärzte im Krankenhaus haben später vermutet, dass mir das das Leben gerettet hat.“ Warum? „Ich habe eine Milzruptur gehabt. Wenn ich aufgestanden wäre, wäre sie aufgerissen, ich wäre auf dem Weg ins Krankenhaus verblutet. Kollabiert bin ich im Krankenhaus.“ Es folgt eine Notoperation: Milz weg, Rippen sind gebrochen, das Schlüsselbein, auch Wirbelverletzungen gehören dazu. Arbeitsfähig ist der Vater eines kleinen Jungen bis heute nicht.

Tim von Thaden sucht Zeugen für den Unfall. Womöglich ist der schwarze VW von einem Motorradfahrer gefilmt worden. Der Iserlohner unterstellt dem Unfallfahrer übrigens keine böse Absicht. „Vielleicht hat er den Unfall gar nicht bemerkt“, sagt Tim von Thaden. Seine Hoffnung: „Vielleicht liest er das und meldet sich selbst.“

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