Tourismus

Mallorca-Gemaule ist Balvern völlig fremd

Balve lockt immer mehr Besucher an.

Foto: Hans Blossey

Balve lockt immer mehr Besucher an. Foto: Hans Blossey

Balve.  Während auf Mallorca in diesem Sommer kräftig gemault wurde über (zu) viele Touristen, freut sich Balve über steigende Besucherzahlen.

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Kein Wunder: Gäste von auswärts füllen nicht nur Wirten, Einzelhandel und anderen Dienstleistern die Kassen, sie schaffen auch Infrastruktur, die es ohne die Reisenden zumindest in dieser Form nicht geben würde.

Tourismusbeauftragter Jürgen Meller von der Stadtverwaltung Balve bewertet die Entwicklung grundsätzlich sehr positiv. Die Beherbergungsstatistik weist für die Monate Januar bis Juli 2017 bereits ein Plus von 19,5 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum aus. Und 2016 gilt bereits als Rekordjahr in der Tourismusstatistik.

Mit Steigerungsrate an der Spitze

„Im Märkischen Kreis liegen wir mit dieser Steigerungsrate an der Spitze“, weiß Jürgen Meller. In absoluten Zahlen teilt sich Balve den dritten Platz mit Meinerzhagen. Nur in Iserlohn und Lüdenscheid übernachten noch mehr Gäste. Aber diese beiden Städte haben sind im Gegensatz zu Balve auch Ziel vieler Geschäftsreisenden. Unter den Übernachtungsgästen in Balve sind viele Touristen und viele Menschen, die Veranstaltung in der Balver Höhle oder auch das Reitturnier Optimum in Wocklum besuchen. „An diesen Wochenenden sind wir oft ausgebucht“, sagt Jürgen Meller.

Anfragen von Besuchern werden dann gerne an Neuenrade und den Sorpesee weitergeleitet. Die Zusammenarbeit mit den benachbarten Tourismusabteilungen bewertet Meller als gut: „Das klappt super. Wir legen Prospekte für unsere Nachbarn aus und wir helfen uns gegenseitig.“

Jahresprognose

Ende des Jahres, so prognostiziert der Balver Tourismusbeauftragte, wird die Tourismusstatistik rund 45 000 registrierte Übernachtungen in Betrieben ab zehn Betten ausweisen. Übernachtungsgäste, die in kleineren Beherbergungsbetrieben oder Ferienwohnungen übernachten, werden nicht offiziell erfasst. Statistiker gehen jedoch davon aus, dass man pro regulärem Übernachtungsgast in einem Großbetrieb noch einmal 0,9 Übernachtungsgäste in kleineren Betrieben und auf Basis von Privatbesuchen dazu zählen muss.

Service für Wohnmobilisten

Weniger relevant sind in der Hönnestadt Wohnmobilisten. Stellplätze für die rollenden Unterkünfte gibt es am Haus Recke im Hönnetal und am Hallenbad. Die städtischen Stellplätze am Hallenbad sind grundsätzlich kostenlos. Strom und Wasser müssen Wohnmobilisten allerdings bezahlen. Das geht bequem am Automaten. Große Einkünfte erwirtschaftet die Stadt mit diesem Service zwar nicht, allerdings betont Jürgen Meller, dass Städte, die sich in Sachen Touristik engagieren, so etwas vorhalten müssten. Sein Urteil: „Wohnmobilstellplätze sind einfach Standard.“

Keine Probleme macht in Balve die private Zimmervermietung über Onlineportale wie Airbnb. In einigen Großstädten hingegen sieht das ganz anders aus. In Berlin ist es Privatleuten per Zweckentfremdungsgesetz verboten, ihre Wohnung ohne Genehmigung an Touristen zu vermieten. Wertvoller Wohnraum würde den Berlinern entzogen, so die Argumentation. Für Vermieter sind Touristen erheblich lukrativer als „normale“ Mieter. Die Sozialstruktur ganzer Viertel leidet allerdings unter dieser Entwicklung. Einige Berliner Bezirke wie Mitte haben sogar extra Mitarbeiter eingestellt, um die illegale Vermietung zu verfolgen.

Online fördern

Von solchen Zuständen sind die Hönnestadt und das Sauerland generell noch weit entfernt. Das Internet wird für die Tourismusbranche sogar immer wichtiger. Jürgen Meller möchte die Online-Buchbarkeit heimischer Unterkünfte weiter fördern. „Das ist gut und macht Sinn“, betont der Tourismusbeauftragte der Stadtverwaltung. „Davon müssten wir noch mehr Anbieter überzeugen. Denn es bringt ihnen Vorteile. Betriebe, die online buchbar sind, sind mit der Auslastung sehr zufrieden.“

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