Besuch im Landtag

Marco Voge: „Auflösung der AfD hat begonnen“

Marco Voge im NRW-Landtag.

Foto: Alexander Bange

Marco Voge im NRW-Landtag.

Balve/Düsseldorf.  Etwa 112 Kilometer und sehr viel Stau trennen den NRW-Landtag von Mellen.

Im Landesparlament wirkt Marco Voge seit dem 1. Juni 2017 als Abgeordneter, der 600-Einwohner-Ort Mellen ist nach wie vor seine Heimat. In dem etwa zwölf Quadratmeter großen Büro in Düsseldorf ist die Region allgegenwärtig: ein Mammut, die Balver Höhle im Großformat, dazu Stadtwappen aus dem Märkischen Kreis. Marco Voge ist tätig im Haushalts- und Finanzausschuss, im Sportausschuss (auch zuständig für das Thema Ehrenamt), im Vorstand des Parlamentskreises Mittelstand und als Beauftragter der CDU-Fraktion für die Evangelischen Landeskirchen. Unsere Zeitung hat Marco Voge in Düsseldorf besucht.

Sie kennen den NRW-Landtag als ehemaliger Leiter des Büros des Landtags-Abgeordneten Thorsten Schick bestens. Hat Ihnen das in den ersten Arbeitswochen geholfen?

Marco Voge: „Auf jeden Fall. Angefangen von der Computerausstattung über Abläufe bis hin zu den vielfältigen Themen war mir alles sehr vertraut. Aber auch mein ehrenamtliches Engagement innerhalb der CDU hat dazu beigetragen, dass ich Kolleginnen und Kollegen teilweise schon seit Jahren kenne.“

Wie sieht eine Woche des Landtags-Abgeordneten Marco Voge aus? Wie oft geht es nach Düsseldorf?

„Ganz unterschiedlich – von ganzen Wochen in Düsseldorf bis hin zu nur einer Sitzung in der Woche. Aber das kommt eher selten vor. Die Regel sind zwei oder drei Tage. Wenn ich nicht in Düsseldorf bin, dann bin ich viel im Wahlkreis unterwegs. Darüber hinaus möchte ich die Aufgaben als Mitglied des Rates der Stadt Balve und des Kreistags des Märkischen Kreises und mein Amt als Ortsvorsteher nicht vernachlässigen. Hin und wieder gibt es jedoch Terminkollisionen.“

Im NRW-Landtag sitzen AfD-Abgeordnete. Fallen sie unangenehm in politischen Debatten auf?

„Verallgemeinern kann man es sicher nicht. Aber ja, es gab schon im Plenarsaal und in den Ausschüssen Momente, wo dies zutrifft.“

Wird die AfD auch in vier Jahren im NRW-Landtag sitzen?

„Schwere Frage. Es hängt ein stückweit davon ab, inwieweit die Entwicklung weitergeht. Die Auflösung hat ja schon begonnen. Von den 16 Abgeordneten zu Beginn sind nur noch 13 verblieben. Drei haben sich von der Fraktion abgewendet.“

„Ackern für die Region“ lautete Ihr Wahlkampf-Slogan. Wie kann sich Marco Voge für Balve einbringen?

„Auf sehr vielfältige Art und Weise. Zum Beispiel für Fördergelder für die Infrastruktur auf der Reitanlage in Wocklum – etwa 60 000 Euro – oder für die Balver Höhle. Hierzu hatte ich ein Gespräch geführt und den Vorsitzenden der NRW-Stiftung, Eckhard Uhlenberg, nach Balve eingeladen. Aber vor allem auch durch viele Gespräche, die ich vor Ort führe. Unabhängig von der parteipolitischen Orientierung ist es sicher von Vorteil, wenn ein Abgeordneter aus Balve kommt, weil man in seiner Heimatstadt die Strukturen am besten kennt. In gleicher Weise setzte ich mich aber auch für die anderen Städte im Wahlkreis ein.“

Die Landstraße in L.A. ist in einem schlechten Zustand. Wann greift Straßen.NRW endlich ein?

„Hoffentlich bald. Wir stellen mehr Geld für die Erhaltung und den Ausbau von Landesstraßen bereit. Wir geben 38,35 Millionen Euro zusätzlich in die Kasse, um Landesstraßen erhalten und neu bauen zu können – bis 2021 soll die Summe auf 257 Millionen Euro anwachsen. Zudem soll mehr Personal beim Landesbetrieb eingestellt werden. Das sind gute Voraussetzungen, dass sich bei dem Thema etwas tut. Ich habe das Ministerium angeschrieben.“

Wie kann sich Marco Voge für die Schulen in Balve einbringen?

„Zunächst einmal Ansprechpartner sein. Darüber hinaus habe ich zunächst alle weiterführenden Schulen in den fünf Städten meines Wahlkreises angeschrieben. Dort werde ich mit den Schulleitungen sprechen und auch mit Schülern diskutieren. Und wenn mich Klassen in Düsseldorf besuchen möchten, freue ich mich sehr darüber.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik