Kultur

Museum soll neuen Namen erhalten

Museum für Vor- und Frühgeschichte in Wocklum

Museum für Vor- und Frühgeschichte in Wocklum

Foto: Alexander Bange

Balve.   Museum für Vor- und Frühgeschichte: Ein endlos langer Name. Ein Schwachpunkt. Hat Karin Braukhaus-Becker erkannt.

Die Gründerin der Werbeagentur „plakart“ hat sich selbstständig gemacht. Ihre Agentur hat der Stadt Balve eine kostenfreie Begehrlichkeitsstudie erarbeitet. Thema: Wie kann das Museum, das im Mai 2006 an der Luisenhütte im ehemaligen Wocklumer Stabhammer wiedereröffnet wurde, für Besucher noch attraktiver werden?

Besucherzahlen steigen

Die Besucherzahlen steigen, sagt Michael Bathe von der Stadt Balve. Von 4860 in 2015 auf 6515 im Folgejahr. Ende August dieses Jahres waren es etwa 4300 Menschen, die sich an der ältesten erhaltenen Hochofenanlage Deutschlands und am Museum für Vor- und Frühgeschichte aufgehalten haben. Die Saison endet im Oktober. Noch Luft nach oben. Aber wie?

Kurz und knackig

Karin Braukhaus-Becker empfiehlt einen neuen Namen für das Museum. Kurz, knackig, einprägend. „Es muss schnell nach Außen klar sein, was dort geschieht“, sagt die Expertin im Ausschuss „Schule, Kultur, Soziales, Sport“ über einen Slogan. Überhaupt müsse viel mehr Aufmerksamkeit erlangt werden, etwa über neue Schilder, eine eigene Internetseite oder die sozialen Medien. Mehr Auffallen in der Öffentlichkeit, und mehr die Öffentlichkeit suchen, rät Braukhaus-Becker.

Guerilla-Marketing

Außerdem: Ziele und Zielgruppen definieren, neue Netzwerke (Kindergärten, Schulen und Hochschulen) knüpfen, eine Kernbotschaft erarbeiten, „die Marke Museum aufpeppen“. Braukhaus-Becker spricht von „Guerilla-Marketing“ – ungewöhnliche Vermarktungsaktionen also, die mit geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung versprechen. „Es gibt aber kein Ideen-, sondern ein Umsetzungsproblem in Balve.“

Städtische Aktionen

Bekannter werden, Besucherzahlen steigen: Seit 2006 habe sich in dieser Hinsicht und in Kooperation mit dem Märkischen Kreis schon viel rund um die Luisenhütte getan. Neben der Saisoneröffnung, „Luise heizt ein“ und dem Kinder-Halloween habe die Stadt auch eigene Aktionen auf die Beine gestellt, sagt Michael Bathe, und nennt den Motorrad-Gottesdienst oder das „Weiße Picknick“ als Beispiele. Bathe: „Das ist ein wirklich schönes Eck von Balve.“

Kindergeburtstage

Deshalb sind weitere Investitionen geplant: Der renovierte Workshop-Keller am Museum soll im kommenden Jahr vermehrt für Kindergeburtstage vermietet werden. Das ehemalige Lager einer Schreinerei ist rustikal eingerichtet. Nun soll auch der alte Turbinenraum eine Etage tiefer restauriert werden, so der Wunsch von Museumsleiterin Ulrike Knips. Der Raum mit der alten Turbine aus den 30er Jahren soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Kinder sollen hier experimentieren können, eine Wasserstraße angelegt werden. „Stromerzeugung wird eine Nummer zu groß für uns sein“, sagt Michael Bathe von der Stadt Balve. Für die Restaurierung des Turbinenraums sollen – in drei oder vier Jahren – Fördergelder beantragt und Sponsorengelder gewonnen werden.

Entwicklungskonzept

Parteienübergreifend war man sich im Ausschuss einig, dass die Verwaltung ein Vermarktungs- und Entwicklungskonzept für das Museum in Wocklum erarbeiten soll.

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