Neues Geschäft

Orientalischer Händler kommt aus dem Irak ins Herz von Balve

Der Händler zeigt das Ladenlokal an der Alten Hospitalgasse.

Der Händler zeigt das Ladenlokal an der Alten Hospitalgasse.

Foto: Sven Paul

Balve.  Firas Alobaidi eröffnet in der Alten Hospitalgasse ein orientalisches Geschäft. Der 45-Jährige aus dem Irak schildert eine dramatische Geschichte.

Als Journalist sei er in seinem Heimatland Irak von der Regierung verfolgt worden. Nach einer Odyssee über Griechenland und Schweden sei der dann vor knapp dreieinhalb Jahren mit Frau und Kindern nach Deutschland gekommen, sagt Firas Alobaidi. Er konnte nicht anders. Die Schweden forderten die Familie nach einem Jahr in Skandinavien auf, in das Land zurückzukehren, in dem er zuerst europäischen Boden betreten hatte. „Das bedeutete für uns, dass wir wieder nach Deutschland zurückkehren mussten.“ Jetzt eröffnet der 45-Jährige in Balve einen Laden.

Er wolle hier dem deutschen Staat nicht finanziell auf der Tasche liegen. Alobaidi verkauft jetzt Lebensmittel aus „1000 und einer Nacht“ in der Alten Hospitalgasse in Balve. Freundlich grüßt der gebürtige Bagdader aus seinem kleinen Reich in der Hospitalgasse. Er präsentiert frisches Gemüse, Geflügel und allerhand orientalische Gewürze und Lebensmittel, die er akkurat einsortiert hat. „Früher mussten Muslime und Liebhaber der orientalischen Küche immer nach Menden fahren, um diese Produkte zu kaufen“ erzählt er.

Islamische Gemeinde bestärkt ihn in Geschäftsidee

„Viele Mitglieder der islamischen Gemeinde stärkten mich bei meiner Idee, in Balve einen Laden zu eröffnen und kaufen auch bei mir ein. Aber nicht nur Muslime kaufen bei mir, viele Balver waren bereits bei mir im Laden“, sagt er stolz. „Ich möchte in Deutschland mein eigenes Geld verdienen und nicht den Staat belasten.“ Das sei ein Hauptgrund gewesen.

Alobaidi schildert eine dramatische Geschichte: 2015 sei er aus seinem Heimatland Irak geflüchtet, nachdem er dort als Journalist vom Militär und der Regierung sogar mit dem Tode bedroht worden sei. Über Griechenland sei es für einen Tag nach Deutschland und anschließend für ein Jahr nach Schweden gegangen. Für den Bagdader tragen die Amerikaner Schuld an den Zuständen im Irak. Die US-Army stürzte mit militärischen Mitteln die Regierung von Diktator Saddam Hussein. Ein großes Haus mit viel Garten habe er früher in Bagdad besessen, sagt der Familienvater. Mit ihm sind seine Frau und drei Kinder geflüchtet. In Deutschland gefällt ihm besonders gut, dass man dort seine freie Meinung haben darf, ohne dafür mit dem Tod bedroht zu werden.

In der Heimat Batterien und Batterieflüssigkeiten gehandelt

Im Verkauf habe er in seiner Heimat ohnehin schon einmal nach seiner journalistischen Tätigkeit gearbeitet. Er sei im Handel für Batterien und Batterieflüssigkeiten tätig gewesen. In Deutschland habe er jüngst in Duisburg eine kurze Ausbildung für den Verkauf und vor allem mit dem Umgang der Kasse gemacht. Ein Freund habe ihm das vermittelt.

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