BALVE

Pape, Stadt und Arbeitsagentur fördern Fachkräfte von morgen

Links nach rechts: Ina Pape-Nowak, Matheos Kollias (vom Autohaus), Armen Melikjanyan (startet demnächst eine Ausbildung), Nick Henneboele, Jonas Schwanebeck (beides Azubis), Sandra Pawlas, Gudrun Schmitz-Raphael (beide Arbeitsagentur), Bürgermeister Hubertus Mühling, Helmut Unnasch (als Berufsberaterd er Arbeitsagentur für Balve zuständig)

Links nach rechts: Ina Pape-Nowak, Matheos Kollias (vom Autohaus), Armen Melikjanyan (startet demnächst eine Ausbildung), Nick Henneboele, Jonas Schwanebeck (beides Azubis), Sandra Pawlas, Gudrun Schmitz-Raphael (beide Arbeitsagentur), Bürgermeister Hubertus Mühling, Helmut Unnasch (als Berufsberaterd er Arbeitsagentur für Balve zuständig)

Foto: Alexander Lück

Balve.   Der Balver Ausbildungstag wirft ein Schlaglicht auf den Markt. Firmen wie Pape, Stadt und Arbeitsagentur kämpfen für die Fachkräfte von morgen.

Die „Woche der Ausbildung“ im Kreisgebiet machte am Mittwoch Station in Balve, genauer im Autohaus Pape an der Hönnetalstraße. Die beruflichen Werdegänge der aktuellen wie zukünftigen Auszubildenden standen dabei ebenso im Blickpunkt wie die allgemeine Situation in der Kfz-Branche.

Iserlohns Arbeitsagentur-Chefin Sandra Pawlas war da, und die örtliche Ansprechpartnerin Gudrun Schmitz-Raphael. Das Handwerk tut sich schwer damit, Auszubildende zu finden. Im kaufmännischen Bereiche sehe es noch um einiges besser aus, hieß es.

Beim Gastgeber des Balver Ausbildungstages werden beide Richtungen angeboten, wie Ina Pape-Nowak erklärte. Einerseits Kfz-Mechatroniker, andererseits Automobilkaufmann. Bei jungen Leuten, die sich für Zahlen interessieren, hat Pape-Nowak beobachtet: „Wenn ich die Frage, was sie an dem Beruf interessiert, sagen die meisten: ,Ich will Autos verkaufen.’“ Dabei ist das nur ein kleiner Teil des Aufgabenfeldes und kommt in der Ausbildung erst zum Ende hin dran.“ Vielmehr muss man als kaufmännischer Azubi auch in die Werkstatt oder den Service. Aus Pape-Nowaks Sicht ein Pluspunkt: „Diese Ausbildung ist ganz breit angelegt.“

Der Jüngste

Zwei Azubis aus diesem Bereich hatte die Juniorchefin des Autohauses zum Gespräch mitgebracht. Der 18-jährige Jonas Schwanebeck aus Menden ist im zweiten Lehrjahr. „Ich schätze sehr die familiäre Atmosphäre im Betrieb“, erzählte er. Da er schon in jungen Jahren in einen Beruf wollte und nicht bis zum Abitur an der Schule bleiben, war er nach dem Einstieg in die Ausbildung an der Berufsschule zunächst mit Abstand der Jüngste. „Da habe ich mich am Anfang mit dem Lernstoff doch schwer getan“, gesteht er offen. Über das Bildungszentrum des Handwerks bekommt er dort Nachhilfe, wo es nötig ist. Zudem scheut er sich im Betrieb nie, Fragen zu stellen. „Die Atmosphäre ist aber auch so, dass man sich das traut“, sagt Schwanebeck.

Der Zielstrebige

Nick Henneboele wusste schon mit vier Jahren: „Ich möchte mal ‘was mit Autos machen.“ Seinerzeit hatte sich sein Papa nämlich ein neues, sportliches Gefährt zugelegt. Der Filius war hin und weg. Henneboele wird seine Ausbildung bei Pape im Sommer beenden und dem Unternehmen dann wahrscheinlich auch treu bleiben.

Der Einsteiger

Armen Melikjanyan kam vor zwei Jahren aus Armenien nach Deutschland. Er jobbte in seiner neuen Heimat Iserlohn zunächst als Pizzafahrer, hatte aber auch das Ziel einer richtigen Ausbildung vor Augen. Seine Weg zu Pape führte dann über die Einstiegsqualifikation der Arbeitsagentur. Weil diese alle Kosten trägt, ist das durchaus ein attraktives Angebot für Firmen. Zum 1. August startet Melikjanyan eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker. Er sei schnell im Kopf, habe eine tolle Arbeitsmoral, sagt Pape-Mitarbeiter Matheos Kollias.

Das Modell der Einstiegsqualifikation biete, da herrschte Einigkeit, gute Chance für beide Seiten. Etwa sei ein Berufseinstieg möglich, ohne sofort großen Druck durch Prüfungen und schulische Leistungen in der Berufsschule zu haben. Schließlich will die Sprache erst gut gelernt sein. „Anders drohen sofort zu Beginn der Laufbahn an der Berufsschule Misserfolgserlebnisse“, sagt Sandra Pawlas.

Die Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für einen normalen Einstieg? Ina Pape-Nowak: „Die Noten müssen im Großen und Ganzen schon stimmen.“ Ina Pape-Nowak weiter: „Ich schaue aber auch auf unentschuldigte Fehlstunden, die zur Motivation sicher einiges aussagen. Eine gewisse Affinität ist natürlich Grundvoraussetzung.“ Auch der persönliche Eindruck sei wichtig.

Der Nahverkehr

Was im ländlichen Balver Raum alle Ausbildungsbetriebe beschäftigt, brachte Bürgermeister Hubertus Mühling auf den Tisch: Der öffentliche Nahverkehr macht es Balver Azubis ohne Führerschein schwer, zur Berufsschule in Iserlohn zu kommen. Balves Stadtoberhaupt wünscht sich eine Verbindung nach Iserlohn über Hemer. Aktuell geht’s nur über Menden.

>> INFO

Bei einer Ausbildung im Autohaus Pape lernen Lehrlinge in aller Regel alle drei Standorte (Balve, Iserlohn, Letmathe) kennen. In Balve sind insgesamt 13 Personen beschäftigt.

Für 2020 gibt es Chancen. Infos: „i.pape@autohaus-pape.com“.


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