BALVE

„Partei“ gründet Ortsverband: wenig Politik, viel Klamauk

Der „Partei“-Vorstand mit Benjamin Preuß (links), der die Gründung des Ortsverbandes ins Rollen brachte 

Der „Partei“-Vorstand mit Benjamin Preuß (links), der die Gründung des Ortsverbandes ins Rollen brachte 

Foto: WP

Balve.  Die Kommunalwahl 2020 wird bunter. Jetzt hat die „Partei“ den Ortsverband Balve gegründet. Ein Abend zwischen Politik und Klamauk.

Das ist historisch für die Politik in Balve. Seit Freitagabend gibt es ganz offiziell eine neue Partei in der Hönnestadt: „Die Partei“. Sie hat nun einen Vorstand und erste Ideen für ein Aktionsprogramm. Außerdem verspürt sie weiter guten Zulauf.

Im Rahmen der Gründungsversammlung am Freitagabend in der Gaststätte „Ballova“ werden weiter Mitgliedsanträge ausgefüllt. Letzter Stand: 22. Tendenz steigend. Die haben noch einige Interessen an der Hand, berichten manche der Mitstreiter. Gut 15 Leute haben sich hier versammelt, junger Männer von Anfang 20 bis Mitte 30 in der Mehrzahl. Es geht lustig und zwanglos zur Sache, nur wenige Meter entfernt läuten die ganz normalen Kneipengespräche das Wochenende ein. Andere Besucher fiebern am Bildschirm mit, wie die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die Niederlande antritt.

Verlieren kommt für „Die Partei“ übrigens nicht in Frage. In der Gaststätte macht sie Politik, gründet offiziell den Ortsverband Balve. Mit all den Formalien, die nun mal auch für eine Satirepartei dazu gehören. Etwa die Wahl eines Vorstandes. Das alles geschieht in großer Einmütigkeit der stimmberechtigten Teilnehmer.

Kandidaten im Vorfeld schon bekannt

Teilweise waren die Kandidaten schon im Vorfeld bekannt. Philipp Spies ist nun der Kassenwart, Sebastian Hillebrand der Pressesprecher. Wenzel Klein stellt sich als zweiter Vorsitzender zur Verfügung. Bis zur Wahl eines Vorsitzendes soll es dann noch einige Zeit dauern. Nicht weil hier Unstimmigkeit bestehen würde. Willi Potthoff hatte seine Bereitschaft ebenfalls schon durchklingen lassen. Aber er hat Spätschicht am Freitagabend. Eilt aber von der Arbeit direkt zur Gründungsversammlung von der „Partei“. Und bekommt dann auch das Votum aus der Mitgliederschar.

Eingeladen hat Benjamin Preuß, der auch vor einigen Monaten die Initiative zu der Neugründung in der Hönnestadt gegeben hat. Aus beruflichen Gründen wollte er nicht für ein Vorstandsamt kandidieren, knüpft aber die Fäden zur Bundespartei. So lange Willi Potthoff noch nicht da sein kann, führt Preuß durch den Abend.

Die Frage der Mitgliedsbeiträge ist noch offen

Eine Idee für eine erste Veranstaltung bringt er auch gleich ein: es gibt einen Film, eine (Pseudo-)Dokumentation über „Die Partei“. Und den könne man sich ja gemeinsam mal anschauen. Ob nun im kleinen Kreis der Mitglieder oder als öffentliche Veranstaltung. Preuß sagt, ganz dem Slogan der Vereinigung verpflichtet: „Ich habe diesen Film schon gesehen. Er ist sehr gut.“ Weitere Vorschläge: auf dem Balver Weihnachtsmarkt in der Adventszeit (und vielleicht auch auf dem Garbecker) Präsenz zeigen, Getränke verkaufen, um die Parteikasse zu füllen. Deshalb wird auch über Mitgliedsbeiträge beraten, die man aber lieber etwas freundlicher (und freiwilliger) benennen möchte.

Wünscht Euch was!

Im Rahmen von öffentlichen Festen könnte man zum Beispiel die Bürger auch befragen, was sie sich für Balve wünschen. Oder was sie so gar nicht haben wollen. Ganz wichtig: Eine Präsenz in den sozialen Medien möchte man in nächster Zeit aufbauen. Luftballons mit dem Parteilogo sind jedenfalls am Freitag auch schon vorhanden. Es wird viel gelacht, und auch manch schräge „Partei“-Aktion in Deutschland erwähnt, zum Beispiel eine an Autofahrer gerichtete: „Du hupst, ,Die Partei’ trinkt“. „Das ist eine direkte Umsetzung des Wählerwillens“ erklärt Benjamin Preuß ganz im Stil der Satirepartei. Sagt später aber auch mit ein klein wenig seriöser: „Ernste Theme witzig und kreativ zu verpacken und rüberzubringen, wie es ,Die Partei’ in Deutschland, aber auch bei der EU macht, das finde ich gut.“

100 Prozent plus X

Wie es nun weitergeht: schon bald soll es eine weitere Versammlung geben. Über den genauen Termin wird noch beraten. Im kommenden Jahr steht schließlich eine Kommunalwahl an. Dieses Mal dann also zum ersten Mal mit Beteiligung der „Partei“ in Balve. „Wer würde denn den Bürgermeister machen?“, fragt deshalb am Freitagabend jemand in die Runde. Später wird auch die Idee ins Spiel gebracht, einen Hund als kandidieren zu lassen. Ob auch ein Vierbeiner antreten könnte, muss aber erst noch rechtlich überprüft werden. Das Wahlziel an der Urne aber formuliert man schon ganz selbstbewusst: „100 Prozent plus X.“

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