Schützenhochamt

Pfarrer Andreas Schulte dankt der Balver Bruderschaft

Schützenhochamt in der Pfarrkirche St. Blasius.

Foto: Richard Elmerhaus

Schützenhochamt in der Pfarrkirche St. Blasius. Foto: Richard Elmerhaus

Balve.   Hätte Pfarrer Andreas Schulte einen Schützenhut getragen, er hätte ihn gezogen.

„Alle Achtung“, sagt er im Hochamt in der Pfarrkirche St. Blasius, in der selbst die zugestellten Stühle nicht für alle Gläubigen reichen. Manche stehen.

Schulte meint mit der Aussage die Balver Schützenbrüder. Denn das während eines Schützenfestes zwei Gottesdienste gefeiert würden, sei „Alleinstellungsmerkmal im Pastoralverbund Balve-Hönnetal“. Das Hochfest selbst sei Gelegenheit zum Feiern, zur Geselligkeit, eine Atempause der Seele. „Ebenso wie der Gottesdienst.“

König repräsentiert die Bruderschaft

Sinn und Zweck des Schützenfestes, so Pfarrer Schulte in seiner Predigt, sei es unter anderem, einen neuen König zu ermitteln. „Es geht nicht darum, dass einer gefunden wird, der die Zeche bezahlt. Sondern, dass durch den König die Bruderschaft in der Öffentlichkeit repräsentiert wird.“ Für immer mehr Schützenbrüder scheine das eine Hürde zu sein, für andere sei das nach wie vor eine Ehre.

Orden spiegeln Zeitgeschichte wider

Pfarrer Andreas Schulte hat ganz genau die Königskette unter die Lupe genommen. „Die Orden spiegeln Zeitgeschichte wider“, sagt er. Die Kette erinnere ihn an einen Stammbaum. „Beim näheren Betrachten der einzelnen Plaketten wird deutlich, dass hier in einzigartiger Weise dokumentiert ist, was den jeweiligen Regenten persönlich wichtig war.“ 1905 ist der Spruch eingraviert „Beschau das Ziel, frag nicht viel“, 1920 ein Schütze mit Pfeil und Bogen.

Auch religiöse Symbole

Auch religiöse Symbole seien zu finden, etwa der Pelikan auf einer Münze (1663) oder der Heilige Hubertus als Namenspatron des damaligen Königs (1935) – eine Waage, die für Gerechtigkeit steht, oder Papst Johannes Paul II im Jahr einer Deutschlandreise. Auf den Orden seien auch persönliche Gravuren und Hinweise auf den Wohnort: die Höhle, ein Mammut, das Stadtwappen oder die Pfarrkirche St. Blasius. Ebenso wie Anspielungen zu Interessen und Freizeitaktivitäten – ein Stammtisch, Fußball, Kegel oder Tennisschläger. Auch besondere Ereignisse seien berücksichtigt worden: 1969 die Landung auf dem Mond oder 1962 der Hinweis auf 50 Jahre Kolpingsfamilie.

Eine Medaille gebe es in Form eines Kekses – ein Hinweis auf den neuen Brudermeister der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve, Christoph Rapp, der unter dem Spitznamen „Keksi“ bekannt ist.

Dienst der Gemeinschaft

„Wer die Königskette trägt“, sagt Pfarrer Andreas Schulte, „der stellt sich in den Dienst der Gemeinschaft. Ähnlich wie eine Kirchengemeinde ist die Bruderschaft auf diese Gemeinschaft angewiesen.“ Sehr viele Schützenbrüder würden Zeit und Fähigkeit einbringen, um das Leben der Bruderschaft zu gestalten. „Sie sind mit Elan und Herzblut bei der Sache, auch wenn sie manchmal Kritik ausgesetzt sind. Dafür ganz, ganz herzlichen Dank.“ Applaus in Balver Pfarrkirche.

Gott geht es um den Menschen

Welche Eigenschaften hat Jesus Christus als König? „Er kümmert sich um die Menschen. Er sucht die Verwirrten und Verlorenen, er kräftigt die Schwachen, sorgt für Gerechtigkeit. In Jesu Handeln ist Gottes Reich mitten unter uns“, sagt Pfarrer Andreas Schulte. „Und Gott geht es nie um die eigene Macht, sondern immer um den Menschen.“

Authentisch gelebt

Jesus habe authentisch gelebt: Statt im Schloss in einem Stall geboren, statt in einer Herrscherfamilie bei armen Zimmerleuten aufgewachsen. Pfarrer Andreas Schulte: „Unsere Teilhabe am Königtum Jesu verwirklicht sich, in dem wir tagtäglich unsere Augen, Ohren und unser Herz offen halten für auf Hilfe angewiesene Menschen.“

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