Neujahrsempfang

Pfarrer liefert Steilvorlage für Mühling und Gemke

Foto: Marcus Bottin

Balve.   Solche Steilvorlagen lassen sich Öffentlichkeitsprofis wie Hubertus Mühling und Thomas Gemke nicht entgehen.

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Der Balver Neujahrsempfang im katholischen Jugendheim war auch deshalb eine äußerst unterhaltsame Veranstaltung, weil Pfarrer Andreas Schulte in seiner Eröffnungsrede das Thema Kinderkriegen direkt mit der Person des Bürgermeisters verknüpfte. Als das Balver Stadtoberhaupt wenig später ans Mikro durfte, hatte Mühling eine passende Antwort parat. Und auch Landrat Gemke griff das Thema anschließend gerne auf.

130 Gäste

Doch der Reihe nach: Im mit rund 130 Gästen gut gefüllten katholischen Jugendheim sprach Pfarrer Schulte über seine Gedanken zum neuen Jahr. Er fände es merkwürdig, dass Menschen sich immer wieder die Frage stellen, was sie im neuen Jahr wohl erwarte. Denn nach menschlichem Ermessen seien kaum wesentliche Veränderungen im Leben der Menschen zu erwarten – zumindest, was die Rahmenbedingungen betreffe. „Es werden weiter Kinder geboren“, führte Pfarrer Schulte aus. „Und ich hörte schon, dass der Bürgermeister wieder die 100 angehen möchte, obwohl er selber nichts dazu beiträgt.“

Nebensatz

Dieser kleine Nebensatz sollte nicht unkommentiert bleiben. Dass der Vorsitzende des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal noch sagte, dass Menschen auf Zukunft angelegt seien und nicht stehenbleiben wollen, fand weniger große Aufmerksamkeit. Umso wichtiger war seine Zusage: „Gott wird dieses Jahr 2018 mit uns sein.“

Wichtige Aufgaben

Für die evangelische Pfarrerin Antje Kastens war es der erste Neujahrsempfang. „Ich bin gerne Pfarrerin“, bekannte sie. „Christus zu kennen, ist das Beste, was einem Menschen passieren kann. Und Christen tun einer Stadt gut. Ich liebe diese Stadt schon. Ich merke das.“ Dass der Start nicht völlig problemlos verlaufen sei, ließ Antje Kastens nicht unerwähnt: „Ich habe mich natürlich auch schon einmal verfahren und hing auch schon im Schnee fest. Aber es ist alles gut. Ich habe immer wieder Hilfe gefunden. Christen stehen zueinander.“ Für das spannende und vielleicht auch heikle Jahr 2018 habe sie sich gefragt: „Welchen Auftrag haben wir?“ Die Antwort kleidete die neue evangelische Pfarrerin in Worte, die nicht alltäglich sind: „Wir sind Botschafter, Seelenkistenschieber, Leitplankenaufrichter, Tränentrockner, auch Straßenfeger und natürlich Feuerlöscher.“

Veränderungen

Michael Lehnert von der Christusgemeinde Balve lud seine Zuhörer ein, sich auch im Jahr nach dem Reformationsjubiläum auf die Suche nach Veränderungen zu machen. Allerdings in einer anderen Richtung, als viele zunächst annehmen. Veränderungen müssten nicht daraus bestehen, Neues zu machen. Er empfahl den Blick zurück, um etwas Altes wieder zu entdecken und zum Ursprünglichen zurückzukehren. Eine Erneuerung des Denkens bleibe notwendig, sagte Michael Lehnert. Wie das konkret geschehen könne? „Einfach öfter mal die Bibel aufschlagen und lesen.“

Folgen des Stromausfalls

Als fünfter Redner freute sich Bürgermeister Hubertus Mühling, im weltlichen Teil des Empfangs angelangt zu ein. Pfarrer Schulte, der aus berufenem Munde etwas zu den Kinderzahlen gesagt habe, wolle er mitteilen: „Ich habe drei Kinder, und die 100er-Marke ist 2017 geknackt. Das mag vielleicht an dem einen oder anderen Stromausfall gelegen haben, den wir natürlich produziert haben, um die Sache zu befeuern, aber das ist eine sehr gute und schöne Zahl und eine Steigerung für Balve, die dazu beiträgt, unsere Kindergärten und Schulen ein Stück weit sicherer machen.“

100 Geburten

Zu diesem Thema hatte Landrat Thomas Gemke einen Kommentar parat. Er gab zu, dass auch er sich manchmal sorge. Weil es aber nicht gut sei, sich nur Sorgen zu machen, hätte er noch einen kleinen Praxistipp parat: „Wenn der Bürgermeister im nächsten Jahr wieder hier stehen soll, um zu verkünden, wir haben in Balve 100 Geburten, dann ermahne ich alle, die daran mitwirken: die Arbeit muss bis Ende März getan ein.“

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