Kultur

Poetry Slam zwischen Balver Bücherregalen

Mal lustig und schräg, mal nachdenklich, vor allem aber immer unterhaltsam: Luise Wolff (links) und Antonia Mertens beim Poetry Slam

Mal lustig und schräg, mal nachdenklich, vor allem aber immer unterhaltsam: Luise Wolff (links) und Antonia Mertens beim Poetry Slam

Foto: Alexander Lück

Balve.   Von Mangazeichnungen und dem gesprochenen Wort: Bücherei platzt bei „Nacht der Bibliotheken“ aus allen Nähten. Bis in die Nacht wird geklönt

Das Wetter war genau richtig, um sich mit einem guten Buch in eine gemütliche Ecke zu verkrümeln. Oder Gleiches mit ganz vielen Menschen und einem bunten Programm. Deshalb platzte die Balver Bücherei am Freitagabend auch aus allen Nähten.

Als die „Nacht der Bibliotheken“ ihre Pforten öffnete, regnete es mehr als nur Bindfäden. Beste Voraussetzungen also, um es sich drinnen richtig schön kuschelig zu machen. Das Programm für den Abend, der streng genommen schon am Nachmittag begonnen hatte, war bunt und abwechslungsreich und zeigte, welche Kunstformen man aus Büchern holen kann: ob tolle Zeichnungen oder gesprochenes Wort. Und dazu auch „Fachfremdes“ besonders für die jüngeren Besucher, wie das Basteln farbenfroher Frühlingsboten oder das Einstudieren von Jazz- und Hip Hop-Tänzen.

Stimmungsvoller Höhepunkt

„Gedichte? Ob das klappt?“, so gab Büchereileiterin Steffie Friske zu, habe sie zunächst ein wenig gezweifelt, als es um die Planung eines anderen Programmpunktes für diesen Abend ging. Glücklicherweise ließ sie sich überzeugen. Der Poetry Slam auf der kleinen Bühne zwischen den Bücherregalen war zweifellos ein stimmungsvoller Höhepunkt der Veranstaltung. Natürlich dank der beiden Protagonistinnen auf der Bühne: Die Balverin Antonia Mertens ist, wie auch ihre Mitstreiterin Luise Wolff, öfter in der Umgebung auf Poetry-Slam-Wettbewerben unterwegs und dort auch schon preisgekrönt. Mit ihren selbst geschriebenen Texten warfen sie sich gegenseitig die Bälle zu: mal lustig und schräg, mal nachdenklich, vor allem aber immer unterhaltsam. Am Ende war nicht nur Steffie Friske restlos begeistert. „Ihr habt uns alle total mitgerissen“, lobte sie die beiden jungen Damen.

Eine ganz andere, aber kein bisschen weniger faszinierende Atmosphäre herrschte im Obergeschoss der Bücherei. „Wir sind eher ruhig, drücken uns durch unsere Zeichnungen aus“, versuchte sich Laura Gerlach aus Volkringhausen an einer Charakterisierung der Mangaszene. Die Studentin (unter anderem Japanisch) hatte zu einem Manga-Schnupperworkshop eingeladen. Dabei machte mancher seine ersten Gehversuche mit den bunten Stiften und bunten Figuren. Oder aber kam vorbei, so wie Charlotte Willmes, weil sie schon öfter bei Laura Kurse besucht hat. „Eigentlich zeichne ich jeden Tag“, berichtete die Schülerin.

Letzter offizieller Programmpunkt war dann die Aufführung von „Der Kredit“ des Mendener Amateurtheaters. Zu Ende war die „Nacht der Bibliotheken“, ganz dem Namen entsprechend, damit aber noch lange nicht, wie Steffie Friske einen Tag später berichtete. Es wurde wirklich bis in die Nacht hinein geklönt, geschmökert und diese ganz besondere Atmosphäre genossen. „Ich bin nicht nur zufrieden, sondern überwältigt von der Resonanz“, strahlte Friske. Auch sei das eine schöne Gelegenheit, neues Publikum in die Bücherei zu locken.

Einen Dank an die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen, die diesen Tag ermöglicht hatten, wollte sie auch noch loswerden. Und stellte abschließend fest, mit Blick auf das begeistert angenommene Programm: „Jetzt liegt die Latte für die nächste Nacht 2021 ganz schön hoch.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben