KRIMINALITÄT

Polizei: Balver Ehepaar trickst Schwindel-Anruferin aus

Sparkasse und Kreispolizei arbeiten zusammen, um Verbrauchern im Kampf gegen Trickbetrüger zu helfen. Tomislav Majic (Sparkasse, links) und Thomas Groß-Hohnacker (Polizei) präsentieren eine lesefreundliche Broschüre.

Sparkasse und Kreispolizei arbeiten zusammen, um Verbrauchern im Kampf gegen Trickbetrüger zu helfen. Tomislav Majic (Sparkasse, links) und Thomas Groß-Hohnacker (Polizei) präsentieren eine lesefreundliche Broschüre.

Foto: jürgen overkott / WP

Balve.  Enkeltrick: Eine Anruferin drückte bei einem Balver Ehepaar auf die Tränendrüse, wollte 62.000 Euro. Doch älteren Herrschaften reagierten clever.

„Ich habe eine Frau totgefahren.“ Mit dieser Nachricht überraschte eine Anruferin am Dienstag ein älteres Balver Ehepaar. Weinend schilderte sie die Umstände des Unfalls und tat so, als sei sie die Tochter des Ehepaars. Dann übernahm eine angebliche Polizeioberkommissarin den Hörer. Sie behauptete, die Tochter müsse nun in Untersuchungshaft.

62.000 Euro gefordert

Es kam, wie es immer kommt bei derartigen Enkeltrick-Betrügereien, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag hinzufügte: Gegen die Zahlung von 62.000 Euro werde die Familie der getöteten Frau auf eine Anzeige verzichten. Dafür solle nun das Balver Ehepaar einstehen. Die beiden nannten ihre Daten und sicherten eine Zahlung zu. Erst als der Mann sagte, er wolle seiner Bank von dem Grund des hohen Geldtransfers erzählen, legte die angebliche Oberkommissarin auf. Gespräch beendet.

Ein Rückruf bei der echten Tochter entlarvte den Schwindel: Sie hatte gar keinen Unfall, ihr drohte keine Untersuchungshaft.

Vornamen im Telefonbuch abkürzen

Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche. Die Täter scheuen nicht davor zurück, umfangreiche Lügengeschichten zu spinnen. Oft eröffnen die Täter das Gespräch mit der Frage „Rat mal, wer hier ist?“ Die Betrüger schlüpfen blitzschnell in die jeweilige Rolle. Immer kommt das Gespräch auf eine eilige Geldforderung.

Rat der Polizei: Wer etwas will, soll sich mit Namen melden. Weiter empfiehlt sich, die angeblichen Enkel unter der ihnen bereits bekannten Rufnummer zurückzurufen sowie Rat bei echten Freunden oder der echten Polizei zu holen.

Betrüger suchen oft in öffentlichen Telefonverzeichnissen nach älter klingenden Vornamen. Wer seinen Vornamen im Telefonbuch abkürzt und seine Adresse weglässt, verringert die Gefahr betrügerischer Anrufe.

Bei Sparkasse und Polizei gibt es eine Gratis-Broschüre mit dem Titel „Klüger gegen Betrüger“.

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