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Polizei erteilt Platzverweise gegen „Bettler“

Foto: Oliver Berg / dpa

Balve.   Anfang Dezember sind vermeintliche Bettler durch das Stadtgebiet Balve gezogen.

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„Betteln ist keine Straftat“, stellt Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski im Gespräch mit unserer Zeitung klar. Weil die Personen in Balve aber aufdringlich und renitent gewesen sein sollen, warnten Bürger sich auf Facebook gegenseitig vor den ungebetenen Gästen, die unter anderem in Balve-Süd und Am Hohlen Stein von Haus zu Haus gezogen sein und geklingelt haben sollen.

Personalien geprüft

Auch die Polizei ist eingeschaltet worden – ein Vorgehen, das Dietmar Boronowski ausdrücklich begrüßt. „Wenn einem die Menschen auf einem Grundstück nicht geheuer vorkommen, dann keine Scheu davor haben, die 110 zu wählen. Ein Streifenwagen kommt vorbei und die Polizeibeamten prüfen die Personalien“, rät Boronowski.

Vorfälle am Sonntag

Konkret meldet die Polizei mehrere Vorfälle am vergangenen Sonntag (3. Dezember). Gegen 13 Uhr waren unter anderem auf der Märkischen Straße in Garbeck ein 42-jähriger Mann und seine 16-jährige Tochter unterwegs. Sie klingelten an Wohnhäusern und gaben sich als syrische Flüchtlinge aus – „und sie bettelten zudem im Stadtgebiet Balve an weiteren unterschiedlichen Stellen“, berichtet die Polizei. Dabei gaben der Mann und seine Tochter an, Geld für ein Rückreiseticket nach Syrien zu benötigen.

Aufenthaltsermittlung

Die Polizei wurde eingeschaltet. Die Beamten überprüften die Personalien und stellten fest, dass der 42-jährige Mann und seine 16-jährige Tochter nicht aus Syrien, sondern aus Rumänien stammen. Gegen beide Personen liegt eine Aufenthaltsermittlung vor. Das bedeutet eine Ausschreibung, um den Aufenthaltsort einer Person festzustellen – zum Beispiel, um sie zu einem Gerichtstermin notfalls zwangsweise vorführen zu können. Ein gesetzliches Ablaufdatum für eine solche Aufenthaltsermittlung gibt es grundsätzlich nicht.

Ein Haftbefehl liegt gegen die vermeintlichen Bettler aus Rumänien nicht vor, teilt Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski auf Nachfrage mit. Die Polizeibeamten hätten gegen den Vater und seine Tochter Platzverweise für das Stadtgebiet Balve und den gesamten Märkischen Kreis erteilt und einen Bericht gefertigt.

Keine weiteren Hinweise

Platzverweise gelten per Gesetz aber nur für einen Tag, so dass die Personen am nächsten Tag oft wieder anzutreffen sind. Nicht in Balve. Nach dem Polizeieinsatz sind bislang keine weiteren Hinweise auf vermeintliche Bettler in der Hönnestadt eingegangen, so die Polizei.

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