GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Prima Klima: Warum Neuenrade prämiert wird

Ausgezeichnet (im Wortsinn): Neuenrades Benjamin Richter

Ausgezeichnet (im Wortsinn): Neuenrades Benjamin Richter

Foto: Frauke Schumann Fotografie

Neuenrade/Balve.  Neuenrade hat Balve eines voraus. Das Gesundheitsmanagement der Nachbarstadt wurde prämiert. Was hat die Verwaltung dafür getan?

Seit 2017 hat die Stadtverwaltung Neuenrade im Bereich Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement kräftig ausgebaut. Unter den rund 140 Mitarbeitern der Kommune sind viele Balver – und die profitieren nun auch nachhaltig von dem Engagement ihres Arbeitgebers, das jüngst von der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen mit einer Prämie von 10.800 Euro ausgezeichnet wurde.

Als Benjamin Richter vor zwei Jahren seinen Dienst bei Neuenrades Stadtverwaltung in den Bereichen Organisation, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz antrat, galt es, Auflagen umzusetzen, die der Gesetzgeber damals neu angepasst hatte. Zielsetzung der Novellierung waren Verringerung der Krankheitsausfälle von Mitarbeitern, gesundheitliche Vorsorge sowie Stärkung des Betriebsklimas. Dafür sollten Arbeitgeber einen umfangreichen Katalog an Maßnahmen umsetzen.

Für die Stadt Neuenrade bedeutete das, dass nicht nur in den Verwaltungsstuben kräftig nachjustiert werden musste, sondern ebenso in den acht angeschlossenen Außenstellen der Stadt, also den Städtischen Kitas Wirbelwind, Sausebraus und Affeln, dem Jugendzentrum, Bäderbetrieben, Stadtwerken, Bauhof und der Bücherei. „Für das erste Jahr wurden 16.000 Euro an notwendigen Mitteln dafür in den Haushalt eingebracht“, sagt Benjamin Richter.

Individuell und in Gesamtheit musste eine Vielzahl an Punkten verwirklicht werden, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, Körper und Geist der städtischen Mitarbeiter zu fördern. Den Leitfaden für das aufwendige Unterfangen bildete der sogenannte „GDA-ORGAcheck“ der von den Staatlichen Arbeitsschutzbehörden und den Unfallversicherungsträgern für mittelständische Unternehmen erstellt wurde, um deren Arbeitsschutz zu überprüfen und anzupassen.

„Von Anfang an stand auch auf dem Plan, den Bemühungen um die aktualisierten Anforderungen noch eine Kirsche obenauf zu spendieren: Mehr zu verwirklichen als der Gesetzgeber verlangte, um am Prämiensystem der Unfallkassen teilzunehmen“, so Richter. Über das geforderte Maß hinaus wurden nun regelmäßige Begehungen und Arbeitsschutzsitzungen mit den Führungskräften der Außenstellen, der Betriebsärztin, Fachkräften für Arbeitssicherheit und Kooperationspartnern für Gesundheitsförderung gemacht, im Dialog mit den Mitarbeitern Möglichkeiten aufgetan, um Verbesserungen vorzunehmen.

„Jeder städtische Erzieher ist beispielsweise in erster Hilfe geschult worden, unsere Hausmeister absolvierten Fortbildungen im Bereich Brandschutz und Arbeitssicherheit, für Büros wurden ergonomische Möbel und Arbeitsmittel angeschafft“, erklärt Benjamin Richter. Für 2018/19 wurde abermals eine Schippe draufgelegt, 21.000 Euro aus dem Stadt-Etat abgerufen und mit weiteren Konzepten Verbesserungen voranzutreiben. Zudem wurde eine Bewerbung für eine Prämierung durch die Unfallkasse NRW erarbeitet.

Zum Mehrwert in Sachen Gesundheit und Arbeitsschutz, den die Stadt Neuenrade ihren Mitarbeitern nun anbietet, zählen unter anderem kostenloses Wasser zur Erfrischung, die gratis Nutzung von neu angeschafften E-Bikes der Stadt, Teilnahmen an Rückenschul- und Gesundheitsförderungsangeboten von Kooperationspartnern. „Erstmals ist die Stadt Neuenrade im Juli auch beim AOK-Firmenlauf in Lüdenscheid mit einem Team an den Start gegangen, 15 Läufer waren mit dabei“, sagt Benjamin Richter.

Mit der erfolgreichen Bewerbung um eine Prämierung und den 10.800 Euro im Stadtsäckel will man jetzt über die nächsten zwei Jahre weitere Maßnahmen umsetzen, um noch besser zu werden. „Das Geld fließt vollständig wieder in die Organisation von Arbeits- und Gesundheitsschutz.“ - Konkret beutete das, dass die Erzieher der Kitas neue Stühle bekommen, den Mitarbeitern im Rathaus ergonomisch verbesserte Arbeitsplätze geschaffen werden,

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