Serie: Heilen in Balve

Qi Gong ist eine Energie-Tankstelle für gestresste Menschen

Dariusch Abiatinejad

Dariusch Abiatinejad

Foto: Alexander Lück

Balve.  Heute in der Gesundheitsserie: die Energie-Tankstelle im Gesundheitscampus. Qi Gong – in der Ruhe liegt die Kraft.

Immer am frühen Freitagabend im Versammlungsraum im Dachgeschoss lässt Dariusch Abiatinejad beim Qi Gong die Teilnehmer positive Energien aufnehmen. Und verscheucht die schlechten.

Wenn man einfach nur hört, wo der in Bönen bei Unna lebende Abiatinejad beruflich überall seine Finger im Spiel hat, Kurse, Fortbildungen und Rehasport leitet, aber auch in Schulen und als Personal Trainer arbeitet, dann kann man sich nur fragen: Kommt dieser Mann irgendwann überhaupt einmal zur Ruhe?

Wie der Deutsch-Iraner aber von seinen Projekten berichtet und davon, was ihm persönlich Qi Gong, Tai Chi, die Meditation oder auch andere Entspannungs- und Bewegungsformen bedeuten und was er anderen Menschen dabei vermitteln kann, dann ist sofort klar: Hier schöpft jemand Kraft und Freude aus seiner Arbeit.

Bunte sprachliche Bilder

Im Gespräch strahlt Dariusch Abiatinejad Freude, Ausgeglichenheit und Energie aus. Was er zum Beispiel bei den Qi Gong-Kursen, die er überall in der Umgebung anbietet, auch an die Teilnehmer weitergeben möchte. Am frühen Freitagabend immer auch im Gesundheitscampus in Balve. Die WP war für die Gesundheitsserie vor Ort.

Ein halbes Dutzend Teilnehmer sind es an diesem Tag, normalerweise ist der Kurs noch etwas größer. Man bewegt sich zu entspannender Musik und den Anleitungen Abiatinejads, der vor allem mit bunten sprachlichen Bildern arbeitet: fest auf dem Boden stehen wie ein tief verwurzelter Baum, mal fliegen wie ein Adler, mit den Händen einen imaginären Vorhang zur Seite oder auch die Wellen zurück ins Meer schieben – und ein anderes Mal mit der flachen Hand eine Melone zerteilen.

Bewusste Atmung

Das Wichtigste dabei: „Schöpft positive Energie aus der Erde, aus dem Himmel!“ Die schlechte Energie hingegen soll rausgelassen werden – alles, was sich vielleicht im Laufe einer langen, anstrengenden Arbeitswoche so angesammelt hat. „Qi Gong ist eine Energie-Tankstelle“, sagt Dariusch Abiatinejad deshalb. Und weil man das auch mit viel Freude machen kann: „Anderswo gibt es Lachyoga. Wir machen Lach-Qi-Gong.“

Der Wechsel von Anspannung und Entspannung, von Yin und Yang, darauf kommt es an bei den verschiedenen Bewegungsformen an, bei denen die bewusste Atmung auch immer einbezogen wird. Abiatinejad erzählt von der vorbeugenden Wirkung gegen allerlei Beschwerden und Krankheiten (deshalb wird der Kurs auch von der Krankenkasse bezuschusst), von besserem Schlaf und weniger Stress und überall einer allgemeinen Steigerung des Wohlempfindens. Was auch die Teilnehmer bestätigen: schon aus der allerersten Übungsstunde seien sie deutlich entspannter herausgegangen. Der Blutdruck habe sich spürbar gesenkt. Und auch, wenn das alles im Kursraum unter dem Dach sehr entspannt aussieht: „Wir sind hinterher nass geschwitzt.“

Erlebt hat Dariusch Abiatinejad all die positiven Auswirkungen zuerst in seinem eigenen Leben. Er arbeitete als Stadtplaner, in seiner Freizeit war er unter anderem Volleyball- und Fitnesstrainer. Yoga praktizierte er auch schon lange.

Schäfchen immer im Blick

Anfang der 90er-Jahre schließlich lernte er seinen Qi-Gong-Lehrer kennen, womit sich eine neue Tür in seinem Leben auftat. Er wurde selber Lehrer, ist nun seit 1994 in diesem Bereich beruflich unterwegs. „Das füllt mich viel mehr aus als mein vorheriger Beruf“, lautet die nachvollziehbare Begründung. Denn auch wenn er in den Übungsstunden immer seine Schäfchen im Blick hat, zieht er aus Qi Gong wie auch den anderen Formen auch für sich Energie und Kraft für den Alltag.

Vor vier Jahren kam Abiatinejad an den Gesundheitscampus. Birgit Schröer vom Rehasport-Verein hatte einen seiner Kurse besucht, man kam ins Gespräch. Und weil so ein Angebot in Balve bis dahin fehlte, die Nachfrage aber offensichtlich vorhanden war, bietet Abiatinejad seitdem den wöchentlichen Kurs an. Interesse und Nachfrage, so berichtet er, hätten sich in den 25 Jahre, in denen er das beruflich ausübt, allgemein deutlich gesteigert. Aber es bleibt immer noch eine weibliche Domäne. „Vielleicht wollen sich manche Männer nicht auf die langsamen, sanften Bewegungen einlassen. Sie machen dann eher Krafttraining oder Fußball.“ Aber selbst Menschen mit schweren psychischen Problemen habe er schon helfen können.

Zum Abschluss eine Tasse Tee

Zum Abschluss des Balver Kurses gibt es meistens eine gemeinsame Tasse Tee. In einem Video auf Youtube zeigt Abiatinejad auch einige Übungen vor der beeindruckenden Kulisse der Niagarafälle. Im Sommer bei passender Witterung trifft sich die Balver Gruppe immerhin auch mal an der Piuskapelle oder am Sorpesee. Wo frische Luft, schöne Landschaft, das sanft wogende Wasser oder ein herrlicher Ausblick auch das Übrige tun.

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