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Realschule Balve: Stufe sieben bekommt im Sommer iPads

iPads für die Realschule Balve (von links) : Konrektor Thomas Münch, Sparkassen-Bereichsleiter Sebastian Richter, Schulleiterin Nina Fröhling und der Sprecher der Mediengruppe, Hendrik Dördelmann .

iPads für die Realschule Balve (von links) : Konrektor Thomas Münch, Sparkassen-Bereichsleiter Sebastian Richter, Schulleiterin Nina Fröhling und der Sprecher der Mediengruppe, Hendrik Dördelmann .

Foto: Marcus Bottin

Balve.  Zu Beginn des neuen Schuljahres sollen die ersten Klassen der Realschule Balve mit iPads ausgerüstet werden. Unklar ist noch die Finanzierung.

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Der Zeitplan steht: Zu Beginn des neuen Schuljahres im Spätsommer 2019 sollen die ersten Klassen der städtischen Realschule mit Tabletcomputern des Herstellers Apple ausgerüstet werden. Das mag noch weit entfernt erscheinen, aber hinter den Kulissen wird dieser große Schritt schon jetzt intensiv vorbereitet. Bevor die Schüler an die iPads dürfen, müssen die Lehrer fit im Umgang mit der neuen Technik werden. „Einige im Kollegium sind noch große Fans von Kreidetafel und Büchern, und auch ich liebe persönlich Bücher sehr, aber die Schule 4.0 ist jetzt wirklich dran“, betont Schulleiterin Nina Fröhling.

An der Realschule wurde für diesen digitalen Wandel eigens eine Mediengruppe aus fünf Lehrern und der Schulleitung gebildet, die testen, bewerten und auswählen soll, was demnächst im Unterricht eingesetzt wird. Eines der größten Probleme der neuen Unterrichtsform offenbarte sich schon zum Start der Mediengruppe: Es werden digitale Endgeräte benötigt – und die sind nicht ganz billig. Zwar sponsert der US-Konzern seine iPads für den Einsatz in Schulen erheblich, aber inklusive Apps und Versicherungen müsse man doch mit rund 500 Euro pro Tabletcomputer rechnen, erklärt Konrektor Thomas Münch.

Die Zeit drängt

Die heimische Sparkasse unterstützt die Anschaffung der Erstausstattung der Mediengruppe mit 2500 Euro. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Nina Fröhling. „Die Endgeräte können wir nicht aus unserem Schuletat bezahlen. Ohne diese Zuwendung hätten wir die Mediengruppe gar nicht an den Start schicken können.“ Dass die Zeit drängt, weiß auch Sparkassen-Marktbereichsleiter Sebastian Richter: „Man kann nicht schnell genug sein, den Umgang mit neuen Techniken zu erlernen und digitale Medien kompetent zu nutzen“, sagt er. „Und es ist sicher auch ein Unterschied, ob man jeden Tag fünf Bücher oder stattdessen ein Tablet in der Schultasche mit sich rumschleppt.“

Hendrik Dördelmann ist mit 33 Jahren einer der jüngsten im Kollegium der Realschule und Sprecher der Mediengruppe. Er sagt: „Viele Dinge muss man ausprobieren, die Apps müssen auf Praktikabilität getestet werden. Sie dürfen nicht zu kompliziert sein, aber sie müssen die Inhalte rüberbringen. Wir müssen einfach sehen, was Sinn macht.“

Wenn die Lehrer ihre Hausaufgaben mit den iPads gemacht haben, kommen die Schüler dran. Nach den nächsten Sommerferien soll der komplette Siebener-Jahrgang iPads erhalten – und in den Folgejahren jeweils der nachrückende Siebener-Jahrgang ebenfalls. Die Schüler der Stufen fünf und sechs müssen auf die neue Technik noch einige Zeit verzichten. Nina Fröhling erklärt warum: „Schreiben ist auch ein Kulturgut. Es ist wichtig, das haptische Gefühl zu erleben, einen Stift in die Hand zu nehmen.“

Geschätzt 35.000 Euro Anschaffungskosten

Unklar ist noch, wie die Ausstattung der Schüler mit Tablets finanziert werden soll. Bei geschätzten 70 Schülern in der Jahrgangsstufe sieben kalkuliert die Realschule mit rund 35.000 Euro Anschaffungskosten pro Jahr. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadtverwaltung“, erklärt die Schulleiterin. Eine Möglichkeit wäre eine von den Eltern zu zahlende monatliche Nutzungspauschale für das Tablet, das im Gegenzug später

den Kindern gehören soll. Die Stadt Balve müsste allerdings in Vorleistung gehen und die benötigten 70 Tablet zunächst bezahlen. Eventuell könne dafür die Schulbuch-Beteiligung der Eltern wegfallen oder reduziert werden, und für kinderreiche Familien müsse eine Unterstützung geschaffen werden, so Nina Fröhling.

Thomas Münch sagt: „Am besten wäre es natürlich, wenn uns die Geräte zentral zu Verfügung gestellt würden.“ Zarte Hoffnungen auf eine solche Regelung macht die Meldung aus Berlin über Pläne, Schulen mit Geldern des Bundes bei der Digitalisierung des Unterrichts zu unterstützen. Bis zu 25.000 Euro pro Bildungseinrichtung sind im Gespräch.

Der Weg der Zukunft

Der Einsatz von Tabletcomputern gilt an der Realschule als alternativlos. „Das ist der Weg der Zukunft“, ist sich Dördelmann sicher. In der Industrie und auch in den Familien sei die Digitalisierung längst angekommen, und nun werde es höchste Zeit, dass auch Schulen die erforderlichen Kompetenzen vermitteln. Der 33-Jährige verrät: „Das Lehren mit dem Tablet macht auch mir als Lehrer große Freude – und die sollte später auch auf die Schüler überspringen. Der Unterricht mit Tablets kann viel interessanter und lebhafter gestaltet werden.“

Die neue Technik bietet viele neue Möglichkeiten. Aber, so Nina Fröhling, man dürfe nicht annehmen, dass man sich nur Tablets anschaffen müsse, und automatisch würde der Unterricht besser. Ziel der Balver Realschule sei es, eine gesunde Mischung zwischen digitalem und analogem Lernen hinzubekommen.

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