HÖNNETAL

Regionalplan: NHV ermuntert zu Protest gegen Kalk-Abbau

Lesedauer: 2 Minuten
Neue Grenzen für das Erweiterungsgebiet von Lhoist: Der Regionalrat der Bezirksregierung Arnsberg hat den Entwurf geändert. Das neue Gebiet würde das Ende der Kreisstraße 12 bei Eisborn bedeuten.

Neue Grenzen für das Erweiterungsgebiet von Lhoist: Der Regionalrat der Bezirksregierung Arnsberg hat den Entwurf geändert. Das neue Gebiet würde das Ende der Kreisstraße 12 bei Eisborn bedeuten.

Foto: Bezirksregierung Arnsberg

Balve/Menden/Hemer/Neuenrade.  Der NHV sieht in dem Entwurf des Regionalplans eine Chance, den Kalk-Abbau im Hönnetal zu stoppen. Wie der Verein zum Bürgerprotest ermuntert.

Der Naturhistorische Verein Hönnetal (NHV) will Änderungen im Entwurf des Regionalplans der Bezirksregierung in Arnsberg für Südwestfalen erreichen. Sein erklärtes Ziel ist es nach Angaben von Geschäftsführer Adalbert Allhoff-Cramer, ein Ende des Kalk-Abbaus im Hönnetal einzuleiten.

Vorlage für Einsprüche erstellt

Im Regionalplan werden die Weichen für Schutz und Nutzung der Landschaft gestellt. Tritt er in Kraft, bleibt er 30 Jahre gültig. Derzeit läuft eine Öffentlichkeitsbeteiligung. Sie endet am 30. Juni.

Der NHV hat nach eigenen Angaben eine Vorlage erarbeitet, die ausgedruckt und an die Bezirksregierung geschickt werden kann. Seit kurzem steht sie im Netz, etwa bei Facebook. „Es haben sich bereits mehr als 30 Hönnetaler bei Facebook bereit erklärt, ihre kritische Meinung zum Entwurf des Regionalplans schriftlich kund zu tun“, erklärte Allhoff-Cramer. Das sei toll, reiche aber noch lange nicht aus. Es gehe „schließlich um die Zukunft des Hönnetals, unserer Heimat“.

Lob für Stadt Balve

Die Stadt Balve habe „eine sachgerechte Stellungnahme verfasst, die wir als Naturhistorischer Verein voll und ganz unterstützen“. Das sei lobenswert, greife aber zu kurz: Es reiche nicht aus, den Kalkabbau auf dem jetzigen Stand einzufrieren. Das werde auch nicht funktionieren.

Mehr als 100 Jahre Kalkabbau im Hönnetal haben laut Allhoff-Cramer „massivste Spuren in der Landschaft hinterlassen“. Diese Zerstörungen der heimischen Kulturlandschaft seien „nicht heilbar“.

Die Rede von der Renaturierung sei „ein leeres Versprechen, eine Beruhigungspille“. „Deshalb fordern wir das Ende des Kalkabbaus“, erklärte Allhoff-Cramer.

Das Arbeitsplatz-Argument

Das Hönnetal in der Nachbarschaft zur Metropol-Region des Ruhrgebietes habe „eine großartige Zukunftsperspektive“, wenn auf nachhaltige Entwicklung statt Rohstoffausbeutung gesetzt werde. Die Perspektive für die Zeit danach sei „jetzt zu entwickeln“. „Das wäre die eigentliche Aufgabe der Regionalplanung“, meint Allhoff-Cramer. Genau hier sieht der Verein „dringenden Verbesserungsbedarf“. Das „hohle Argument“ der Arbeitsplatzsicherung ziehe nicht: Irgendwann sei die Ausbeutung ohnehin abgeschlossen, dann seien auch die Arbeitsplätze weg. Das Hönnetal sei ein riesiger Steinbruch.

Allhoff-Cramer sieht die Bürgerbeteiligung beim Regionalplan als Chance: „Jetzt ist die Zeit für Gegenwind!“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Balve

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben