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Repair-Café startet durch: Schrauben mit Viren-Schutz

 Reparaturcafe Balve Repaircafe (von links) Wolfgang Biehs, Elisabeth Riemer, Michaela Hill, Otmar Hermanns

Reparaturcafe Balve Repaircafe (von links) Wolfgang Biehs, Elisabeth Riemer, Michaela Hill, Otmar Hermanns

Foto: Peter Müller

Langenholthausen.  Corona-Zwangspause: Im Repair-Café von „Hönnetal im Wandel“ wird wieder geschraubt. Hat das Team den richtigen Dreh gefunden?

Jetzt wird wieder repariert, nach langer Zwangspause. Gab es doch gleich zwei Gründe, warum das beliebte Reparaturcafé der Aktion „Hönnetal im Wandel“ für drei Monate nicht öffnen konnte. „Wir waren viele Jahre im ehemaligen Edeka-Laden in Garbeck an der Märkischen Straße. Dort konnten wir nicht länger bleiben“, erklärt Sabine Biehs-Romann, die erste Vorsitzende von „Hönnetal im Wandel“, die Situation. „Dort fand im Februar das letzte Reparaturcafé statt.“ Untergekommen sind die Reparateure dann in der Sokola.de in Langenholthausen am Mittelweg. Doch dort konnte dann nicht sofort neu gestartet werden: Das Coronavirus legte alle Aktivitäten für drei Monate lahm. Erst jetzt konnte am Samstag unter Auflagen die Arbeit wieder aufgenommen werden.

15 Besucher fanden auch gleich den Weg zum Begegnungszentrum Sokola.de. „Wir haben ein Hygienekonzept vorlegen müssen“, erläuterte Otmar Hermanns, der sich selbst als Mädchen für alles bezeichnet. „Der Reparaturraum ist für Besucher zur Zeit nicht zugänglich“, erklärte Wolfgang Biehs.

Flaschen mit Desinfektionsmitteln

Allerdings müssen Besucher gar nicht bis zum Allerheiligsten der ehrenamtlichen Schrauber vordringen. Ein Blick auf den Empfang vor Langenholthausens ehemaliger Grundschule am Mittelweg reicht: Flaschen mit Desinfektionsmittel sind unübersehbar. Die Botschaft lautet: Wir wissen nicht nur um die Vorsorgeregeln – wir setzen sie auch um.

Neben den Desinfektionsmitteln steht eine Kiste mit Karteikarten. Mit gutem Grund: „Hier müssen sich Besucherinnen und Besucher mit Adresse und Telefonnummer eintragen“, erläutert Wolfgang Biehs weiter. Markierungen auf dem Asphalt sorgen für Abstand zwischen Technikern und Gästen – sicher ist sicher.

Elisabeth Riemer und Michaela Hill kümmern sich um die Besucher. Normalerweise backen die beiden Waffeln und schenken Kaffee aus. „Das geht heute leider noch nicht“, bedauern die Damen.

m Reparaturraum haben sich unterdessen der Elektriker Antonio Villagrassa und der Radio- und Fernsehtechniker Georg Plögert, beide aus Neuenrade, eingefunden und haben auch schon gleich zu tun. Eine Weihnachtsbeleuchtung, ein Staubsauger mit Aufkleber gegen Atomstrom, ein CD-Player und eine kleine Küchenmaschine sind schon in der Elektrochirurgie gelandet. Karola Streitenberger ist schnell glücklich. Ihr Küchengerät funktioniert schon wieder.

Manchmal brauchen die Schrauber etwas länger. „Was auf die Schnelle nicht geht, nehmen wir mit nach Hause. Wenn die Sachen repariert sind, rufe ich die Besitzer an. Dann können sie ihre Sachen bei mir abholen, oder ich bringe sie zum nächsten Reparaturcafé wieder mit“, erklärt Georg Plögert.

Erlös fördert Naturschutzprojekte

Dieses Mal sind die Techniker Michael Orlob, Firus al Obaida, Detlef Jenschke und Gerald Düllberg noch nicht dabei. „Sie kommen beim nächsten Mal“, verspricht Sabine Biehs-Romann. Draußen vor der Tür kann man auch alte Handys, Smart- und iPhones abgeben, die repariert und verkauft werden. „Der Erlös kommt Naturschutzprojekten zugute“, erklärt Otmar Hermanns.

Damit es bald wieder richtig brummt und summt, gibt es Tütchen mit regionalem Wildblumensaatgut und Leguminosen. Der Neustart, heißt es einhellig, sei gelungen.

Und einen weiteren Termin gibt es auch schon. Das nächste Reparaturcafé findet am letzten Samstag im August in der Sokola.de von 14 bis 16 Uhr statt.

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