GARBECK

Rickmeier-Chefin Schulz: „Wir wollen aus unserer Nische“

Kooperationsvertrag zwischen Grundschule Garbeck und Pumpenhersteller Rickmeier: Christiane Schulz (Geschäftsführerin), Dorothe Gastreich-Kneer (Schulleiterin, von links)

Kooperationsvertrag zwischen Grundschule Garbeck und Pumpenhersteller Rickmeier: Christiane Schulz (Geschäftsführerin), Dorothe Gastreich-Kneer (Schulleiterin, von links)

Foto: jürgen overkott / wp

Garbeck.  Der Garbecker Pumpen-Spezialist Rickmeier geht neue Wege. Geschäftsführerin Christiane Schulz erklärt sie.

An der Tür zum Besprechungszimmer steht „Freiraum“. Ist das wörtlich zu nehmen?

Christiane Schulz Ja, auf jeden Fall! Wir sind auf dem Weg, ein noch innovativeres Unternehmen zu werden. Dazu gehören Veränderungen, Freiräume, neue Ideen.

Im Raum fällt die Farbe Rot auf. Wie wirkt sie sich auf die Gespräche aus?

Ganz interessant: Wir sind ein männerlastiges Unternehmen, und auch die Männer finden es spannend, nicht nur in Weiß und Grau zu sitzen, sondern auch Farbe zu haben. Es ist alles positiv angekommen.

Die Sessel stehen um ein buchstäblich runden Tisch. Geht es Ihnen um einen offenen Austausch?

Nur mit offenem Dialog können gute Idee entwickeln werden, und es geht nur – auch wenn es abgedroschen klingt – im Team.

Team heißt...

...dass man gemeinsam ein Thema hat und überlegt, welche Wege man beschreiten kann.

Sind Sie mit der Breitband-Versorgung zufrieden?

Es ist eine Katastrophe. Ich habe mehrere Mitarbeiter, die sich fast täglich damit auseinandersetzen, weil sich die Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen als sehr schwierig gestaltet, durch wechselnde Ansprechpartner. Anschlüsse, die vor der Haustür liegen, werden nicht zu Ende geführt. Uns hätte man beinahe sogar den Telefonanschluss abgeschaltet – obwohl wir vorsorglich alles vorbereitet hatten. Aber es tut sich nichts.

Wo wollen Sie digitalisieren?

Das fängt ganz simpel an: Mit schnellem Internet könnten wir auf Windows 365 umsteigen. Wir können Updates von unserem Software-Haus nicht fahren. Wir stehen in einer Warteschleife.

Rickmeier arbeitet mit Grund- und Realschule zusammen. Welches Potenzial sehen Sie vor, um Fachkräfte zu gewinnen?

Wir engagieren uns schon seit längerer Zeit. Unser Thema ist nicht nur, wie kriegen wir Fachkräfte in die Region, sondern auch wie halten wir sie in der Region. Unser Beitrag besteht darin, dass wir eine gute Ausbildung bieten.

Ist ein Verbund-Studium möglich?

Das ist möglich, sowohl im kaufmännischen als auch im technischen Bereich. Es ist eine harte Ausbildung für den, der sie macht. Aber dahinter stehen natürlich Menschen, die wirklich engagiert sind.

Rickmeier ist international aufgestellt. Wie weltoffen sind Ihre Mitarbeiter?

Unsere Produkte werden in die USA und bis nach China verkauft. Wir sind dort vor Ort unterwegs, weil unsere Kunden nicht nur am Telefon oder nur per Mail beraten werden wollen. Vor Ort können wir nachdrücklich versichern, dass wir ein zuverlässiger Partner sind. Man muss die Mitarbeiter ermuntern, weltoffen zu sein. Es geht nicht mehr ohne.

Chinas Wirtschaft wird gerade durch den Corona-Virus gelähmt. Merken Sie das?

Unsere Kunden dort sagen, wir kommen gar nicht mehr in die Fertigung. Das Chinese New Year ist verlängert worden, und die Mitarbeiter können gar nicht mehr von ihren Familien in ihre Heimatstädte zurückreisen. Das Land hat sich abgeschottet, die Regionen haben sich abgeschottet. Im Augenblick werden nur noch Lagerkapazitäten ‘rausgegeben. Die Produktion läuft nicht mehr.

Zudem leisten sich China und die USA einen Handelskrieg. Macht sich das bei Ihnen bemerkbar?

Wir merken, dass die Handelsbeziehungen schwieriger werden, dass mehr Formalismus entsteht, durch Zölle und andere Dinge. Wir merken eine Eintrübung.

An welchen Schrauben drehen Sie, um am Markt bestehen zu können?

Wir wollen aus unserer Nische heraus. Wir gucken nach neuen Anwendungsbereichen. Aber wir gehen nicht in die großen Stückzahlen. Balve ist der Ort, an dem wir bleiben wollen.

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