Kolpingforum

„Schlecht für die Krankenhäuser“

Kolpingforum mit Dr. Jürgen Schmitz

Foto: Marcus Bottin

Kolpingforum mit Dr. Jürgen Schmitz Foto: Marcus Bottin

Balve.   Bestens besucht war das Kolpingforum, als der Internist und Hausarzt Dr. Jürgen Schmitz über „Die letzten 50 Jahre der Medizin“ referierte.

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„Mit so vielen Zuhörern hatten wir nicht gerechnet“, gab auch Kolpingforum-Organisator Engelbert Falke zu und scherzte: „Wir haben uns schon gefragt, ob Dr. Schmitz vielleicht seinen Fanclub mitgebracht hat.“

Sterberaten sinken

Der Mediziner, der nach seinem Studium in Münster, Aachen und Heidelberg nach Balve gekommen war, weil ihn der in der Hönnestadt gepflegte Umgang mit den Patienten überzeugt hatte, zeigte seinen mehr als 70 Zuhörern anschaulich auf, welche großen Fortschritte die Medizin im vergangenen halben Jahrhundert gemacht hat. Sein Fazit: „Die Sterberaten sinken, und die akuten Fälle werden weniger. Das ist gut für die Patienten, aber schlecht für Krankenhäuser. Denn deren finanzielle Situation verschlechtert sich.“

Obwohl genau diese Gründe auch dazu beigetragen hatten, dass 2013 das Balver Krankenhaus geschlossen wurde, möchte Dr. Jürgen Schmitz den Fortschritt nicht missen. „Die medizinische Entwicklung ist das Wichtigste für die Patienten“, betonte er. „Die kann und darf man nicht aufhalten.“

Dank

Aber man müsse sehen, dass besonders kleine Krankenhäuser Probleme bekommen. So habe man in der Hönnestadt zwar über eine Intensivstation verfügt, aber um einen Computertomographen habe man sich ebenso intensiv wie vergeblich bemüht. In der Konsequenz sei man in Balve auf den einfachen Fällen sitzen geblieben, die nicht rentabel genug waren. Dr. Jürgen Schmitz nutzte seine Rede im Kolpingforum, um allen zu danken, die im St.-Marien-Krankenhaus tätig waren, und stellte fest: „Ohne sie hätte das Balver Krankenhaus in dieser Güte nicht so lange bestehen können.“

Für über 100 000 Euro renoviert

Das nächste Kolpingforum führt am Montag, 4. Dezember, zur Evangelischen Kirche Balve, die im Jahr 2015 für deutlich mehr als 100 000 Euro renoviert wurde und sich nun wesentlich heller und moderner präsentiert. In dem seit 1933 bestehenden Gotteshaus sind der Chorraum nach oben geöffnet, die Altarstufen um 2,40 Meter nach vorne erweitert sowie Bänke und Fußboden überarbeitet worden. Erneuert wurden auch die Elektronik und die Heizungsanlage.

Neue Pfarrerin stellt sich vor

Die Verantwortlichen vom Kolpingforum hatten den Termin nach der Einweihung mit dem damaligen Pfarrer Christian Marcus Weber vereinbart, der im März 2017 die Gemeindepfarrstelle in Hartum-Holzhausen (Ostwestfalen) übernommen hatte. Die neue evangelische Pfarrerin Antje Kastens wird sich dem Kolpingforum vorstellen. Wie immer sind neben den Mitgliedern der Kolpingsfamilie auch alle Interessierten eingeladen. Treffen ist um 19.30 Uhr vor der evangelischen Kirche an der Hönnetalstraße.

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