SPORT

Silke Bathe ist die Frau, die Garbecks Kinder fit macht

Erfolgreich: Lehrerin Silke Bathe und ihre Kinderschar

Erfolgreich: Lehrerin Silke Bathe und ihre Kinderschar

Foto: Jürgen Overkott

Garbeck.   Garbecks Grundschüler sind top in Sport. Dahinter steckt ein kluger Kopf. Wie arbeitet Lehrerin Silke Bathe?

Letztens gab es wieder eine Urkunde. Diesmal wurde die Katholische Grundschule Heilige Drei Könige in Garbeck dafür ausgezeichnet, dass sie im Schulbereich die meisten Teilnehmer zum Sparkassen-Panoramalauf schickte. Immer wieder fallen Garbecks Grundschüler durch gute Sport-Leistungen auf. Wie kommt’s? Die Antwort ist einfach: Dahinter steckt ein kluger Kopf.

Die Mutter des Erfolges

Wir haben uns in der Schule verabredet, nach der Vierten. Gewimmel auf dem Schulhof, Lebenslust pur. Manche Kinder wollen zur Betreuung, andere nach Hause, mitten drin Sport-Lehrerin Silke Bathe. Sie ist gewissermaßen die Mutter des Erfolges. Wie ist sie drauf?

Klarer Blick, natürliches Lächeln, fester Händedruck, aber kein Schraubstock-Griff. Wir dürfen ins Zimmer von Schulleiterin Dorothe Kneer. Wir sitzen uns gegenüber, vor dem Schreibtisch.

Silke Bathe wirkt tiefenentspannt locker. Kommt das daher, dass die Beckumerin ihre Schulwege meistens mit dem Fahrrad zurücklegt?

Eltern machen mit

Aber wichtiger ist uns die Frage, wie sie ihre Truppe motiviert, immerhin sind Dauerläufe – und seien sie noch so kurz – immer auch ein bisschen Quälerei. Silke Bathe lacht auf. „Das frage ich mich auch“, sagt sie leichthin.

Dann wird sie ernsthaft. „Wir bereiten das im Unterricht schon vor. Wir fangen mit einem bisschen Lauftraining an. Wir haben ja die Halle und den Sportplatz. Dann gibt es Laufspiele und Staffeln.“ Und dann wird sie ganz bescheiden, und es wirkt überhaupt nicht kokett: „Wir haben einfach ganz viele sportliche Familien, die das hier stemmen. Denn die verbringen am Samstag dann ihre Zeit auf dem Sportplatz statt im Garten.“

Der innere Schweinehund

Doch Silke Bathe sieht noch eine andere Motivation: „Wir haben beim Panorama-Lauf schon mal gewonnen, und da gab es einen Geldpreis. Davon kann man als Klasse schön was machen. Das motiviert auch noch mal.“

So weit, so gut. Dennoch wollen wir wissen, wie es der Sportlehrerin gelingt, die Kinder dazu zu bringen, ihre kleinen inneren Schweinehunde ins Körbchen zu schicken. Die Pädagogin lächelt listig: „Ich glaube, manchmal merken die Kinder bei den Laufspielen gar nicht, dass sie Training machen. Man macht das spielerisch.“ Und in diesem Moment fällt Silke Bathe ein Spiel ein, „das fanden die Kinder ganz toll. Als Staffel.“

Laufen und Puzzlen

Wir spitzen die Ohren.

„Ich habe Bilder von der Klasse genommen, zerschnitten in Puzzle-Teile und an Stationen verteilt. Die Kinder mussten zu den Stationen, ein Teil holen, zurückrennen, und andere Kinder – oft die, die beim Puzzlen besser sind – haben die Teile dann zusammengefügt. Am Ende ging es darum, welche Gruppe hat als erste ihr Puzzle fertig.“

Lauftraining als Schnitzeljagd mit Knobelspaß. Und beim Wettkampf, wie ist das da? Silke Bathe bleibt entspannt: „Wir sagen den Kindern, es ist gar nicht so wichtig, dass Du als Erster ankommst, viel wichtiger ist, dass Du an der Veranstaltung teilnimmst. Wenn Du nicht mehr rennen kannst, kannst auch ein bisschen gehen. Es kommt darauf an, dass wir gemeinsam etwas erleben, und je mehr Kinder kommen desto besser.“

Der schönste Tag

Es funktioniert. Silke Bathe erzählt eine Geschichte von den Kreismeisterschaften im Schwimmen. „Wir hatten keine Chance. Das wusste ich vorher. Aber wir waren da. Und hinterher kommt ein Mädchen zu mir und sagte: Dieser Tag in Iserlohn war der schönste in meinem Leben.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben