BALVE

So will Heerdes Bürgermeisterin Städtepartnerschaft beleben

Amtseinführung von Heerdes erster Bürgermeisterin; Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Michael Bathe, Burgermeester Jacqueline Koops-Scheele, Bürgermeister Hubertus Mühling (von links)

Amtseinführung von Heerdes erster Bürgermeisterin; Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Michael Bathe, Burgermeester Jacqueline Koops-Scheele, Bürgermeister Hubertus Mühling (von links)

Foto: Marten Venema

Balve/Heerde.   Seit 1. Februar ist Jacqueline Koops-Scheele in Heerde im Amt als Bürgermeisterin. Was sie sich von der Städtepartnerschaft verspricht.

Das vorige Stadtfest war denkwürdig. Die tot geglaubte Partnerschaft mit der niederländischen Gemeinde Heerde erlebte fröhliche Auferstehung. Inzwischen gab es an der Stadtspitze einen Machtwechsel. Bürgermeister Fred de Graaf wurde von Jacqueline Koops-Scheele abgelöst. Wie tickt sie? Und, mehr noch, was denkt sie über die Städtepartnerschaft?

Die Kontaktaufnahme verlief unkompliziert. Heerdes Stadt-Sprecher Marten Venema reagierte auf das schlechte Niederländisch der WP mit gutem Deutsch. Schnell war ein Termin mit Heerdes neuer Bürgermeisterin gefunden.

Anwältin verliert krebskranken Mann

Am Telefon lacht die Anwältin aus Amstelveen bei Amsterdam gern. Sie wirkt entspannt, offen, nahbar. Genau diesen Eindruck hat sie bereits in einem niederländischen Zeitungsinterview nach der Kommunalwahl vor gut einem Jahr erweckt. Darin sprach sie vom plötzlichen Krebstod ihres Mannes im Jahr 2017, vom Leben als alleinerziehende Mutter zwei kleiner Kinder und dem plötzlichen Wechsel an die Spitze der Gemeinde Heerde.

Im Interview spricht Jacqueline Koops-Scheele überraschend gutes Deutsch. „Ich hatte in der Schule Deutsch, zwischen 12 und 18“, erzählt sie. Ihre Familiengeschichte hat bei der Wahl der Fremdsprache auch eine Rolle gespielt. Immerhin kamen die Scheeles vor gut 400 Jahren als Soldaten in die Niederlande. Doch fügt die Bürgermeisterin einschränkend hin: „Ich habe zuletzt sehr wenig Deutsch gesprochen.“

Erste Gelegenheit, verstaubt geglaubtes Wissen aufzupolieren, hat Jacqueline Koops-Scheele bei ihrer Amtseinführung am 1. Februar gehabt. Damals ist Balves Doppelspitze gekommen: Bürgermeister Hubertus Mühling und sein Vertreter Michael Bathe, in Begleitung ihrer Ehefrauen. Verständigung war kein Problem.

Kommunikation darf als Stärke von Heerdes erster „Bürgermutter“ (Koops-Scheele über Koops-Scheele) gesehen werden. Kaum zufällig sieht sie das Gespräch mit Bürgern als eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Sie will zuhören, erklärtermaßen.

Welche Ziele will die Frau an Heerdes Spitze verfolgen? „Kultur“, entgegnet sie, „Tourismus und Nachhaltigkeit.“

Nicht zufällig sieht die Endvierzigerin Umwelt als wichtige Aufgabe. Der Klimawandel lässt die Meeresspiegel steigen. Ein Blick zurück lässt Heerdes erste Frau wissen, was die Zukunft bringt: „Wir haben immer Krieg gegen das Wasser geführt.“

Schüler-Austausch denkbar

Das können Balver sehen, wenn sie über Ostern nach Heerde fahren. Per Rad lässt sich die Heide-Region an der Ijssel prima erkunden. Ein dichtes Wegenetz führt an Dämmen und Deichen vorbei, vorbei auch an Wiesen und Weiden, neben Kühen prägen Schafe die Landschaft.

Und Balve? Den Besuch des Stadtfestes nach den Sommerferien hat Jacqueline Koops-Scheele bereits fest geplant. Ein Stadt-Rundgang gehört wie selbstverständlich dazu. Aber eines ist der Kommunalpolitikerin beinahe noch wichtiger: „Ich will die Menschen kennenlernen.“ Mit gutem Grund: Schließlich bringen Gespräche oft neue Ideen, neue Projekte. So wäre ein Austausch von Schülern und Lehrlingen denkbar. Trotz offener Fragen ist sich Jacqueline Koops-Scheele sicher: „Das wäre fantastisch.“

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