WIRTSCHAFT

So wirbt Garbecks Pumpenhersteller Rickmeier um Fachkräfte

Rickmeier-Chefin  Christiane Schulz (mit Ausbilder Michael Volmer) im Gespräch mit MdL Marco Voge

Rickmeier-Chefin  Christiane Schulz (mit Ausbilder Michael Volmer) im Gespräch mit MdL Marco Voge

Foto: Jürgen Overkpott / WP

Garbeck.  Boom hin, Landflucht her: Heimische Unternehmen müssen um Fachkräfte kämpfen. Rickmeier tut es. Wie, erlebte MdL Marco Voge vor Ort.

Wirtschaftsboom hin, Landflucht her: Unternehmen aus der Region müssen so stark wie nie zuvor für die Fachkräfte von morgen kämpfen. Das Garbecker Unternehmen hat die Zeichen der Zeit längst erkannt. Seit Jahren gilt der weltweit führende Pumpenhersteller als einer der besten Ausbildungsbetriebe in Deutschland.

Ortstermin am Freitagmorgen. Der heimische Landtagsabgeordnete Marco Voge (CDU) hat sich im Rahmen seiner Sommertour mit Rickmeier-Chefin Christiane Schulz und Ausbilder Michael Volmer verabredet. Klartext wurde vor dem Pressetermin gesprochen. Was würden Politiker und Chefin danach erzählen? Das Ergebnis verblüfft.

Praktikant für technisches Zeichnen

Zunächst mal kennt Marco Voge den Betrieb an der Langenholthau-sener Straße länger, als es zunächst scheint. Als Realschüler hat er bei Rickmeier ein Praktikum absolviert – als technischer Zeit. „Das hätte mich durchaus interessiert“, gesteht er schmunzelnd, „doch damals, 1995, gab es keine Lehrstelle.“ So machte er kurzerhand Fachabi, studierte, ging schließlich in die Politik. Manchmal, so scheint es, ist der Umweg die beste Verbindung zum Ziel.

Flexibel muss auch Rickmeier-Chefin Christiane Schulz sein. Die Eigentümerin, zugleich auch Geschäftsführerin, sieht als Dauerherausforderung, dass Kunden beste Qualität zum niedrigsten Preis haben wollen. Sie erzählt das leichthin. Botschaft: Rickmeier stellt sich, nimmt die Herausforderung an.

Der Pumpenhersteller bedient eine Marktnische. „Wir arbeiten ganz eng mit unseren Kunden zusammen“, berichtet Christiane Schulz. Das Ergebnis ist Maßarbeit, weltweit anerkannt. Infos im Netz gibt es längst auf Englisch und, man lese und staune, auf Chinesisch.

Welche Folgen haben Brexit und Handelskrieg zwischen USA und China, was ist in Garbeck zu spüren? „Noch nichts“, erwidert Christiane Schulz mit leisem Lächeln. Sie ahnt, dass die Lage schnell kippen kann: „Und wir können sie nicht beeinflussen.“

Noch aber ist alles gut. Der 230-Mitarbeiter-Betrieb brummt. Vor zwei Jahren, 2017, investierte das mehr als 100 Jahre Traditionsunternehmen 3,2 Millionen Euro in eine neue Serienprüfstelle mit modernster Technik. „Wir haben eine große Entwicklungsabteilung“, erzählt die Chefin nicht ohne Stolz.

Groß ist auch die Zahl der Auszubildenden. „Sieben Azubis fangen bei uns am 26. August an“, erzählt Ausbilder Michael Volmer. „Sechs im gewerblichen Bereich, und ein Azubi wird Lager-Logistiker.“ Kaufmännische Lehrlinge sind in diesem Jahr nicht dabei. „Wir bilden aus, wenn es Bedarf gibt.“

Dabei denkt Rickmeier heute schon an die Fachkräfte von morgen – etwa beim Tag der Gewerbegebiete am Samstag, 31. August. Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Rickmeier setzt auf Information und Unterhaltung für Schüler und Eltern.

Bionik kann kinderleicht sein

Technikbegeisterung fängt für die Firma übrigens nicht erst in der weiterführenden Schule – sie beginnt in der Grundschule. Genau deshalb haben Chefin und Ausbilder eine Zusammenarbeit mit der Katholischen Grundschule Heilige Drei Könige vereinbart – bei der kommenden Projektwoche. Details verrät Michael Volmer noch nicht. Nur so viel: „Es geht Bionik.“ Bio...was? Bionik überträgt Prozesse aus der Natur auf die Technik. Manches ist im Wortsinn kinderleicht.

Davon zeugen Übungsstücke einstiger Azubis im Eingangsbereich. Das Unternehmen, so scheint es, ist sichtbar stolz darauf. Eines der Stücke indes ist für eine Vitrine zu groß: ein Kicker. Genutzt wird er aber bedeutend öfter als kleine Schaustücke. Michael Volmer: „Wir setzen ihn bei Ausbildungsbörsen ein, um mit Schülern ins Gespräch zu kommen. Die bleiben nämlich nicht einfach an unserem Stand stehen. Ohne den Kicker würden sie vorbeilaufen.“

Doch der Tischfußball wirkt geradezu magnetisch auf spätere Azubis. 1:0 für Rickmeier.

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