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Triolit in Langenholthausens Sokola.de: Krimi trifft Eintopf

Die drei Autorinnen des Triolit in der Sokola.de: Martina Grünebaum, Maja Vandenwald und Uta Baumeister (v. lks.)

Die drei Autorinnen des Triolit in der Sokola.de: Martina Grünebaum, Maja Vandenwald und Uta Baumeister (v. lks.)

Foto: Bettina Labs / WP

Langenholthausen.  Deftig und fein, süß und zartbitter: Das Triolit begeisterte in Langenholthausens Sokola.de mit Geschichten, Gedichten und Gerichten.

Drei Autorinnen, drei Gänge, drei Genres: Das heimische „Triolit“ servierte am Freitagabend in Langenholthausens Sokola.de Deftiges und Feines aus dem Kochtopf.

Was, wenn dem Ehemann der tägliche Eintopf der Gattin nicht mehr schmeckt, er die viele Mühe als „Matsche“ beleidigt und er sich lieber schmollend mit einem Knäckebrot in die Badewanne verzieht? Derart gekränkt, greift eine echte Sauerländer Hausfrau schon mal zum äußersten Mittel: dem Föhn! Der landet in der Badewanne beim Gatten. Anschließend kommt die Säge zum Einsatz, für die Fleischbeilage des nächsten Eintopfs.

So viel war schnell klar: Was die drei Autorinnen aus dem literarischen Topf zauberten, war mitunter deftig! Das Frauentrio Maja Vandenwald, Martina Grünebaum und Uta Baumeister debütierte in der Sokola.de mit seiner Lesung vor vollem Haus – und begeisterte!

Ausgestattet mit Kochmütze und pinkfarbener Schürze, Maja Vandenwald eher mondän in Schwarz gewandet, servierten die schreibenden Damen Kriminelles, Witziges und Nachdenkliches aus ihren Büchern. Teils einzeln, teils zusammen als Rollenspiel.

Und nach wenigen Minuten war man froh, dass Maja Vandenwald das Genre “Horror“ auslassen wollte, Kriminelles war genug!

Über die Grenzen der Region bekannt

Alle drei Autorinnen sind weit über die Grenzen des Sauerlandes berühmt und erfolgreich. Sowohl als gemeinsam auftretendes Trio als auch als jede für sich: Maja Vandenwald alias Ulrike Spiekermann aus Menden ist die Erfinderin des Shortmords – kleine Geschichten über beabsichtigte oder zufällige Morde, in Reime gefasst in der Tradition von Wilhelm Busch und Heinz Erhard. Sie erscheint gern ganz in Schwarz, nicht mit einem Blumenstrauß, aber mit einer skurillen Handtasche in Form eines Lacklederröckchens.

Martina Grünebaum aus Küntrop schreibt Kurzkrimis und Kinderbücher.

Und Uta Baumeister aus Balve machte mit Krimikomödien, Kurzgeschichten und „Bodo, dem Balver Mammut“ von sich reden.

Fünfjähriges Jubiläum

Einzeln klasse, zusammen unschlagbar! Die drei Trioliten sind eine literarische Größe und feiern mittlerweile ihr fünfjähriges Jubiläum. Und sind, wie sie sagen, über das gemeinsame Bühnenprogramm und ihre Liebe zur Literatur, auch Freundinnen geworden.

Das war am Freitagabend deutlich zu spüren: Jeder Einsatz stimmte in den verschiedenen Rollen, zum Beispiel als Prinz, der das hübsche Dornröschen aus seinem Schlaf erwecken will, der alten Bauersfrau, an der der holde Jüngling erst vorbei und die Alte deshalb küssen muss. Und schließlich als Dornröschen, das eigentlich gar nicht schlief. Und auch gar nicht schön ist, sondern sich 100 Jahre lang aus Langeweile einige Kilos angefuttert hat.

Als Vorspeise reichten die Literatinnen Kriminelles, dann folgte Humoriges und nach dem Dessert Nachdenkliches.

Das Leben ist ein Eintopf

Tatsächlich warteten die Organisatoren der Sokola.de in den Pausen mit echten Speisen auf: Es gab Kartoffelsuppe mit, und für die Vegatierer oder die Geschockten nach der ersten Geschichte, ohne Fleischbeilage.

Denn, so die Autorinnen, „das Leben ist ein Eintopf“. Uta Baumeister, Mutter von vier Kindern, kennt sich aus mit der „Soso-Sprache“ und ließ verschiedene Gemüse in der Kaufmannsauslage die Länder oder eher Migranten der Welt zu Wort kommen. „Er so…, ich so...“ - und die über 50 Zuhörer in der Sokolade kamen ins Grübeln - und klatschten!

Die Autorinnen gaben sich jeweils das Mikro in die Hand, spielten und sprachen, tänzelten, raunten und säuselten ihre Textpassagen und nahmen ihr Publikum in jeder Minute mit.

Einige Besucher schluckten

Nach den vielen Desserts zur Auswahl - süß-fruchtig bis cremig - wurde es nochmal melancholisch. Martina Grünebaum traf mit „Tomatensaft“ den Nerv der Zuhörer, eine Geschichte über Geburt und Tod, und einiges dazwischen. Die meisten Zuhörer waren Ü40, in der Mehrzahl weiblich. Einige schluckten hörbar, andere schwiegen. Und alle applaudierten herzlich nach diesem gelungenen Abend in Langenholthausen!

INFO

Das Sauerländer Triolit ist buchbar als Wohnzimmerevent, für Hochzeiten oder Geburtstage unter: www.triolit.de oder info@triolit.de.

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