CORONA-KRISE

Ungeplante Kinderbetreuung: So helfen heimische Chefs

Tag der Gewerbegebiete Balve, Besucher bei Rickmeier: Mitarbeiter in Produktionsbetrieben können nicht ohne Weiteres ins Home-Office geschickt werden. Flexible Lösungen sind gefragt.

Tag der Gewerbegebiete Balve, Besucher bei Rickmeier: Mitarbeiter in Produktionsbetrieben können nicht ohne Weiteres ins Home-Office geschickt werden. Flexible Lösungen sind gefragt.

Foto: Alexander Lück / WP

Balve.  Was tun, wenn Kinder in der Corona-Krise betreut werden müssen? Die WP hörte sich bei Balver Arbeitgebern um, welche Lösungen möglich sind.

Corona trifft nur Erkrankte und Kontaktpersonen – Arbeitnehmer können gewissermaßen als Nebenwirkung der Pandemie zu ungeplanter Betreuung von Kindern in Kindergarten oder Schule verdonnert werden. Wie gehen heimische Arbeitgeber damit um? Die Westfalenpost hat nachgefragt.

Goldbäckerei Grote

Alexander Schulte, Assistent der Geschäftsführung: „Eltern, deren Kind wegen Schließung der Kita oder der Schule betreut werden muss, haben ab dem 30. März bis 31. Dezember 2020 einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Bedingung für die Entschädigung ist, dass die Betreuung nur durch die Eltern möglich und der Verdienstausfall nicht vermeidbar ist. Generell ist für die Unternehmensleitung der Goldbäckerei Grote die Ausweitung von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen wichtig. So leisten wir als Unternehmen einen entscheidenden Beitrag zur Entlastung und zum Wohlbefinden von berufstätigen Eltern und ihren Kindern.“

Paul Müller

Katharina Capua, Assistentin der Geschäftsführung: „Auch bei uns im Unternehmen gab es natürlich schon Fälle, in denen die Eltern durch Kinder, die in Quarantäne sind, zuhause bleiben müssen. Als Unternehmen steht für uns die Gesundheit aller Mitarbeiter natürlich an erster Stelle. Wenn eben möglich, möchten wir, dass ein Mitarbeiter zuhause bleibt, sobald ein Haushaltsangehöriger in Quarantäne ist. Dies geht zwar über die Vorgaben des Bundes hinaus, ist aber im Endeffekt für alle sicherer. In der Verwaltung und Entwicklung wird schon jetzt abwechselnd im Homeoffice gearbeitet. So minimieren wir Kontakte innerhalb des Unternehmens, gleichzeitig sind aber auch Mitarbeiter in einer Quarantäne Situation in der Lage, von zuhause aus zu arbeiten.

Ganz so einfach ist es in der Produktion nicht, daher setzen wir dort auf höchste Hygienestandards, achten hier besonders genau auf Einhaltung der Abstandsregelung und Maskenpflicht. Produktionsmitarbeiter können jedoch in einer Quarantäne-Situation nicht von Zuhause aus arbeiten. Hier gilt in diesen besonderen Zeiten einfach ,Gesundheit geht vor’. Aber gerade in diesen unsteten Zeiten hat sich wieder einmal gezeigt, dass Mitarbeiter und Unternehmensleitung flexibel sind und als Team zusammenstehen, wenn Engpässe und Probleme auftreten.“

Rickmeier

Wiebke Staginski, Projektmanagement: „Wir haben bei uns intern ein Corona-Team eingerichtet, welches sich mit solchen Fällen beschäftigt. In diesem Team werden die Einzelfälle besprochen und gemeinsam eine Lösung gefunden. Diese kann, wie in anderen Firmen sicherlich auch, darin bestehen, die Arbeitszeit des Mitarbeiters flexibel anzupassen oder auch, dass der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeitet, um die Kinderbetreuung so sicherzustellen. Dies beurteilen wir ganz individuell (...). Darüber hinaus haben wir einige Corona-Maßnahmen aufgestellt, wie beispielsweise Abstand zu halten, die gängigen Hygienemaßnahmen einzuhalten und sich und seine Kollegen, falls nötig, mit Mund-Nasenschutz zu schützen.“

Stadt Balve

Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters: „Wir haben schon im Frühjahr, beim ersten Lockdown, die Möglichkeit geschaffen, im Home-Office zu arbeiten. Dabei haben wir auch darauf geachtet, dass unser System sicher ist. Diese Möglichkeit nutzen wir auch jetzt. Wenn also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ungeplant ihre Kinder betreuen müssen, können sie das in Verbindung mit Home-Office machen. Mit Mitarbeitern, die nicht am Computer sitzen, sondern beispielsweise mit Fahrzeugen des städtischen Bauhofs unterwegs sind, stehen wir in Gesprächen für flexible Lösungen.“

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