Politik

UWG will Wegränder und Saumbiotope erhalten

Wertvolles Biotop.

Wertvolles Biotop.

Foto: Joerg Schimmel

Balve.   Die Balver UWG will sich in der nächsten Ratssitzung dafür einsetzen, dass landwirtschaftlich genutzte Wege künftig umweltgerecht geplant werden.

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Landwirtschaftlich genutzte Wege sollen künftig umweltgerecht geplant werden. Diesen Antrag stellt Lorenz Schnadt, Fraktionsvorsitzender der UWG Balve, als Tagesordnungspunkt für die Ratssitzung.

Der Rat der Stadt Balve soll nach dem Wunsch der UWG beschließen, dass bei allen zukünftigen Planungen am landwirtschaftlichen Wegenetz folgenden Aspekte zwingend zu berücksichtigen und zu dokumentieren sind: „Erhaltung von Wegen und vor allem Wegrändern und Saumbiotopen; Erhaltung breiter Wegränder; bei Neuanlage oder Verbreiterung bestehender Wege eine Anlage von Wegrändern nur mit ausgemagertem Boden, nicht mit Ackerboden.“

Wegraine sind wichtige Biotope

Das landwirtschaftliche Wegenetz, so begründet Lorenz Schnadt seinen Antrag, überziehe die freie Landschaft mit seinen Feldern, Wiesen und Wäldern. „Die freie Landschaft ist nicht nur ein Ort landwirtschaftlicher Aktivität, sondern auch Lebensraum von Wildpflanzen und Wildtieren. Wegraine sind wichtige Biotope für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten.“

Biotop für eine breitgefächerte Fauna

Wegraine seien nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch Wohn-, Entwicklungs- und Überwinterungsbiotop für eine breitgefächerte Fauna. „Besonders die mehrjährigen Stauden, wie Brennnessel, Dorst und Rainfarn können hier leben.“ Der grüne Streifen der Wegränder sei auch Rückzugsgebiet vieler Pflanzen, die die nährstoffreichen Kulturflächen meiden. Abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Halme diene Insekten zur Überwinterung.

Wanderwege für Amphibien

Wegraine seien Wanderwege für Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. „Sie vernetzen weit entfernte Lebensräume und verhindern so eine genetische Verinselung dieser Tierarten, die so vor dem Aussterben bewahrt werden. Wegraine mit Wildkräutern sichern das Überleben der Küken von Rebhuhn und Fasan. Sie bereichern die durch Monokulturen gekennzeichnete Agrarlandschaft, und machen so die Feldflur zu Erlebnisraum für Wanderer, Radfahrer und Reiter.“

Wege in der Feldflur erhalten

Lorenz Schnadt verweist auf Prof. Dr. Tscharntke, der im Deutschen Bienenjournal schrieb: „Landschaften mit kleinen Feldern und entsprechend vielen Randstreifen können bis zu zehnmal mehr Wildbienen aufweisen, als Landschaften mit riesigen Feldern.“ Schnadts Forderung: „Daher müssen viele Wege in der Feldflur erhalten bleiben!“ Diese nicht genutzten Saumbiotope müssten aber so hergerichtet werden, dass Wildkräuter dort einen angemessenen Lebensraum vorfinden. Die Anzahl der Wegränder, die Breite und die Bodenbeschaffenheit dieser Saumbiotope seien Grundlage dafür, „ob wir in Zukunft in der freien Landschaft Wildtiere und Wildpflanzen erleben können“.

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