Kirche

Vikar Kiene verlässt Balve mit lachendem und weinendem Auge

Abschied nach gut vier Jahren: Vikar Tobias Kiene in der Balver St.-Blasius-Kirche.

Abschied nach gut vier Jahren: Vikar Tobias Kiene in der Balver St.-Blasius-Kirche.

Foto: Alexander Lück

Balve.  Nach gut vier Jahren im Pastoralverbund Balve zieht Vikar Tobias Kiene an eine neue Wirkungsstätte. Der Abschied fällt ihm nicht leicht.

Langsam aber sicher naht der Abschied von Vikar Tobias Kiene aus dem Pastoralverbund. Zeit also für ein Gespräch mit dem Seelsorger über seine vier Jahre in Balve.

Es ist wie so oft das lachende und das weinende Auge, welches den Gefühlszustand anlässlich des nahenden Umzugs beschreibt. Dass Tobias Kiene an seiner ersten Vikarsstelle (wie allgemein üblich) vier bis fünf Jahre bleibt, das war ihm wie allen anderen Beteiligten und den Gemeindemitgliedern immer bekannt. Bei der Wahl des neuen Einsatzortes, der Pastoralverbund Brilon im Hochsauerland, konnte der Seelsorger ein wenig mitbestimmen.

Die Anzahl der Gotteshäuser in Brilon und seinen Vororten ist noch ein bisschen größer als hier im Hönnetal. Während Ende Oktober die offzielle Verabschiedung von Tobias Kiene gefeiert wird, steht der genaue Umzugstermin noch nicht fest. Es wird sich wohl bis in den November ziehen, denn noch kann Kiene seine neue Wohnung nicht beziehen. Sein Vorgänger kann nämlich nicht raus, weil sich wiederum bei seiner neuen Bleibe etwas verzögert.

Vertraute Struktur der Gemeinden

Nichtsdestotrotz: Etwas mehr als vier Jahre für Tobias Kiene im Pastoralverbund Balve-Hönnetal gehen nun zu Ende. Im Sommer 2015 kam der Seelsorger nach Balve. Aufgewachsen in Willebadessen (zwischen Paderborn und Warburg) in einer tief im Glauben und seinen Bräuchen und Festen verwurzelten Familie, fand er auch in Balve eine ähnliche und gut vertraute Struktur der Gemeinden vor. „Diese Mischung am Ort aus Glaube, Kirche und Gesellschaft, das kenne und schätze ich auch von Zuhause.“

Und mit einem hin und wieder gehörten Vorurteil über die Sauerländer will er aufräumen: „Mir ist es auf jeden Fall nicht schwer gemacht worden, die ersten Kontakte zu knüpfen.“ Aber er habe sich auch von Anfang an bemüht, auf die Leute zuzugehen, bei Festen und Veranstaltungen präsent zu sein.

Wertvolle Vielfalt

Eine feste geografische Einteilung seiner Wirkungsstätten gab es innerhalb des Pastoralverbundes nicht. Daher konnte Tobias Kiene feststellen: „Die Gemeinden sind doch alle ganz unterschiedlich, nicht uniform.“ Eine durchaus wertvolle Vielfalt, so Kiene, auch in Zeiten größer werdender Pastoralverbünde oder pastoraler Räume. Und liege auch der Unterschied manchmal nur darin, wie die Messdiener am Altar beim Hochgebet klingeln.

Überhaupt die Messdiener: Diese Arbeit ist ihm wichtig, sagt Kiene. Und entsprechend ist er ein bisschen traurig, seine „Schützlinge“ hier in Balve nun zurücklassen zu müssen. „Natürlich hätte ich auch hier gerne gesehen, wie die Messdienerarbeit weiter voran kommt. Ich weiß, was ich alles hier in Balve zurücklasse und das fällt mir auch schwer.“ In der St.-Blasius-Gemeinde war er zuletzt damit beschäftigt, eine Leiterrunde zur Betreuung und Anleitung der Neulinge aufzubauen.

Lehrreiche Arbeit mit den Maltesern

Viel war Vikar Kiene auch mit den Maltesern unterwegs. „Eine sehr lehrreiche Arbeit“, blickt er zurück. Denn etwa im Unterschied zu den Messdienern kann er hier für sich persönlich sagen: „Dieser wertvolle und engagierte Einsatz war mir vorher nicht so bekannt.“

Fragt man ihn nach seinem ganz persönlichen Glauben, was Halt (und manchmal Trost) gibt, dann nennt der Seelsorger die Wallfahrten. Nach Lourdes zum Beispiel. So eine steht jetzt im Oktober auch noch an. „Es kommt für mich gar nicht so darauf an, ob die Erscheinungen dort tatsächlich so stattgefunden haben.“ Wichtiger seien die Glaubenserlebnisse und -erfahrungen dort, im Gebet oder mit den anderen Pilgern. „Diese Erfahrungen sind wichtig für mich.“

Und schließlich muss noch ein Thema angesprochen werden: Tobias Kiene war schließlich Präses mehrerer Schützenbruderschaften. „Schützenfest mitzufeiern ist für mich ganz sicher keine Strafe“, lacht der Seelsorger. Einfach mal zusammen feiern, ist schließlich auch wichtig. Ebenso die Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, auf die man im normalen Alltag im Kirchenumfeld nicht trifft.

Ambitionen auf den Königsthron hatte er nicht, erzählt er. Das haben andere Geistliche im Pastoralverbund etwas konsequenter umgesetzt. Und genau der, Pfarrer Andreas Schulte, soll das Schlusswort haben. Tobias Kiene sei für ein „gewissenhafter und verlässlicher Mitbruder gewesen“, erzählt Schulte. „Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm Gottes reichen Segen.“ Diesem Wunsch werden sich sicherlich viele Menschen anschließen.

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