Verkehrschaos?

Vollsperrung des Hönnetals unausweichlich

Sicherungsmaßnahmen im Hönnetal: Im Dezember 2016 hat eine Ampel den Verkehr auf der Bundesstraße 515 geregelt.

Foto: Marcus Bottin

Sicherungsmaßnahmen im Hönnetal: Im Dezember 2016 hat eine Ampel den Verkehr auf der Bundesstraße 515 geregelt. Foto: Marcus Bottin

Balve.   Mehr als 200 Gefahrenbäume im Hönnetal sind bereits gefällt.

In den Herbstferien (23. Oktober bis 4. November) sollen in einer zweiten Aktion alle potenziell gefährlichen Bäume entlang der Bundesstraße 515 zwischen Sanssouci und dem Abzweig Hüstener Straße beseitigt werden – unter Vollsperrung des Hönnetals. Für den Verkehr werden dann weiträumige Umleitungen eingerichtet.

Schwere Maschinen

Warum eine Vollsperrung des Hönnetals unausweichlich ist, berichtet Forstinspektoranwärter Niklas Vögeding im Ausschuss „Umwelt, Planung, Bau“. Vögeding, der im Revier Balve gelernt hat, informiert über die forstwirtschaftlichen Maßnahmen in den städtischen Wäldern, weil Revierförster Richard Nikodem verhindert ist. „Die Vollsperrung der B 515 ist notwendig, weil unter Einbezug der schweren Maschinen eine gewisse Sicherheit gewährleistet sein muss“, sagt Niklas Vögeding. Ob eine Vollsperrung bei betroffenen Verkehrsteilnehmern Akzeptanz findet, steht auf einem anderen Blatt Papier. Vögeding: „Die erste Freilegung ist bei vielen Menschen gut angekommen. Deshalb wollen wir sie jetzt im Hönnetal weiterführen.“

Die Verkehrssicherungsmaßnahmen in Sanssouci seien im Vorjahr vor allem auf das Eschensterben zurückzuführen. „Das ist kein exklusives Pro­blem im Balver Wald, sondern eines in NRW und in ganz Deutschland“, so der Forstinspektoranwärter, der einen aktuellen Stand gibt, wie es beim Forstbetrieb in der Stadt Balve aussieht.

Fläche von 81 Hektar

Der Stadtwald umfasse eine Fläche von 81 Hektar. Den Großteil der Bestände mache Laubholz aus (76 Prozent), den deutlichen kleineren Anteil Nadelholz (24 Prozent). Die jährliche Nutzungsmöglichkeit betrage 253 Erntefestmeter. Auf Grund der Arbeiten im Hönnetal seien 2016 allerdings 368 Festmeter geerntet worden. „Davon kommen allein 73 Festmeter durch die Verkehrssicherungsmaßnahmen“, so Vögeding. Die Fläche, die insgesamt gepflegt worden sei, habe im Vorjahr etwa zwölf Hektar umfasst – ein Kostenrahmen von 9615 Euro. „Davon waren ein Drittel Fördermittel.“ Die Erlöse aus den Hieben betrugen 20 000 Euro, die Holzerntekosten etwa die Hälfte.

Fichtenholz bei 94,50 Euro

Forstinspektoranwärter Niklas Vögeding geht auch auf die aktuellen Holzpreise ein. Fichtenholz mit hoher Stärkeklasse würde in der Spitze für 94,50 Euro pro Festmeter verkauft, Industrieholz läge bei 35 Euro. Die Buchenpreise reichen von 60 bis 80 Euro. „Sehr gefragt ist momentan Eiche. Da bekommen wir für durchschnittliche Qualität 120 Euro. Die Spanne reicht von 110 bis 170 Euro, je nachdem, wie gut das Holz ist.“

Was ist mit der Pflege der Gewässerränder und einer Beseitigung des Riesen-Bärenklaus, möchte Alexander Schulte (CDU) wissen. „Es gibt zwei Behörden, die sich mit dem freien Landschaftsraum befassen“, sagt Forstamtsleiter Bernd Josef Schmitt: „Die Untere Naturschutzbehörde und die Forstbehörde. Die Untere Naturschutzbehörde ist für den Freiraum zuständig, der nicht bewaldet ist.“

Keine Experimente

Werden im Balver Wald auch ausländische Nadelhölzer angepflanzt?, fragt Heinrich Stüeken (UWG). Bernd Josef Schmitt: „Ich persönlich bin kein Freund allzu großer Wagnisse. Wir wissen, was hier geht und wissen, was wir haben, und wir können uns auf diesem Terrain sehr gut bewegen und damit sehr naturnahe, kräftige und stabile Wälder erzeugen. Das wollen wir so weiter machen, wie bislang in Balve.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik