UNFALL

Von eigenem Auto überrollt: Doch Balverin hat Schutzengel

WP-Zustellerin Sandra Baumeister aus Balve (links) dankt Schutzengel Brigitte Triska. Die Botin war von ihrem Auto überrollt worden. Der Unfall ging glimpflich aus, weil Brigitta Triska schnell Hilfe rief.

WP-Zustellerin Sandra Baumeister aus Balve (links) dankt Schutzengel Brigitte Triska. Die Botin war von ihrem Auto überrollt worden. Der Unfall ging glimpflich aus, weil Brigitta Triska schnell Hilfe rief.

Foto: jürgen overkott

Balve.  Gibt es Schutzengel? Sandra Baumeister kann die Frage mit Ja beantworten. Sie wurde von ihrem eigenen Auto überrollt. Zwei Schutzengel halfen.

Es hätte schlimm enden können, sehr schlimm. WP-Zustellerin Sandra Baumeister (43) stand am Montagmorgen kurz davor, ihre Runde in Balve zu beenden, als sie bei einem Zwischenstopp am Has-senborn in Balve von ihrem eigenen Auto überrollt wurde. Gott sei Dank standen ihr zwei Schutzengel zur Seite. Ihre Namen: Brigitte Triska (75) und Lydia Streiter (18). Was war passiert?

„Ich bin normalerweise in Bösperde unterwegs“, erzählt Sandra Baumeister am späten Vormittag, „es war mein erster Vertretungstag in Balve, der erste von 14 Tagen.“ Rund 200 Zeitungen wollen pünktlich zugestellt sein.

Und plötzlich rollt der Wagen

Sandra Baumeister parkt ihren Dacia Duster auf dem leicht abschüssigen Randstreifen. „Ich glaubte, die Handbremse angezogen zu haben“, berichtet die noch immer geschockte Balverin, „aber wohl nicht fest genug.“ Jedenfalls merkt sie schon beim Aussteigen, dass der Wagen rollt. „Die offene Tür hat mich direkt umgehauen. Ich fiel auf die Seite, und ein Reifen rollte über meinen Oberschenkel. Mein Handy flog mir aus der Hand. Es landete so weit weg von ihr auf der Straße, dass ich nicht mehr dran kam.“ Sandra Baumeister ruft verzweifelt um Hilfe.

Brigitte Triska hört die Rufe. Sie reagiert blitzschnell. Die 75-jährige Dame, seit 50 Jahren WP-Leserin, öffnet ein Fenster zur Straße, sieht Sandra Baumeister unter ihrem Auto liegen und ruft den Rettungsdienst. „Ich habe ihr“, erinnert sich Brigitte Triska, „eine Decke unter den Kopf geschoben und gewartet, bis zur Rettungsdienst zur Stelle war.“

Die Retter sind schnell zur Stelle – und Nachbarin Lydia Streiter. Die 18-Jährige ist Sanitäterin. Sie ist auf dem Weg zur Wache, stoppt an der Unfallstelle, leistet Erste Hilfe.

Schließlich wird Sandra Baumeister geborgen. Der Arzt wird später feststellen: „Nichts gebrochen. Sie haben nur eine Prellung am Oberschenkel. Das fühlt sich an wie ein schwerer Muskelkater.“ Vorsichtshalber schreibt der Mediziner die Zustellerin eine Woche krank – sicher ist sicher. Immerhin: Bewegen kann sich Sandra Baumeister – wenn auch mit Schmerzen. Das Treppensteigen fällt sie vorerst schwer.

Dennoch holt sie gemeinsam mit ihrer Tochter Elvia Abazay (24) Blumen für ihren Schutzengel. Am späten Vormittag klingeln sie an und bedanken sich für die beherzte Reaktion. „Ich habe sogar die Decke wieder mitgebracht“, sagt Sandra Baumeister zu Brigitte Triska, „auch Ihre Zeitung liefere ich gern nach.“ „Ach“, entgegnet die rüstige Dame gerührt, „das wäre doch gar nicht nötig gewesen.“

Schreck in der Morgenstunde

Sandra Baumeisters Auto hat den Unfall übrigens komplett unversehrt überstanden, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski der WESTFALENPOST sagt.

So bleiben am Ende ein Schreck in der Morgenstunde und der Glaube daran, dass es Schutzengel wirklich gibt. Sandra Baumeister hat gleich zwei von ihnen gesehen.

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