KOMMUNALWAHL

Wahltag in Balve: In Eisborn steigt die Spannung

Wahltag in Eisborn: Im Wahlbezirk 12 wird im Kindergarten des Dorfes gewählt. Die beiden CDU-Kandidaten Jens Timmermann (Rat) und Spiekermann (Ortsvorsteherin) sehen den Wahlergebnissen durchaus mit (An-)Spannung entgegen.

Wahltag in Eisborn: Im Wahlbezirk 12 wird im Kindergarten des Dorfes gewählt. Die beiden CDU-Kandidaten Jens Timmermann (Rat) und Spiekermann (Ortsvorsteherin) sehen den Wahlergebnissen durchaus mit (An-)Spannung entgegen.

Foto: jürgen overkott / WP

Balve.  Wahltag in Balve. Entscheidet Eisborn die Wahl? Oder geht es mehr um Bildung und Erziehung? So lief der Wahltag.

So spannend war eine Kommunalwahl in Balve selten: Das ist in Gesprächen mit Wählern und Wahlvorständen immer wieder zu hören. Zu hören ist auch, dass die Probleme um den geplanten Ausbau des Steinbruchs bei Eisborn sicher wichtig seien. Es gebe aber auch andere Themen. Stationen einer Rundreise durch Balves Wahllokale.

Briefwahl mit Rekord - aber 3000er Marke nicht erreicht

Balve, zwölf Uhr Mittags. Rathaus-Vize Michael Bathe ist guter Dinge. Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters hat einen guten Grund: Die Kommunalwahl ist gut angelaufen. „Gerade, um zwölf Uhr, sind die vier Briefwahlvorstände ins Rathaus gekommen und beginnen mit der Auszählung.“ Die 3000er Marke wurde bei der Briefwahl nicht geknackt. Dennoch bedeuten 2880 Stimmen per Brief eine neue Bestmarke. „Früher hatten wir 1670 Briefwähler“, sagt Bathe. Das Rekordergebnis hat die Stadt erwartet. Das Wahlvolk reagiert auf die Corona-Pandemie.

Die Wahlvorstände sind am Morgen so gut wie vollzählig erschienen. Bathe: „Wir mussten nur in einem Fall unsere Reserve-Liste bemühen.“Die Wahllokale sind alle corona-gerecht eingerichtet, Spuckschutz für die Wahlvorstände inklusive. „Wir haben unsere Bestände zusammengezogen, die uns die Firma Paul Müller bereitgestellt hat“, erklärt Bathe. Wählerinnen und Wähler werden einzeln aufgerufen. Die Zahl der Wähler in den Wahllokalen hält sich wegen des Briefwahl-Rekords in Grenzen. Bathe macht ein Rechenexempel auf: „Wenn wir von einer Wahlbeteiligung von 65 Prozent ausgehen, gehen pro Wahllokale 195 Leute wählen – und das verteilt über zehn Stunden. Das ist zu schaffen.“Einen Zwischenstand über die Wahlbeteiligung gibt es nicht. Grund: In Balve hat sich kein Meinungsforschungsinstitut angemeldet.

Spannung in Eisborn

Eisborn, Schützenheim, 15 Uhr. Die beiden CDU-Kandidaten Jens Timmermann (Rat) und Pia Spiekermann (Ortsvorsteherin) sitzen in gemütlicher Runde, im Schatten, die Septembersonne hat noch Kraft. Dennoch räumen sie eine gewisse Anspannung vorm Bekanntwerden der Wahlergebnisse ein: „Es wird spannend.“

Eisborn, Kindergarten, Wahlbezirk 12, 15.15 Uhr. Ein spannendes Duell steht an (auch wenn mit Peter Pampuch [SPD] ein dritter Kandidat dabei ist). Es heißt Jens Timmermann (CDU) gegen UWG-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Lorenz Schnadt. „Die Wahlbeteiligung war hoch“, heißt es vom Wahlvorstand. Am frühen Nachmittag allerdings hat sich der Andrang ein wenig gelegt.

Warum Gisbert Sprenger aus Eisborn verärgert ist

Eisborn, Schützenheim, 15.30 Uhr. Gisbert Sprenger ist sauer. Als Brudermeister der Schützen ist er im Dorf. Zur Kommunalpolitik äußert er sich als Privatmann. Gisbert Sprenger hat sich am Wahltag kritisch mit den Steinbruch-Gegnern Bürgerinitiative BGS sowie UWG auseinandergesetzt – sowohl in der Facebook-Gruppe des Dorfes als auch im Gespräch mit der „Westfalenpost“. Er betonte, ein Dialog mit Kalk-Hersteller Lhoist in Form eines Runden Tisches sei rechtlich zulässig. Die BGS habe das zu Unrecht in Frage gestellt. Sprenger kritisierte die BGS auch, weil sie gegen Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) als Moderator von Gesprächen zwischen Bürgerforum Eisborn und Lhoist seien.

Sprenger sagte weiter: „Ich, als Vater von drei kleinen Kindern, kann behaupten, dass es in Eisborn nicht nur den Steinbruch gibt. Bei dem Machtkampf darf man nicht vergessen, dass es auch wichtig ist, sich für den Kindergarten, die Grundschule in Beckum, unsere Parkanlagen mit Spielplatz, neues Bauland und unsere Vereinswelt einzusetzen.“ Er habe früher diejenigen Menschen vermisst, „die sich heute als gut darstellen wollen“, sagte Sprenger. Sie seien früher „niemals vor Ort gewesen“. Sprenger warf der UWG vor, sich nach der Wahl nicht mehr für Eisborn zu interessieren. Überdies habe UWG-Bürgermeisterkandidat Lorenz Schnadt gesagt, dass der Steinbruch nicht zu verhindern sei und dass es gelte, Kompromisse zu finden. Unterm Strich sei in Eisborn sei das eingetreten, was die Einwohner nie wollten: „eine Spaltung des Dorfes“.

Kaffeepause in Balve

Balve, Realschule, 16 Uhr. Die beiden Wahllokale sind so gut wie leer. Die Wahlvorstände um Martin Terbrüggen sowie Jutta Streiter können durchatmen. Balve, so scheint es, sitzt im Garten - oder fährt Rad.

Welche Themen in Garbeck wichtig sind

Garbeck, Grundschule, 16.30 Uhr. Fahrräder stehen vor dem Eingang, in Reih und Glied. Die Freizeit-Aktivitäten unter freiem Himmel neigen sich dem Ende zu. In den Wahllokalen wird es immer wieder. Ein bisschen Wartezeit müssen die Wählerinnen und Wähler mitbringen. Kein Problem bei den milden Temperaturen. Das Ehepaar Koch, neugezogene Eigenheim-Besitzer aus Werdohl, genießen nach der Stimmabgabe die Sonne. Die Kinder - ein Mädchen im Grundschulalter, ein Junge im Vorschulalter - spielen auf dem Schulhof. Familie Koch genießt erklärtermaßen das Leben in Garbeck: „Die Leute sind so nett hier. Man kennt sich, man hilft sich.“ Familie Koch hat klar politische Prioritäten. Sie will gute Kinderbetreuung und gute Schulen.

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